Öko-Strom für 1 500 Haushalte

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SAARBURG. 22 350 Solarmodule auf einem rund acht Hektar großen Gelände werden ab Ende April rund 5,7 Megawatt Strom liefern. Diese Menge reicht aus, um mehr als 1 500 Musterhaushalte zu versorgen. Die Baukosten betragen rund 5,5 Millionen Euro. Das sind die Eckdaten des Projekts, das am Montag, 7. April, im Saarburger Kammerforst, einem ehemaligen Militärgelände, mit dem Spatenstich in seine letzte Bauphase ging.

Das Gemeinschaftsprojekt der Stadt Saarburg, der Entwicklungsgesellschaft Saarburg mbH, den Regionalwerken Trier Saarburg (RTS-AöR), den Stadtwerken Trier (SWT), der Umweltstiftung der Sparkasse Trier und der Genossenschaft Südeifel Strom eG soll nicht der letzte Solarpark der Region sein, wie Dr. Maximilian Monzel (SWT) verrät. Trier nennt Monzel als Standort, wo genau die nächste Anlage gebaut wird, ist aber noch geheime Kommandosache.

Der Solarpark im Kammerforst im Saarburger Stadtteil Beurig hat Modellcharakter. Die Anlage selbst ist von außen nicht einsehbar. Erst wenn man davor steht, ist die acht Hektar große umzäunte und mit Modulen bedeckte Fläche zu sehen, die vom Bund gepachtet wurde. Die außerhalb des Solarparks liegenden Biotope bleiben bestehen. Auf der Restfläche des ehemaligen Militärgeländes soll ein Beweidungsprojekt umgesetzt werden, auf dem Taurus-Rinder in Zukunft ihre Heimat haben sollen. Eine Rasse, die im Gegensatz zu den in unserer Region meist gehaltenen rot- oder schwarz-bunten Kühen nicht nur Gras fressen und verdauen kann. Hier wartet man noch auf die Genehmigung von Umweltministerin Ulrike Höfken. Beantragt ist die Ausweisung seit mehr als einem Jahr. Angenehmer und erwünschter Nebeneffekt: dann werden Fördergelder frei, die nach Angaben von Landrat Günther Schartz mehrere hunderttausend Euro betragen dürften.

Passend zum Anlass und der Bestimmung der Anlage herrschte an diesem Tag im Forst herrliches Frühlingswetter. „Ich hoffe, dass über diesem Projekt immer die Sonne scheint“, hofft denn auch SWT-Vorstandssprecher Olaf Hornfeck. Für Landrat Schartz und Dixius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, ist nicht nur der saubere Strom, der zukünftig auf der Beuriger Höhe produziert wird, Grund zur Freude, sondern auch „der ökologische Ausgleich durch das gleichzeitig geschaffene Naherholungsgebiet.“

Bereits Ende April soll die Photovoltaik-Anlage Strom produzieren. Das Eiltempo erklärt sich auch dadurch, dass die Arbeiter selbst während der Eröffnungsreden zum Spatenstich die Module und die Akkuschrauber nicht aus der Hand legten. Zufriedenheit herrschte bei den Vertretern aller am Projekt Beteiligten.

Die Ausschreibung hatte international zu erfolgen. Während bei den vorbereitenden Arbeiten regionale und lokale Firmen zum Zug kamen, erhielt für die Lieferung und Montage der Module die Conergy AG den Zuschlag. Auf lokalo-Nachfrage gibt deren Vertreter Dominic Tonnellier zu, dass die Firma turbulente Zeiten hinter sich habe. Nach dem Sturz der Aktien ins Bodenlose, den Vorwürfen der Bilanzfälschung und der Anklage gegen einige Vorstandsmitglieder, die mit Schadenersatzforderungen verbunden waren, stand das Unternehmen vor dem Aus. Im April 2013 erfolgte während des Insolvenzverfahrens die Übernahme durch die Kawa Capital Management Inc. (USA). Seitdem wird wieder produziert. Die in Saarburg verwendeten Module kommen aus der Produktionsstätte Frankfurt/Oder. (wir)

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