Schüsse auf Polizisten: Täter waren bei der Festnahme stehend K.O.

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Symbolbild

Bildquelle: lupo / pixelio.de

TRIER. Am heutigen Dienstag, 8. April, wurde im Landgericht Trier der Prozess gegen drei als sehr gefährlich eingestufte Männer fortgesetzt, die wegen versuchten Mordes an Polizisten und der Einfuhr von Waffen angeklagt sind (lokalo berichtete). Auch am heutigen Verhandlungstag stand die Anhörung einiger Zeugen an.

Der erste Zeuge war der 43-jährige Erich S., der bei der Autobahnpolizei in Malmedy arbeitet. Er berichtete, dass er mit seinem Kollegen Ewald R. am Tattag im Büro gearbeitet habe, als man ihnen plötzlich über Polizeifunk mitgeteilt habe, dass drei Personen auf der Autobahn von Deutschland kommend in Richtung Belgien von einigen Kollegen verfolgt würden. „Also sind wir beide ebenfalls aufgebrochen, um dorthin zu fahren. Wir beobachteten ein Waldgebiet und dann kamen uns auf einmal zwei Unbekannte entgegen gelaufen. Wir haben die beiden Männer dann festgenommen.“

Die Frage von Richterin Petra Schmitz, ob es zu irgendwelchen Besonderheiten während der Festnahmen gekommen sei, verneinte Erich S.: „Ich habe einen der Männer festgenommen, mein Kollege den anderen. Der Mann, den ich festgenommen habe, hat sich nicht gewehrt oder Ähnliches. Mir ist lediglich aufgefallen, dass er nur einen Schuh getragen hat. Er war K.O. und körperlich sehr erschöpft, da er – so nehme ich an – lange Zeit gelaufen war. Des Weiteren hat er über starke Schmerzen an dem schuhlosen Fuß geklagt und weinte und schrie die ganze Zeit.“ Eine Vernehmung habe er nicht durchgeführt.

Zuletzt fügte er hinzu, dass der Mann, den sein Kollege festgenommen hatte, eine Waffe bei sich getragen habe. Er selbst habe jedoch weder die Waffe noch den Mann sehen können, da das Dickicht ihm die Sicht versperrt habe.

Der zweite Zeuge war Ewald R., der ebenfalls bei der Autobahnpolizei in Malmedy arbeitet. Der 54-Jährige sagte wie sein Kollege Erich S., dass beide im Büro tätig gewesen seien, bevor sie aufgebrochen seien. „Wir fuhren zu einem kleinen Ort, der sehr nahe an einem Waldstück liegt. Dann ging alles ganz schnell. Mein Kollege nahm einen Unbekannten fest und ich auch. Der Mann, den ich festnahm, hatte eine Waffe, welche jedoch kein einziges Mal auf mich gerichtet war.“

Danach kam es zu einer seltenen Konstellation, denn die letzte Zeugin des heutigen Verhandlungstages sitzt üblicherweise nicht auf dem Zeugenstuhl. Verena R. ist Untersuchungsrichterin in Eupen und hat die drei Angeklagten am 1. April des vergangenen Jahres vernommen. Sie hatte damals gegen das Trio Haftbefehl erlassen. „Monir O. gab an, er habe von seinem Freund Abdelrahim M. am Tattag erfahren, dass beide nach Deutschland fahren müssten. Er selbst habe den Grund dafür nicht gekannt und die ganze Zeit geschlafen. Als er aufgewacht sei, hätten Polizisten rund um den Fluchtwagen gestanden.“

Die Wohnungen der Männer seien durchsucht worden. Dabei seien mehrere Gegenstände aus anderen  Diebstählen gefunden worden. „Auffällig war, dass es sich dabei nur um Produkte teurer Marken handelte. Selbst die Sturmhauben waren von ‚Prada‘, nur um ein Beispiel zu nennen.“

Am 16. April soll die Verhandlung fortgeführt werden. (lau)

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