Die machen mich fertig…ääh…fit – in fünf Wochen (Teil 2)

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TRIER. Der zweite Teil des Selbstversuchs von Christoph Witt beim „Wir machen dich fit!“-Programm im effectiv Trainings-Center findet ihr hier. Der lokalo-Redakteur mit einer weniger selbstironischen, dafür umso informativeren Ausgabe seiner Serie.

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Drei Mal habe ich mich mittlerweile gequält und ordentlich geschwitzt. Neben unserem kürzlich eingezogenen Katzenbaby namens Vince Kater hatten sich bei meiner Freundin und mir auch noch einige Muskelkater eingenistet. Teilweise an Stellen, bei denen ich nicht Mal wusste, dass man dort Muskeln hat. Gott sei Dank sind die Streuner seit drei Tagen verschwunden.

Los ging es am Dienstagabend mit dem Gruppenfitness-Kurs „Functional Workout“. Personal-Trainerin Mirjam hatte einen Zirkel mit acht Stationen aufgebaut und meinte zu uns Neulingen „das wird ganz locker und total easy“. Die Betonung erinnerte mich sofort an frühere Zahnarztbesuche der Marke „Wir ziehen jetzt den Zahn. Vorher gibt es eine Spritze – dann tut das gar nicht weh“. Is klar…

Hier merkte ich, dass das Fitness-Alter von 76 kein Jahr zu jung ist. Ich war der einzige Mann in der Gruppe und war nach dem ersten Durchgang schon ziemlich fertig. Immerhin konnte ich die bereitliegenden Männergewichte stemmen – ein Teilerfolg. Während dem zweiten Durchlauf wurde aus meiner letzten Station  „Liegestütze“, schon „bäuchlings auf der Matte liegen“. Ganz bitter wurde es im Laufe der finalen dritten Runde. Ich war nach der Hälfte der Stationen schon platt wie eine Flunder. Durch. Kaputt. Im Eimer.

Als ich dann die Liegestütz-Station endlich durchgeschlafen hatte und mich in Sicherheit wähnte, war der Zauber noch nicht vorbei. „So, jetzt geht jeder nochmal an seine Lieblingsstation.“ Lieblingsstation? Meine Ausdauer hat meinem Gehirn ziemlich klar mitgeteilt: „Dieser Zirkel und ich – wir werden keine Freunde mehr!“ Nach je zwei Übungen von je einer Minute an den beiden „Lieblingsgeräten“ war das Workout nach rund einer Stunde vorbei. Meine Bilanz: Geschwitzt wie ein Braten, Springseil zerstört (und Seilspringen kann ich eigentlich sehr gut), aber NACH dem Training und den motivierenden Worten von Mirjam  („Nächste Woche fällt euch das schon viel leichter“ – is klar…warum bin ich nur so leichtgläubig?) so gut gefühlt, dass am kommenden Dienstag noch einmal dieses Workout auf dem Programm steht. Man sieht: Es lohnt sich den inneren Schweinehund zu besiegen und die Belastung auch bei chronischer Unlust durchzustehen.

Am Donnerstag wurde dann der „Milon-Kraft-und-Ausdauer-Zirkel“ genutzt. Personal-Trainerin Michèle passte alle acht verschiedenen Geräte perfekt auf uns an und dann durften wir auch schon loslegen. Chipkarte reinstecken, das Gerät stellt sich automatisch auf die zuvor gespeicherten Einstellungen ein,  Platz nehmen, eine Minute trainieren. Damit niemand zu schnell oder falsch trainiert, zeigt einem das Gerät sogar an, ob die Geschwindigkeit stimmt und wie hoch der Puls ist. Danach folgen 30 Sekunden, in denen alle das Gerät wechseln. Von den Ausdauergeräten (Stepper und Fahrrad) gibt es jeweils drei Stück, weil hier vier Minuten auf dem Gerät verbracht werden und so keine Wartezeiten entstehen können.

Auf dem Video-Bildschirm heißt es: „Fit in 17,5, Top-Fit in 35 Minuten.“ Ich kann nur sagen, dass ich von dem System begeistert bin. Alle wichtigen Muskelpartien werden angesprochen, durch die automatisierten Einstellungen ist es praktisch unmöglich falsch zu trainieren und es ist extrem kurzweilig, da man ständig die Geräte wechselt. Nach dem zweiten Durchgang ist man zudem nassgeschwitzt und fühlt sich trotzdem großartig. Top!

Gestern folgten zwei weitere Durchgänge im Ausdauer-Zirkel, die wieder sehr viel Spaß gemacht haben. Nach einem Sonntagsbrunch gibt es wirklich kein besseres Gefühl, als sich richtig auszupowern.

Sicherlich fragen sich einige: wie ernährt man sich denn, wenn man wirklich in fünf Wochen fit werden will? Mir fällt es persönlich bislang sehr leicht, weil ich gerne und häufig koche. Der „Oh- Gott-ich-kann-doch-nichts-außer-Tiefkühlpizza-Effekt“ blieb also aus. Es gibt keinerlei Verbote, lediglich Tipps. Beispielsweise ist es ratsam, eher auf Vollkorn-Produkte zurückzugreifen, als auf Weißmehl und abends sollte man möglichst keine oder wenige Kohlenhydrate zu sich nehmen.

Bananen-Ananas-Milchshakes, Vollkorn-Pancakes mit Magerquark und Beeren, Mandelmilch-Porridge oder einfach nur ein Eiweißbrot mit Geflügelsalami – die Möglichkeiten beim Frühstück sind sehr vielfältig. Heißen, schwarzen Kaffee darf ich als bekennender Junkie so viel trinken, wie ich möchte. Lediglich mit dem Verzehr der Mindestmenge von vier Litern Wasser am Tag, die bei meinem Gewicht empfohlen wird (0,5 Liter pro 10 Kilogramm Körpergewicht), habe ich meine Probleme.

Besonders gut gefällt mir das Spezialdressing für Salate, das aus Agavendicksaft, weißem Essig, Ingwer, Knoblauch und Pepperoni zubereitet wird. Auch das Lieblingsessen von Per Mertesacker (Fußballnationalspieler), „Tomato Spezialo“, ist sehr lecker. Beide Rezepte kommen aus der „Wir machen dich fit!“-Rezepte-Sammlung des Kochs der deutschen Nationalmannschaft, Holger Stromberg. Auch die weiteren Rezepte wie Steaks-Sandwich und Panko-Hähnchenschnitzel laden zum Nachkochen ein, und werden kommende Woche auf Herz und Nieren bzw. Geschmack und Sättigungsgrad getestet. Wie Strombergs Namensvetter Bernd sagen würde: Läuft!

Diese Woche werde ich wohl noch einige der Rezepte genauer vorstellen und ein Update zum Training geben. Stay tuned! (cw)

 

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