Mit Bach in die Karwoche

    0

    TRIER. So wie die sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zum Weihnachtsfest gehören, sind die Passionsmusiken des Thomaskantors fester Bestandteil des Musiklebens in der Passionszeit. Am Palmsonntag erklingt in Trier die Matthäuspassion des großen Meisters zur Eröffnung der Karwoche.

    Insgesamt hat Johann Sebastian Bach, will man den Aussagen seines Sohnes Carl Philipp Emanuel Glauben schenken, fünf so genannte Passionsmusiken in seinem Leben verfasst. Allerdings sind nur drei davon überliefert: die Markuspassion als Fragment, die Johannespassion und die Passion nach den Worten des Evangelisten Matthäus, die als BWV 244 im Werkverzeichnis steht. 1729 wurde sie erstmals am Karfreitag in der Leipziger Thomaskirche aufgeführt. Sie ist Bachs umfangreichstes Werk dieser Gattung und wurde in einer Notiz seiner Witwe Anna Magdalena mit „die große Passion“ bezeichnet. Auch spielte sie bei der Wiederentdeckung des Bachschen Oeuvres eine zentrale Rolle. 1829 wurde die Matthäuspassion durch Felix Mendelssohn Bartholdy erstmals nach Bachs Tod wieder aufgeführt und löste ein großes Interesse am übrigen Schaffen des Thomaskantors aus.

    Fast auf den Tag genau 285 Jahre nach der Uraufführung erklingt diese Passion in der Hohen Domkirche in Trier. Am morgigen Palmsonntag steht sie um 18 Uhr auf dem Konzertprogramm, mit dem der neue Domkapellmeister Thomas Kiefer und die Domchöre musikalisch die Karwoche einläuten. Hans Jörg Mammel übernimmt den Part des Evangelisten, Simon Bailey ist als Christus zu hören. Weitere Solisten sind Eva Maria Leonardy (Sopran), Henning Kaiser (Tenor) sowie Alexander Lauer (Bass). Die ursprünglich vorgesehene Altistin Marie Henriette Reinhold ist, wie soeben bekannt wurde, erkrankt. Kurzfristig springt hier mit Marion Eckstein eine Moselanerin ein, die ihre Wurzeln in Osann-Monzel hat. Eckstein studierte in Stuttgart und hat in den letzten Jahren eine vielbeachtete internationale Karriere sowohl im Barockbereich als auch im romantischen Fach gemacht. Als Orchester hat Kiefer das Münchener Ensemble „L’arpa festante“ verpflichtet, das schon in mehreren Trierer Konzerten eine ausgezeichnete Visitenkarte hinterlassen hat. (red)

    Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.