TBB Trier: 63:69 – Den Meister am Rande der Niederlage gehabt

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TRIER. Tolle Leistung, toller Kampf, aber am Ende stand man mit leeren Händen da: Die Trierer Basketballer verloren vor 4031 Zuschauern mit 63:69. D`Or Fischer überragte als defensiver Leuchttum bei den Franken und stellte die Trierer Offensive immer wieder vor große Probleme. 

Jermaine Bucknor war nach muskulären Problemen wieder zurück im Kader. Trier begann mit der ersten Fünf, die schon zuletzt zwei Siege in Folge erringen konnte.

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Der Start in die Partie war dann auch äußerst erfreulich. Mit konsequenter und intensiver Verteidigung zwang man die Bamberger schon nach 150 Sekunden zur ersten Auszeit. Ärgern konnten sich die Moselstädter höchstens darüber, dass es erst 4:0 stand. Andreas Seiferth und Co. ließen gute Chancen aus – eine höhere Führung wäre durchaus drin gewesen. Nachdem die Gäste dann angeführt von Jared Jordan besser ins Spiel kamen (8:7), waren es wieder die Trierer, die in Person von Laurynas Samenas und Trevon Hughes die besseren Antworten fanden. Mit 16:10 ging es in die erste Viertelpause.

Die Partie blieb auch in den zweiten zehn Minuten hitzig. Beide Teams schenkten sich nichts und Trier ließ ohne Trevon Hughes, der bereits mit zwei Fouls vorbelastet war, die Durchschlagskraft in der Offensive vermissen. Jamar Smith zwang Henrik Rödl mit sechs Punkten in Serie zu einer Auszeit (20:23). Auch danach wurde das Spiel nicht weniger hitzig. Die Leistung der Unparteiischen um Moritz Reiter trug zu weiterer Unruhe auf dem Parkett bei. Neben einem glasklaren Foul von Sanders an Laurynas Samenas waren mehrere Pfiffe der Referees bestenfalls als unglücklich zu bezeichnen. Kurz vor der Halbzeit pfiff Reiter zudem ein unsportliches Foul gegen Andreas Seiferth – die Bamberger nutzen die Chance und gingen mit einem Vier-Punkte-Vorsprung in die Halbzeitpause (28:32).

Besser aus der Kabine kam die Mannschaft von Chris Fleming. Hinten räumte D`Or Fischer auf und vorne zeigten Sharrod Ford und Co. ebenfalls ihre Klasse. Dass Andreas Seiferth sich gleich mehrere Ballverluste leistete, spielte den Franken in die Karten. Bereits nach drei Minuten sah sich Henrik Rödl beim Stand von 30:40 zu einer Auszeit gezwungen. Es waren Dreier von Samenas und Ward, sowie ein toller Korb nach Offensivrebound von Stefan Schmidt, die den Trierer Traum vom Coup am leben hielten. Plötzlich stand es 1,5 Minuten vor Ende des dritten Viertels nur noch 42:44. Fleming nahm eine Auszeit.

Das Spiel wollte einfach nicht an Brisanz verlieren. Nachdem Harris mit vier Punkten in Serie eigentlich dafür sorgte, dass die Bamberger mit einem knappen Vorsprung in den letzten Durchgang gehen können (45:48), foulte drei Sekunden später Goldsberry Samenas unsportlich und Fleming kassierte ein technisches Foul. Die TBB nutzte dies zu drei Punkten von der Freiwurflinie und es ging mit 48:48 in das entscheidende Viertel. Aus Trierer Sicht hatte das ganze aber einen ganz faden Beigeschmack: Laurynas Samenas verließ das Spielfeld mit Muskelproblemen und sollte im weiteren Spielverlauf nicht wieder eingesetzt werden.

Dort erwischten die Gäste wieder einmal den besseren Start. Trevon Hughes kassierten nun ein Foul nach dem anderen – bereits nach zwei Minuten hatte man sechs Teamfouls gesammelt. Elias Harris trug die Brose Baskets in dieser Phase und hatte mit fünf Punkten großen Anteil am 48:55. Die Moselstädter ließen in der Folgezeit mehrere Gelegenheiten aus, näher an Bamberg heranzukommen. Angriffe verpufften wirkungslos am unverschämt gut verteidigenden D`Or Fischer. Auch die Freiwürfe, beim Sieg in Weißenfels noch eine der Stärken, wollten heute nicht so sicher fallen. Anderson versuchte noch einmal alles, traf zwei Dreier und stellte das Ergebnis 25,1 Sekunden vor Ende auf 62:65. Auszeit Bamberg.

Trier versuchte es noch einmal mit Stop-The-Clock, doch Jamar Smith blieb fehlerlos. Passend dann auch die letzte Aktion: Der überragende D`Or Fischer blockte Trevon Hughes beim Drei-Punkte-Wurf. Es war eine starke Trierer Leistung, die gegen ein unfassbar tief besetztes Team aus Bamberg leider nicht ausreichte.

Zu allem Überdruss gab Henrik Rödl bekannt, dass Laurynas Samenas wohl längere Zeit ausfallen wird. Eine genaue Diagnose steht allerdings noch aus.(cw)

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl:
„Es war ein verdienter Sieg für Chris und sein Team. Gegen Ende des dritten Viertels hatten wir das Momentum auf unserer Seite, mit Leidenschaft, guter Verteidigung und getroffenen Würfen. Im vierten Viertel hatten wir gute Würfe, die wir leider nicht getroffen haben. Bamberg ist, wie Chris gesagt hat, gut mit der Situation umgegangen. Vor allem Jamar Smith war nicht zu halten, immer wenn er frei war, hat er getroffen. Insgesamt waren die Quoten auf beiden Seiten nicht besonders gut, es war eben ein intensiv und leidenschaftlich geführtes Spiel, aber nicht unbedingt auf hohem Niveau. Ich bin zufrieden damit, wie meine Mannschaft gekämpft hat. Laurynas werden wir aufgrund seiner Verletzung wohl für eine Weile verlieren, genaueres kann ich noch nicht sagen.“

Chris Fleming (Headcoach Brose Baskets):
„Wir wussten, dass das Spiel für uns schwer wird, es ist in Trier immer eine Herausforderung. Henriks junge Mannschaft ist jetzt in einen Lauf gekommen über die letzten Wochen, sie ist auch fitter. Sie spielen auf einem sehr guten Level. Ich glaube, im ersten Viertel waren sie einfach aggressiver, schneller beim Rebound und in den Hustle Plays. Im zweiten Viertel hat unsere zweite Fünf uns Energie gegeben. Wir haben gut gegen Hughes verteidigt, er ist eins der schwierigsten Matchups der Liga. Zufrieden war ich am Ende, als die Jungs cool geblieben sind. Es war ein hitziges Spiel, wir hatten Vorsprung, Trier hat sich zurück gekämpft, wir sind aber gut mit der Emotion umgegangen. Alles Gute für Trier im Rest der Saison.“

1 KOMMENTAR

  1. Toller Kampf der TBB Jungs, sehr schade das nur 4031 Zuschauer den Deutschen Meister der vergangen 4 Jahre sehen wollten ,Wieviele kommen dann erst am 1.Mai um 15 Uhr gegen Ulm

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