Lügt das Opfer?

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    TRIER. Am zweiten Verhandlungstag im Prozess wegen schwerer räuberischer Erpressung gegen einen 23-jährigen Trierer vor der 3. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Armin Hardt wurden am Mittwoch, den 2. April mehrere Zeugen vernommen. Dem Angeklagten Marius K. wird vorgeworfen, im Oktober des vergangenen Jahres den Geschädigten Sebastian K. in Konz mit einem Messer bedroht und ihn zur Herausgabe von 700 Euro und einem Mobiltelefon gezwungen zu haben.

    Die für heute geladenen Zeugen waren überwiegend Polizisten, die an der Festnahme und den Ermittlungen beteiligt waren. Diese sagten übereinstimmend aus, dass der vermeintliche Täter die Tat zu jeder Zeit abgestritten habe. Bei der Vernehmung der übrigen an der Tat beteiligten Personen sind jedoch schwere Anschuldigungen gegen den zuletzt bei einer Security-Firma beschäftigten Angeklagten aufgekommen.

    Marius K. habe die Tat ohne ihr Wissen durchgeführt, man sei schockiert über die Tat gewesen und sei in keiner Weise darüber informiert gewesen. Der Angeklagte wittert jedoch eine Verschwörung gegen ihn. Jenny W., die am Tattag das Auto gefahren hat, sein in ihn verliebt gewesen. Er habe die junge Frau aber zurückgewiesen. Aus verletztem Stolz soll sie eine Falschaussage bei der Polizei gemacht haben, um den Angeklagten zu belasten. Auch die anderen beiden Zeugen, die an diesem Abend mit Marius K. unterwegs gewesen sind, belasten den Angeklagten schwer.

    Das Opfer Sebastian K., der sich mit den Händen gegen den Übergriff von K. gewehrt haben soll, trug eine Schnittverletzung am rechten Zeigefinger und einen Riss der Zungenschleimhaut davon, wie der behandelnde Arzt in der heutigen Sitzung bestätigte. Jedoch ordnete Richter Hardt an, ein Glaubwürdigkeitsgutachten zu erstellen, da sowohl der Angeklagte, als auch einige Polizeibeamte bestätigten, dass K. des häufig „Geschichten“ erzähle. Der lernbehinderte Mann habe „oft die Tragweite seiner Taten zunächst nicht gesehen und seine Behauptungen dann später abgestritten“, bestätigte der ihm zugewiesene Betreuer. Gegen das vermeintliche Opfer gab es auch bereits Anzeigen wegen falscher Aussagen und Anschuldigungen, auch zu einer Strafe von 60 Tagessätzen zu je 10 Euro ist er schon verurteilt worden. Außerdem soll er mit Betäubungsmitteln gedealt haben. Aber auch der Angeklagte hat bereits Erfahrung mit der Justiz – er ist einschlägig vorbestraft und sitzt nicht zuletzt daher bereits seit dem 17. Oktober in Untersuchungshaft.

    Der Prozess wird am kommenden Freitag, den 4.April mit der Verlesung verschiedener Urkunden fortgeführt. Weitere Zeugen sind erst für den 11. Juni geladen. (bas)

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