„Mit einem kleinen Piek fing alles an“

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TRIER. Erfreulicherweise nimmt die Zahl der Menschen zu, die sich typisieren lassen, um in die Stammzellenspenderdatei aufgenommen zu werden, die für leukämiekranke Patienten möglicherweise lebensrettend sein kann. Zu den Spendern, die in der Datei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellenspenderdatei gelistet sind, zählt auch Michael Braun aus Trier.

„Mit einem kleinen Piek fing alles an“, erzählt Michael Braun aus Trier, der sich 2009 als potenzieller Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftungregistrieren ließ. Vier Jahre später kann der 25-jährige Soldat den zweiten Schritt machen: Seine Gewebemerkmale passen zu denen eines Leukämiepatienten, der dringend auf eine Stammzelltransplantation angewiesen ist. Michael Braun möchte dem Patienten gerne helfen und erklärt sich bereit, Stammzellen für ihn zu spenden und ihm so die Chance auf Heilung zu geben.

„Das ist eine gute Sache“, denkt sich der Soldat Michel Braun, als er im Frühjahr 2009 während der Blutspende in der Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken die Arbeit der Stefan-Morsch-Stiftung kennenlernt. Er lässt sich registrieren – als Stammzellenspender und somit als möglicher Lebensretter.

Die Registrierung war für den Sportler, der regelmäßig joggt, schwimmt und ins Fitnessstudio geht, ganz einfach: Nach der Aufklärung darüber, wie eine Stammzellspende genau funktioniert, füllt er einen Fragebogen zu seinem Gesundheitszustand aus und unterschreibt eine Einverständniserklärung.

Im Sommer 2013 erreicht ihn die Nachricht der Stefan-Morsch-Stiftung, dass er eventuell als Spender für einen Leukämiekranken in Frage kommt. „Schon vier Mal hab ich einen Brief von der Stiftung bekommen“, erzählt Braun, „aber erst dieses Mal passte ich zu einem Patienten.“ Gelassen nimmt er es auf, als feststeht, dass er diesmal der optimale Spender ist: „Ich wollte das ja machen, von daher fand ich es gut.“

Kurz vor Weihnachten fährt Braun nach Birkenfeld zur Voruntersuchung. Um für ihn gesundheitliche Risiken, die die Spende mit sich bringen könnte, auszuschließen, wird sein Gesundheitszustand genau überprüft. Wenige Wochen später ist Entnahmetermin.

Mit der Transplantation von Stammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark. Um sie zu übertragen, gibt es zwei Möglichkeiten: Die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm – niemals aus dem Rückenmark. Die zweite Möglichkeit ist die Apherese, die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. In einer Entnahmestation – wie bei der Stefan-Morsch-Stiftung – werden dann die Stammzellen herausgefiltert. Über die Art der Spende entscheidet der Stammzellspender. Das Transplantat wird dann schnellstmöglich zum Patienten gebracht – ob in die USA, Australien oder nach Flensburg. Denn nach der Entnahme muss die Transplantation innerhalb von 72 Stunden erfolgen.

Michael Braun hat sich für die Apherese entschieden. Das Spritzen des Botenstoffs übernahm er selbst: „Das war kein Problem. Aber die Nebenwirkungen hab ich schon gemerkt. Ich war schlapp und hatte Gliederschmerzen.“ Wer der Empfänger seiner gespendeten Stammzellen ist, spielt für Braun keine Rolle: „Mir ist es egal, wer sie kriegt, so lange es dem Patienten hilft. Dass ich helfe, ist das Wichtigste.“

Er hat die Apherese ohne Probleme überstanden und ist von der großen Wirkung, die man mit einer Stammzellspende bewirken kann überzeugt: „Ich würde es wieder machen.“ (red)

Aufruf der Stefan-Morsch-Stiftung und des DRK Blutspendedienstes zur Typisierung:

Dienstag, 29. April: 17 bis 20.30Uhr, 54456 Tawern, Bürgerhaus, Wawerner Straße

Freitag, 09. Mai: 17 bis 20.20 Uhr, 54314 Zerf, Grund- und Realschule Plus, Schulstraße

Dienstag, 13. Mai: 17 bis 20.30 Uhr, 54453 Nittel, Bürgerhaus, Wiesenstraße 5

Freitag, 16. Mai: 16 bis 20 Uhr, 54411 Hermeskeil, Hochwaldhalle, Schulstraße 58

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