„Juhu, ich bin im Fernsehen“

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    TRIER. Am heutigen Dienstag, 15. April, wurde der Prozess gegen den Angeklagten Luis R. aus Trier fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, vier Raubüberfälle begangen zu haben (lokalo berichtete). Im Mittelpunkt des heutigen Prozesstages stand die erneute Vernehmung  des Hauptbelastungszeugen M. und seiner Lebensgefährtin. Drei Polizisten und drei Justizbeamten überwachten die Verhandlung, da sich beide Zeugen im Zeugenschutzprogramm der Polizei befinden.

    Von Bastian Lütge

    Zeuge M., der den Angeklagten bereits beim letzten Termin schwer belastet hatet, wurde nochmals zu den vermeintlichen Taten befragt. Der vorbestrafte Schrotthändler wiederholte dabei die Aussagen gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner, mit dem er eine Firma in Luxemburg betrieben hat. R. habe M. erzählt, dass er verschiedene Objekte ausgespäht und dann dort eingebrochen sei. Auch habe er verschiedene Personen, teilweise unter Vorhaltung eines Messers, ausgeraubt. Insgesamt brachte die Aussage nicht wirklich neue Erkenntnisse oder gar Struktur in die recht unübersichtliche Prozesssituation, die geprägt ist von gegenseitigen Vorwürfen.

    Auch die Aussage der zweiten Zeugin brachte kein Licht ins Dunkel. Nach der Schilderung, wie sie den Angeklagten kennengelernt hat, wurden die Zusammenhänge der Firmengründung beleuchtet. Frau M. hatte die Firma im Jahr 2010 auf ihren Namen angemeldet, da sowohl ihr Lebensgefährte als auch der Angeklagte als Vorbestrafte keine Firma in Luxemburg gründen dürfen. Nachdem es der Firma wirtschaftlich nicht gut ging und der Angeklagte versprochene Aufträge nicht unter Dach und Fach bringen konnte, habe man R. gekündigt. Sie habe Angst vor dem Angeklagten und seinen „russischen Freunden“ gehabt. „Irgendwann stehen die bei uns auf der Terrasse.“

    Die in der Anklageschrift aufgeführten Taten bestätigte die Zeugin. In Gesprächen mit ihrem Freund und dem Angeklagten habe sie erfahren, dass R. über die Taten offen redet und sie somit zugibt. Nach der Sendung „Aktenzeichen XY“, in der ein Fall aus Kordel gezeigt worden war, soll R. mit den Worten „juhu, ich bin im Fernsehen“ zu Familie M. gekommen sein.

    Der Angeklagte streitet die Vorwürfe vehement ab und wirft den beiden Zeugen seinerseits vor, nur aus wirtschaftlichen Gründen zu handeln und ihn denunzieren zu wollen.

    Die Verhandlung wird am 29. April um 9 Uhr fortgesetzt. Vielleicht schaffen es Richterin Petra Schmitz und ihre Kollegen der Kammer dann, Klarheit in die verfahrene Situation zu bringen. (bas)

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