TBB Trier: Dominiert Trier erneut das Derby?

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Bildquelle: Telekom Baskets Bonn

TRIER. Das Hinspiel gegen die Telekom Baskets Bonn war die vielleicht stärkste Saisonleistung der Trierer Basketballer. Beim 86:66-Auswärtserfolg spielte man die ehemaligen Hauptstädter schwindlig. Päch warnt jedoch vor allzu viel Euphorie vor dem Rückspiel, das am Samstag, 20 Uhr, in der Arena Trier ausgetragen wird. Jared Jordan, der mitten in der Spielzeit zu den Brose Baskets Bamberg wechselte, wurde durch Eugene Lawrence ersetzt.

Der 26. Dezember ist landläufig bekannt als „zweiter Weihnachtstag“, im nordamerikanischen Sprachraum heißt er „Boxing Day“. Geschäfte haben hier an diesem Tag geöffnet, damit die Kunden entweder ihr Weihnachtgeld möglichst schnell verprassen oder, wahrscheinlicher, erhaltene Geschenke umtauschen können. Aus Sicht der TBB Trier hätte die Bescherung am 26. Dezember 2013 besser nicht laufen können, die Gastgeber Telekom Baskets Bonn dagegen wären wohl am Liebsten in den nächsten Laden gerannt, um das Trierer „Geschenk“ wieder zurück zugeben.

Doch der Umtausch war ausgeschlossen: Andi Seiferth und Co. hatten am Feiertag im Telekom Dome kräftig ausgeteilt und den Bonnern 86 Punkte dagelassen – am Ende stand ein 66:86-Auswärtssieg, Seiferth selbst markierte in einem perfekten Spiel die Traumquote von 27 Punkten und 13 Rebounds bei einer Effizienz von 34(!). Der TBB-Kapitän blieb bescheiden: „Wir haben den Ball gut laufen lassen, jeder hat nach dem Extrapass gesucht, so kamen viele leichte Situationen für mich zustande. Natürlich muss man dafür immer noch richtig stehen, aber gut die Hälfte dieser Punkte geht aufs Konto meiner Mitspieler.“

Die Bonner hatten dieser Kollektivleistung von Beginn an wenig entgegen zu setzen, ein merklich angefressener Baskets-Coach Matthias Fischer trug seinen Unmut bis in die Pressekonferenz und sprach davon, dass er soeben in der Mannschaftskabine den Bonner Tannenbaum abgefackelt habe – mit einer Gesichtsfarbe, die seine Worte untermauerte.

Apropos: Der Bonner Baum brannte im neuen Jahr bereits ein weiteres Mal, nämlich als mit Jared Jordan der wahrscheinlich beste Spielmacher der Liga den Verein verließ. Jordan, dem im Schnitt bisher 7,8 Assists für die Baskets gelungen waren (Karierrerekord: 18 gegen die EWE Baskets Oldenburg), war einem Angebot aus Bamberg gefolgt und spielt jetzt für die Brose Baskets. Bonn ließ ihn zwar ziehen, äußerte aber seinen Unmut über die ganze Transaktion mit großer Öffentlichkeitswirkung.

Nichtsdestotrotz: Niederlagen wie die vom 26. Dezember kann man in Bonn getrost als Ausrutscher und Abgänge wie den von Jordan als Nebenkriegsschauplätze sehen. Die Saison läuft bislang zufriedenstellend, die Telekom Baskets legten einen Traumstart mit acht Siegen aus zehn Spielen hin – der neue Coach Matthias Fischer agiert offenbar unbeeindruckt vom langen Schatten seines Vorgängers Mike Koch (mittlerweile in Bayreuth). Auch neuerdings sind die Bonner in der Spur, fünf Siege aus den letzten sechs Partien, darunter ein spektakuläres 98:106 nach zwei Verlängerungen in Bayreuth, bedeuten aktuell Tabellenplatz sechs und stabilen Playoffkurs (sechs Punkte Vorsprung auf Platz neun).

Die Telekom Baskets setzen dabei auf Kontinuität: Ryan Brooks führt mit 14.1 Punkten die Scorerliste an, danach kommt mit Jamel McLean ein absoluter Allrounder – 13.8 Punkte, 7.7. Rebounds und eine Trefferquote von 60% ergeben eine Effizienz von 16.7 im Schnitt. Benas Veikalas (13.5 Punkte) hat seinen tödlichen Distanzwurf auch schon gegen Trier gezeigt – allerdings nicht am zweiten Weihnachtstag, da stellte ihn die Trierer Defense kälter als die Außentemperatur und verurteilte den Litauer zu 0/6 Dreiern. Tony Gaffney ist mittlerweile von seinem Abstecher zu den Memphis Grizzlies in die NBA zurückgekehrt – dass die Baskets ihm seinen Platz warm gehalten hatten, dankt der 29-jährige Power Forward mit 11.6 Punkten und 5.2 Rebounds.

Erst auf Platz fünf der aktuellen Topscorer-Liste findet sich ein Neuzugang: Eugene Lawrence muss das schwere Erbe eines Jared Jordan antreten – nach bisher vier absolvierten Spielen gelingt das dem Mann mit dem lustigen Bart mit 6,8 Assists recht ordentlich. Mit David McCray, Andrej Mangold und Steve Wachalski kann Fischer zudem auf erfahrene deutsche Rollenspieler zurückgreifen.

Ob mit Jordan oder ohne: wenn die TBB Trier einen „dritten Weihnachtstag“ Anfang April einführen will, müsste sie wohl die Taktik vom zweiten wiederholen: Assists verhindern, Distanzschützen klein halten, Ball laufen lassen, Zone dominieren. Ob das nochmal klappt? Man wird sehen. Andi Seiferth spricht jedenfalls im Rückblick von einem „Sahnetag“ und hofft, dass „wir wieder so ein Spiel erwischen und uns zumindest teuer verkaufen werden.“

TBB-Cotrainer Thomas Päch warnt dagegen vor all zu viel Euphorie. „Das Hinspiel sollten wir nicht überbewerten. Die Liga zeigt jede Woche, dass jedes Spiel seine eigene Dynamik hat. Wir haben gut trainiert und die Pokalpause genutzt, es geht aber am Samstag darum, wer besser zurück in den Rhythmus kommt. Bonn hatte jetzt ausreichend Zeit, den Weggang von Jared Jordan, dem Herz dieser Mannschaft, zu verkraften und Eugene Lawrence zu integrieren. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass ihnen das bisher gut gelungen ist.“ Vor allem defensiv ist Lawrence ein großes Upgrade gegenüber Jordan.

Die Arena öffnet um 18 Uhr, die kostenlose Live-Übertragung im webTV von basketball-stream.de startet um 19:30 Uhr mit Hintergrundinfos und Interviews auf www.tbb-trier.de/livestream. Tip Off ist um 20 Uhr. Tickets unter www.tbb-trier.de/tickets, der Hotline 06 51 – 97 90 777 (Luxemburg: 00352 – 20 30 10 11) und an allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional.

Bis Samstag, 13 Uhr gilt übrigens noch die Aktion “B GREEN – Sei grün!“: Tickets für alle drei April-Heimspiele der TBB (gegen Bonn, Berlin und Bamberg) plus Schal & Fahne zum Sparpreis! (red/cw)

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