Film der Woche: Zwischen Welten

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TRIER. Im Broadway Filmtheater in Trier läuft seit dem 27.03 der deutsche Film “Zwischen Welten“ vom Regisseur Feo Aladag. In dem Kriegsdrama geht es um die außergewöhnliche Freundschaft zwischen einem in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten und einem ortsansässigen Dolmetscher.  

Inhalt

Jesper ist Bundeswehrsoldat aus Überzeugung. Kurz nach 9/11 wurde er das erste Mal in Afghanistan stationiert. Einige Jahre später soll er nun erneut sein Land in dem südasiatischen Staat vertreten. Seine Einheit erhält den Befehl, ein kleines Dort vor den Terroristen zu schützen. Dabei werden die deutschen Soldaten von Tarik, einem afghanischen Dolmetscher unterstützt. Zunächst herrscht starkes Misstrauen auf beiden Seiten. Doch mit der Zeit freunden sich Jesper und Tarik an. Als die Taliban von der Zusammenarbeit zwischen der Bundeswehr und dem Afghanen erfährt, spitzt sich die Situation schnell zu.

Kritik

Der Film “Zwischen Welten“, der auch während der Berlinale 2014 lief, zeigt genau das, was der Titel verspicht: Soldaten, die sich in einer völlig ungewohnten, fremdenfeindlichen Umgebung wiederfinden. Mit den Landesbewohnern gibt es immer wieder Verständigungsschwierigkeiten und die Präsenz der Soldaten wird nicht immer positiv bewertet. Im Gegenteil, sie werden nicht als Helfer, sondern als bewaffnete Eindringlinge wahrgenommen.

Der Film glänzt vor allem durch eine sehr gute Kameraführung. Insbesondere die Bildwechsel zwischen brachliegendem Ödland und verschwitzen Gesichtern, stellen die Verlorenheit der Einsatztruppe authentisch dar. “Was genau sollen wir eigentlich hier? Sind wir nur der Spielball einer unfähigen Regierung? Werden wir unsere Familien jemals wiedersehen?“ Genau diese Fragen meint man in den Augen der Soldaten zu erkennen.

Man sollte jedoch keinen Actionfilm erwarten, wo andauernd blutige Kämpfe stattfinden. Der Film zeigt eher das unerträgliche, endlose warten.  Auf der einen Seite zeigt der Streifen die Perspektive der überforderten Soldaten. Auf der anderen Seite steht der Blickwinkel zweier Opfer des Taliban-Regimes. Der afghanischen Dolmetscher Tarik hilft der deutschen Truppe bei ihren Verständigungsschwierigkeiten und fordert dafür, im Gegenzug, Schutz für seine Schwester. Denn jede Zusammenarbeit mit Ausländern kann lebensgefährliche Strafen zur Folge haben.

Feo Aladag schaffst es, dem Kinobesucher, ohne großartige Actionszenen, die Sinnlosigkeit und Unerträglichkeit des Krieges zu vermitteln. Auch die Charaktere wissen zu überzeigen. Wer sich für anspruchsvolles Kino und die hier behandelte Thematik interessiert, wird spannende 98 Minuten im Kinosaal erleben. (tw)

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