Schüsse auf Polizisten: Vierter Verhandlungstag

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TRIER. Am Mittwoch, den 26. März, wurde im Landgericht Trier der Prozess gegen drei als sehr gefährlich eingestufte Männer fortgesetzt, die wegen versuchten Mordes an Polizisten und der Einfuhr von Waffen angeklagt sind (lokalo berichtete). Auch am heutigen Verhandlungstag stand die Anhörung einiger an der Verfolgung und Verhaftung der aus Marokko stammenden Männer beteiligten Polizisten an.

Der erste Zeuge war Marc K., ein 43-jähriger Polizeibeamter aus Eupen. Er war am 11. April 2013 an der Suche nach den drei damals flüchtigen Männer beteiligt gewesen. Zudem, so berichtete er, habe er später die Vernehmung durchgeführt: „Monir O. hat bei der Vernehmung arabisch gesprochen. Er berichtete, dass er auf der Rückbank gesessen und dort viel geschlafen habe – so viel, dass er erst durch einen lauten Knall an der Polizeisperre wachgeworden sei. Zudem sagte er, dass er ‚den Fahrer mit der Glatze‘ zu diesem Zeitpunkt nicht gekannt habe.“

Des Weiteren berichtete Marc K., dass der Angeklagte über Verletzungen am Kopf geklagt habe: „Er hat am Kopf geblutet und erzählte uns, dass er sich, um sich vor den Schüssen zu schützen, hinter den Vordersitzen versteckt habe. Er habe also nicht viel von dem ganzen Geschehen mitbekommen.“

Mit Roger M. sagte ein weiterer Polizeibeamter aus Eupen aus. Der 34-Jährige arbeitet bei der Spurensicherung und sollte am 11. April des vergangenen Jahres den zurückgelassenen PKW Ford Focus der Angeklagten auf mögliche Spuren untersuchen. Er berichtete: „An dem Ford Focus war ein deutsches Kennzeichen angebracht, welches die Angeklagten über mehreren anderen Kennzeichen befestigt hatten. Eine Tür des Fahrzeugs stand offen, es waren keine Insassen zu sehen. In dem Auto fanden meine Kollegen und ich einen Akkubohrer/-schrauber, der vermutlich zur An- und Abbringung der verschiedenen Kennzeichen diente. Es gab keinen Schlüssel, dieser wurde mir jedoch später von Kollegen gebracht. Zu Micro-Spuren lässt sich sagen, dass wir einige sichern konnten, zum Beispiel Spuren von Kleidungsstücken auf den Autositzen. Bezüglich möglicher DNA-Spuren kann ich zudem sagen, dass im hinteren rechten Teil des PKWs Blut zu sehen war. Im Fußraum fanden wir einen Beutel der Marke „Armani“, in dem Dinge wie der Akkuschrauber, eine Sturmhaube, ein Revolver und Handschuhe verstaut waren. Der Revolver war nicht schussfähig! Vorne im PKW fanden wir ein weiteres Paar Handschuhe, eine weitere Sturmhaube sowie Pfefferspray. Fingerabdrücke konnten wir lediglich an einer Getränkedose „Red Bull“ feststellen.“

Auf Nachfrage der Richterin Petra Schmitz, was der Polizeibeamte zu den Einschusslöchern sagen könne, sagte dieser, dass er mehrere habe feststellen können, zum Beispiel an der rechten vorderen Stoßstange des PKWs. Nachdem er die Spuren an dem Fahrzeug gesichert hatte, habe er noch die Fingerabdrücke der Angeklagten abgenommen.

Nachdem Studium der Fotos des Fluchtfahrzeugs wurde die Verhandlung für diesen Prozesstag geschlossen. Am Dienstag, den 8. April, steht der nächste Prozesstag an. Laura Dolfen

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