Wie Phönix aus der Asche

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SALMROHR. Wer noch zur Halbzeitpause, ja sogar nach einer Stunde einen klaren Salmrohrer Sieg im Spitzenspiel gegen den SC Hauenstein prognostiziert hätte, wäre wohl ausgelacht worden. Eine Ansammlung gravierender Hauensteiner Abwehrfehler bei gleichzeitiger Geradlinigkeit der in den eigenen Offensivaktionen, bescherte dem FSV einen 4:1 (1:1)-Sieg und die Festigung des zweiten Tabellenplatzes.

Es war schon buchstäblich das letzte Aufgebot, das die Trainer Uwe Schüller und Jörg Stölben aufs Feld schickten. Mit Daniel Braun und Sebastian Schäfer saßen nur noch zwei Feldspieler aus dem Oberligakader auf der Bank.

Hauenstein agierte wie erwartet. Die Pfälzer warfen ihre körperliche Überlegenheit in die Waagschale, machten von Beginn an Druck und stürzten die FSV-Abwehr von einer Verlegenheit in die andere – nach elf Minuten zappelte der Ball erstmals im Netz von Schlussmann Sebastian Grub. Der zu Beginn sehr unsichere Lars Schäfer hatte einen Pass unbedrängt in die Füße von Felix Burkhard gespielt, der passte zu Florian Cordier, der Dominik Zwick mit einer Körpertäuschung austanzte und dann sicher verwandelte. Beide Trainer waren sich nach Spielende, dass die nun folgende Szene mitentscheidend für den Spielausgang war. Im direkten Gegenzug aus dem Anstoß heraus hämmerte Pascal Meschak das Leder nach einer Flanke von Julian Bidon aus 25 m in den Winkel des Hauensteiner Kastens.

Ruhe brachte dieser Treffer zunächst aber nicht. Hauenstein hatte eine Fülle von Gelegenheiten – meist nach haarsträubenden Salmrohrer Abwehrfehlern. Grub rettete gegen Cordier (22.), dann verfehlte Milot Berisha (26.) knapp, Max Knorn (29.) traf mit einem 30-m-Hammer ebenso nur das Aluminium wie Guillaume Paul (41.). Für den FSV hatte sich nur eine gute Chance ergeben, als SCH-Schlussmann Raphael Marhöfer nach einem Einwurf zu kurz abwehrte, Meschak mit einem Distanzschuss aber das Gehäuse klar verfehlte.

Nach dem Wechsel gab es zunächst wenig Aufregendes zu sehen. Die Partie plätscherte vor sich hin, vieles sprach für ein Remis nach 90 Minuten. Was dann folgte, hatte Hauensteins Trainer Sascha Hildmann noch nie erlebt: „Ich wusste noch nicht, dass man bei Einwurf auf Abseits spielt. Ich muss meine Spieler mal fragen, woher sie das haben.“ Wie dem auch sei – sie taten es. Ein Einwurf in Höhe der Mittellinie kam zu Julian Bidon, der schaute noch ungläubig, weil er etliche Meter Platz hatte, machte sich dann auf und davon in Richtung gegnerisches Tor und schloss souverän mit einem Heber zum 2:1 (62.) ab.

Dieser Treffer traf die Gäste bis ins Mark. Sie rannten jetzt planlos nach vorne und verloren auch in der Abwehr jegliche Ordnung. Das 3:1 war fast eine Kopie des zweiten Treffers – nur dass kein Einwurf sondern ein Pass das Tor einleitete. Bidon schickte den starken Dominik Kinscher steil, auch der war allein auf weiter Flur und überwand Marhöfer erneut. Jetzt gab es Chancen im Minutentakt. Glück für Hauenstein, dass Schiedsrichter Timo Klein nicht Rot gegen Marhöfer zückte, der Robin Mertinitz als letzter Mann vor der Strafraumgrenze foulte. Kurz darauf traf Mertinitz noch das Lattenkreuz. Das 4:1 war der krönende Schlusspunkt. Von der Nähe der eigenen Eckfahne schlug Alexander Adrian einen Pass in den Lauf von Bidon, der passte weiter zu Kinscher, dessen Zuspiel verwandelte Sebastian Schäfer dann ohne Probleme. Danach pfiff Klein die Partie gar nicht mehr an.

Schüller war „super zufrieden und glücklich“ und bezeugte „riesigen Respekt“ vor seiner Rumpftruppe. Im Rahmen der Pressekonferenz wurde dann noch bekannt, dass Salmrohr unabhängig von einem möglichen Insolvenzverfahren die Lizenzunterlagen zur Regionalliga eingereicht hat. (wir)

FSV Salmrohr: Sebastian Grub – Daniel Petersch, Lars Schäfer, Dominik Zwick, Pascal Meschak – Daniel Schraps, Alexander Adrian – Julian Bidon, Dominik Kinscher, Matondo Makiadi (72. Sebastian Schäfer) – Robin Mertinitz (88. Daniel Braun)

Tore: 0:1 (11.) Florian Cordier, 1:1 (12.) Pascal Meschak, 2:1 (62.) Julian Bidon, 3:1 (72.) Dominik Kinscher, 4:1 (90.+2) Sebastian Schäfer

Schiedsrichter: Timo Klein (Wiebelskirchen) – Zuschauer: 288

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