Die machen mich fertig…ääh…fit – in fünf Wochen (Teil 3)

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TRIER. Unser Redakteur Christoph Witt versucht, innerhalb von fünf Wochen fit zu werden. Gelingen soll dies mit den „Wir machen dich fit!“-Programm, das im effectiv Trainingscenter in Ensch angeboten wird. Im dritten Teil geht um Bikini-Figur und seltsam anmutende Pizzateige.

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„Denkt an eure Bikini-Figur!“ – als Mirjam beim Kurs „Functional Workout“ im effectiv Trainingscenter diesen Spruch als Motivationsspritze verwendet, merke ich, dass meine Muskulatur wenige Sekunden später schlapp macht. Bin ich im zweiten Durchgang einfach müde, wie schon eine Woche zuvor oder ist es dieses Bild, das sich nach diesem Spruch unweigerlich in meinem Kopf einbrennt? Das Bild eines 29-Jährigen, der sich binnen weniger Wochen in den Olymp der Fitness hochgearbeitet hat, um dann mit seinem stählernen Astralkörper, der in einen sexy Zweiteiler gezwängt wurde, die Strandpromenade entlang zu flanieren. Ich im Bikini! Harr! Harr!

Da ich um keine Ausrede verlegen bin, schiebe ich es einfach mal auf die Aussage von Mirjam, dass ich am Dienstag in ein kleines Loch gefallen bin. Beim Functional Workout ist es nämlich wie bei der immer wieder gern zitierten Schachtel Pralinen oder der TBB Trier: Man weiß nie, was man bekommt. Dieses Mal war ich mir sicher, für den „Zirkel des Grauens“, der mir den schlimmsten Muskelkater meines Lebens beschert hatte, gewappnet zu sein – schließlich wusste ich, was mich dieses Mal erwartet. Doch die acht Übungen waren, abgesehen von zwei Stationen, völlig anders als eine Woche zuvor – aber keinesfalls weniger anstrengend. Ich frage mich, wie der  Kurs für Fortgeschrittene aussehen muss, der zwei Stunden vorher stattfindet.  Da sollen sich angeblich auch schon Leute übergeben haben, weil sie ihre eigenen Grenzen nicht kannten. Bis ich da mitmachen kann, darf und vor allem will, ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Lecker (?) Pizza!

Ich versuche mich neben den  drei Trainingseinheiten pro Woche auch in punkto Ernährung an die Vorgaben zu halten.  Neben den superleckeren Rezepten, die einem Holger Stromberg an die Hand gibt, suche ich im Internet auch häufig nach anderen Low-Carb-Alternativen (Anm. d. Red.: low-carb: Reduzierung der Kohlenhydrate). Dabei stand bislang sogar zwei Mal Pizza auf dem Speiseplan. Letzte Woche versuchten wir es mit Leinsamen-Teig (geschrotete Leinsamen, Parmesan, Ei). Das hat verhältnismäßig wirklich gut geschmeckt und war schnell vorbereitet.

Am Sonntag dann der Versuch eines Teiges, der mir von mehreren Bekannten empfohlen wurde und für den es im Internet unzählige Rezeptvarianten gibt: Pizzateig aus Blumenkohl. Ja, richtig gelesen, aus BLUMENKOHL!  Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das schmecken und im Entferntesten an Pizza erinnern soll.

Was braucht man dafür?

–          Blumenkohl (da wärt ihr nicht drauf gekommen, oder?), 300 Gramm in der Küchenmaschine zu kleinen Streuseln verarbeitet

–          150 Gramm Käse

–          zwei Eier

–          Ein Teelöffel Oregano

–          Salz

–          Meiner Meinung nach echt seltsame Geschmacksknospen im Mund

Diejenigen, die nicht auf ihre schlanke Linie achten müssen bzw. wollen, fragen sich jetzt sicherlich: Was soll der Scheiß? Eine nachvollziehbare  Frage, denn es gibt in meinen Augen gleich mehrere Gründe, warum dieser Teig bei uns so schnell nicht wieder auf der Speisekarte landen wird.

  1. Das Gefühl, in einer Kohlfabrik zu arbeiten. Die Bude stinkt danach wirklich wie die Hölle. Auch aufgerissene Fenster können nicht verhindern, dass man ständig das Gefühl hat, der Partner habe Verdauungsprobleme.
  2. Bei uns überdeckte der Blumenkohl extrem den Geschmack des Belages (selbe Zusammenstellung wie bei der Leinsamen-Pizza)
  3. Es dauert eeeeeeeewig. 40 Minuten lang muss der Teig vorbacken, danach  nochmal zehn Minuten mit Belag in den Ofen. Vor allem hat man nach dem Gestank, der mit dem Vorbacken einhergeht, schon keinen Hunger mehr. Zu allem Überdruss ist der Teig, der zwar kross aussieht, in etwa so knusprig wie eine frische Scheibe Brot ohne Kruste. Ich korrigiere: Wie eine frische, feuchte Scheibe Brot, ohne Kruste. Er erinnert vom Look an einen überdimensionalen Kartoffelpuffer.
  4. Es gibt eine bessere und schnellere Alternative. Die Leinsamen-Pizza war knusprig, hat den Geschmack nicht negativ beeinflusst und backt nur acht Minuten vor.

Kurz und knapp: Es ist wohl Geschmackssache und vielleicht haben wir das falsche Rezept verwendet, aber den Hype kann ich nach diesem Betriebsunfall absolut nicht nachvollziehen. Ob die Alternativen mit Parmesan oder Ziegenkäse im Teig besser schmecken, werden wir jedenfalls nicht mehr austesten. Immerhin hat uns das Gericht daran erinnert, dass wir uns noch eine Küchenwaage kaufen müssen.  Die letzte ist kaputtgegangen als ich mein aktuelles Gewicht überprüfen wollte.

Am Freitag gibt es ein Update nach dem ersten Zwischentest und den Bericht über den Versuch (nicht strafbar) von  Dr. Stefan Frädrich, die Teilnehmer zu motivieren.  (cw)

 

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