Trierer Studenten in Kenia: Zu Besuch bei Freunden

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NAIROBI/TRIER. Insgesamt 15 Studenten der Trierer Universität befinden sich derzeit für vier Wochen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi (lokalo berichtete). Die Gruppe „Human Rights and Advocacy“ berichtete uns im letzten Beitrag von Miss Koch und ihrer Organisation, die sich am Rande des Slums von Korogocho für die Rechte der Frauen einsetzt. Die Teilnehmer der Entrepreneurship-Gruppe bekamen Einblick in die Welt einer selbstständigen und mutigen Frau, die für ihr Recht auf Bildung kämpft.

Bildung ist das kostbarste Gut

Als Entrepreneurship-Gruppe (Anm. d. Red.: entrepreneurship = Unternehmertum) unseres Kenia Projektes haben wir uns in den letzten Tagen mit Organisationen getroffen, die Mädchen und Frauen unterstützen, welche ein eigenes Business eröffnen wollen. Ebenso haben wir mit denjenigen Frauen gesprochen, die von Organisationen unterstützt wurden und werden, um herauszufinden, wie sie diese Unterstützung empfunden haben, ob sie hilfreich und nachhaltig ist.

So lernten wir die 21-jährige Rebecca kennen, die bei der Organisation von Miss Koch ein Business-Training absolvierte, um ihren eigenen Beauty-Salon in Kariobangi eröffnen zu können. Mit 19 Jahren musste Rebecca die Schule abbrechen, da weder ihre Eltern noch sie für die Schulgebühren weiter aufkommen konnten. Da für sie die eigene Bildung eine hohe Priorität hat und sie weiter zur Schule gehen möchte, entschloss sie sich, ihr eigenes kleines Unternehmen, einen Beauty-Salon zu eröffnen, der Haarschnitte und Maniküren anbietet. Mittlerweile finden dort neben ihr selbst auch noch zwei Angestellte eine Arbeit.

Rebecca erhofft sich, dass der Salon bald ausreichend hohe Gewinne abwirft, um ihre Schulausbildung weiter finanzieren zu können. Von ihrer Familie, besonders der Schwester und Mutter, erhält sie dabei sehr viel Unterstützung. Die junge Frau ist nur ein Beispiel für viele Frauen und Mädchen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen, um ihre Ziele zu erreichen.

Kultureller Austausch im Magen

Mit unserer Projektgruppe nehmen wir viele Termine gemeinsam mit den kenianischen Studenten wahr, gestalten aber auch, sofern es möglich ist, auch die Freizeit gemeinsam. Das ermöglicht uns Deutschen die kenianische Kultur noch etwas besser kennen zu lernen. Die kenianische Studentin Hellen Bitecka hat uns zum Beispiel zum gemeinsamen Kochen eingeladen. Im Vorfeld durften wir uns typisch kenianische Gerichte wünschen, die sie und ihre beiden kochbegabten Cousinen uns dann beibringen wollten, damit wir sie zu Hause in Deutschland nachkochen können. Schnell war eine Bandbreite an kenianischen Lieblingsgerichten ausgesucht: Es sollte Chapati, einen pfannkuchenartigen Weizenfladen, Pilau (Reis mit Gewürzen und Fleisch), Grünkohl, eine Soße mit Rindfleisch, sowie Salat geben.

Bereits der Einkauf war ein kleines Erlebnis. Auf dem Markt vor dem Haus wurde das benötigte Gemüse eingekauft, dann ging es in eine der typischen Fleischereien, die ganz und gar nicht unserem europäischem Standard entsprechen. Die letzten fehlenden Zutaten besorgten wir uns schließlich in einem Supermarkt. Bei Hellens Cousine angekommen, wurde uns ein frisch gepresster Mangosaft serviert und wir Gäste sollten es uns gemütlich machen, während unsere Gastgeberinnen das Gemüse in der winzigen Küche klein schnitten.

Als es dann nach einiger Zeit endlich an das Kochen ging, lernten wir zuerst, wie die von uns geliebten Chapati gemacht werden. Auf einem kleinen Kohleofen auf der Terrasse wurde derweil das gekochte Rindfleisch zubereitet. Danach folgte noch die Zubereitung von Reis mit Rindfleisch (köstlich!), sowie von Salat und Kohl. Als das Essen schließlich serviert wurde, stieß noch der Ehemann von Hellens Cousine hinzu. In Kenia sind klassische Rollenverteilungen, bei der die Frau den Haushalt führt, in der Ehe übrigens üblich.

Ein Stück Erinnerung mit im Gepäck

Nach dem kenianischen Festmahl wurde uns landestypischer Tee mit Milch serviert und für Fotos posiert. Die Familie zeigte uns noch stolz ihre Hochzeitsfotos, durch die wir uns gut ausmalen konnten, wie ein kenianischer Familienabend typischerweise abläuft.

Der Abschied verlief wie der gesamte Abend sehr herzlich und wir gingen mit einem familiären Gefühl nach Hause. Alles in allem war es ein sehr schöner, entspannter Abend, der wie alles hier, zwar ein bisschen länger dauerte als geplant, aber uns einen aufregenden Ausflug in das kenianische Leben geboten hat. Melanie Britz/Linn Kaldinski/Marilena Häring

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