Trierer Studenten in Kenia: WRAP ist mehr als ein dünnes Fladenbrot

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NAIROBI/TRIER. Insgesamt 15 Studenten der Trierer Universität befinden sich derzeit für vier Wochen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi (lokalo berichtete). Nachdem die Gruppe in Nairobi angekommen war und sich mit den kenianischen Studenten und Studentinnen bekannt machen konnte, wenden sich die einzelnen Teams nun ihrer Projektarbeit zu. In den ersten Tagen erwarteten sie kulturelle Unterschiede und angenehme Überraschungen. 

Unser Tagebuch: Miss Koch und die Frauen im Slum von Korogocho

Am ersten richtigen Arbeitstag unserer Projektgruppe besuchten wir Miss Koch am Rand des Slums Korogocho. Bereits die Fahrt mit dem Bus dahin war für uns eine aufregende Erfahrung. Laute HipHop–Beschallung in einem überfüllten Bus auf genauso überfüllten Straßen erwies sich als genauso neu wie die Fahrten zuvor mit den landestypischen Matatus (kenianische Sammeltaxis). Trotz der für Ausländer undurchsichtigen Verkehrs- und Verhaltensregeln kamen wir fast rechtzeitig an unserem Zielort an.

Bei Miss Koch, unserer Betreuerin, wurden wir von Angestellten und der Organisationsleiterin Mrs. Erongdanga sehr herzlich und wohlwollend empfangen. Eine Handvoll Bedienstete, bestehend aus Festangestellten und schwedischen Praktikantinnen gaben uns überraschend offen alle erforderlichen Informationen, um die Organisation und ihre Arbeit ausführlich kennen zu lernen. Nicht nur wir, sondern auch Miss Koch war super auf unseren Besuch vorbereitet und stellte uns passend für unseren Forschungsbereich eine Mitarbeiterin für „Human Rights and Advocacy“ für ein ausführliches Interview zur Verfügung. In 90 Minuten bekamen wir tolle Eindrücke von der Organisation und umfangreiche Informationen über die Probleme der Lebensumstände der kenianischen Frau im Slum von Korogocho.

Am nachfolgenden Tag nutzen wir unsere freien Stunden, um alle Eindrücke zu verarbeiten und gemeinsame Notizen schriftlich zu ordnen, bis unser kenianischer Gruppenpartner nach dem Unterricht zu uns gestoßen war, um den Fragebogen zu perfektionieren. Beim Abschlussgespräch am frühen Abend mit allen deutschen und kenianischen Studenten war auch Professor Nebe die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, weil alles so reibungslos vonstatten ging und erste Erfolge zu verzeichnen waren.

Das Programm zur Bewusstmachung der Rechte von Frauen – kurz WRAP genannt

Am dritten Tag der ersten Arbeitswoche hatten wir ein weiteres Meeting für ein Interview bei der Organisation „Women’s Rights Awareness Programme“ kurz WRAP. Wieder trafen wir uns mit unseren kenianischen Counterparts Clara und Kevin in Nairobi an den üblichen Treffpunkten, welche wir Deutschen anhand einiger großer Gebäude immer gut ausfindig machen, und uns so recht gut im Zentrum dieser großen Stadt voller Menschen und Autos zurecht finden können.

Aufgrund eines Notfalls, zu welchem unsere Ansprechpartnerin gerufen wurde, hatten wir noch zwei Stunden Wartezeit, welche wir nutzten, um über kulturelle Unterschiede und verschiedene Sichtweisen von Themen wie Heirat oder Religion zu diskutieren. Als das Interview dann endlich begann, wurden wir wieder sehr herzlich und offen empfangen. WRAP ist eine Organisation, welche sich hauptsächlich mit häuslicher Gewalt befasst und als Anlaufstation für misshandelte Frauen und Kinder dient. Also eine Art Frauenhaus und Kinderheim, in dem Betroffene in der ersten Zeit psychologische Unterstützung und rechtliche Hilfe erhalten, um ihr Leben neu zu gestalten. Verständlicherweise durften wir aus Rücksicht auf die misshandelten Frauen und Kinder, die Schutz suchten, keine Fotos schießen.

Besonders überraschend war für uns dieses Mal eine ganz andere Organisation erleben zu dürfen, als wir es zuvor „Human Rights and Advocacy“ zwei Tage zuvor gesehen hatten und so nochmals aus einer ganz anderen Perspektive die Probleme der Frauen in der Region Nairobis anschauen konnten und Einblicke in die Arbeit einer Organisation mit einem anderen Schwerpunkt erhielten. Somit waren wir beim abendlichen Austausch unter den Kleingruppen sehr euphorisch und nochmals stärker motiviert. Wir sind gespannt auf die kommenden Tage und die Besuche bei weiteren Organisationen. Diana Richter/Lisa Grüner/Marilena Häring

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