Raubüberfälle in der RegionTrier: Angeklagter schwer belastet

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    TRIER. Das Verfahren wegen diverser Raubüberfälle in Trier gegen den Angeklagten Luis R. wurde am Dienstag, den 25. März, fortgesetzt. Der Angeklagte R. streitet weiterhin ab, die Taten begangen zu haben, eine eindeutige Sachlage im Prozess lässt sich noch nicht erkennen.

    Die Vernehmung des Hauptbelastungszeugen M. stand im Mittelpunkt des Verhandlungstages. Er kennt den Angeklagten aus früheren geschäftlichen Tätigkeiten, in denen er und der Angeklagte Partner waren. Durch seine Aussagen wird der Angeklagte R. besonders schwer belastet. Dieser habe M. und seiner Lebenspartnerin berichtet, dass die verhandelten Überfälle von ihm durchgeführt worden seien und er danach noch weitere geplant hätte.

    Bisherige Zeugen beschrieben den Angeklagten teilweise als brutal und skrupellos, die Freundin des Zeugen M. habe sogar Angst um das eigene Wohl und das der Kinder gehabt. Deshalb habe das Paar, so M., im vergangenen Jahr nicht mehr mit ansehen wollen, dass der Angeklagte weiterhin Raubüberfälle verübe und sich dann für eine Aussage bei der Polizei entschieden hatte. „Weil er es selbst getan hat“, fällt ihm Verteidiger Otmar Schaffarczyk an dieser Stelle ins Wort.

    Eben diese belastenden Aussagen der Zeugen sind nicht nur der Grund dafür, dass sich die Ermittlungen hauptsächlich auf R. fokussierten, obwohl die geschädigten Ehepaare aus Thomm und Heiligkreuz beide den Namen M. während der Ermittlungen ins Spiel gebracht hatten – auf sie stützt sich auch im Wesentlichen die Anklage. Sachbeweise in Form von Spuren am Tatort sind nicht vorhanden. Ein bloßer Verdacht gegen M. habe den Ermittlern nicht ausgereicht, um weitere Schritte gegen ihn einzuleiten.

    Widersprüchlichkeiten wurden neben den belastenden Aussagen während des bisherigen Prozesses deutlich: Neben den drei noch ungeklärten Fällen soll der 47-jährige Angeklagte laut der Zeugenaussage von M. noch von weiteren Überfällen gesprochen haben. Darunter auch ein versuchter Einbruch an der Trevirispassage, bei dem sich der Täter aber keinen Zutritt zur Wohnung habe verschaffen können. Zu diesem Zeitpunkt saß der Angeklagte jedoch in einer Zeugenvernehmung und kann die Tat nicht begangen haben.

    Auch der Zeuge M. verstrickte sich während seiner Zeugenaussagen in Widersprüche. Während der ersten Zeugenvernehmung bei der Polizei hatte er den Ablauf eines Zusammentreffens mit dem Angeklagten noch anders geschildert, als jetzt im Prozess. Bei seiner endgültigen Antwort wirkte er verhalten und unsicher.

    Nicht nur diese Punkte hinterlassen Zweifel. Selbst der Nebenklägerin erscheint es ungewöhnlich, dass sich das Ehepaar M. erst im Jahr 2013, also nachdem die Ermittlungen bereits begonnen hatten, bei der Polizei meldete. Der Schmuck, der in Heiligkreuz und Thomm gestohlen wurde, tauchte außerdem bei der Ehefrau des Zeugen M. wieder auf, welche das Diebesgut der Polizei überreicht hatte. Ihr Mann habe den Schmuck für den Angeklagten verkaufen sollen, was dieser in der heutigen Verhandlung bestätigte.

    Auf die Frage von Richterin Petra Schmitz, woher der Zeuge die Geschädigte aus Trier-Heiligkreuz kenne, welche im Prozess als Nebenklägerin auftritt, nannte dieser eine Imbissbude in der Eurener Straße. Die Nebenklägerin schüttelte daraufhin den Kopf, während der Angeklagte seine Empörung nicht unterdrücken konnte: „Diese Imbissbude gibt es doch erst seit eineinhalb Jahren“, warf dieser daraufhin ein. Alle weiteren Aussagen deckten sich mit den bisherigen Ergebnissen der Verhandlung.

    Zum nächsten Verhandlungstermin, am Dienstag, den 15. April, um 9 Uhr, wird der Zeuge M. erneut erscheinen müssen, um offene Fragen zu beantworten. Seine Lebensgefährtin wird im Anschluss zur Verhandlung erwartet. (mar)

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