TBB Trier: 67:74-Niederlage bei Schlusslicht Tübingen

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TRIER. Vier Spieler mit guter Leistung reichen einfach nicht: In der Paul-Horn-Arena musste sich die Basketballer der TBB Trier den Walter Tigers Tübingen mit 67:74 geschlagen geben. Die Neckarstädter spielten nervös, doch Trier verstand es nicht die Verunsicherung des Tabellenletzten, der bis dato erst ein Heimspiel in der laufenden Saison gewonnen hatte, auszunutzen. Vor allem die Bankspieler enttäuschten auf ganzer Linie. Sie steuerten lediglich sieben Punkte bei. Jermaine Bucknor wurde schmerzlich vermisst.

Für Jermaine Bucknor kam das Spiel gegen das Tabellenschlusslicht noch zu früh. Der Kanadier stand nicht im Aufgebot der Trierer. Henrik Rödl hatte schon im Vorfeld des Spiels vor den Tübingern gewarnt, die im Spiel schnell heiß laufen können. Jermaine Anderson musste auf der Bank Platz nehmen. Stattdessen startete Trier mit Trevon Hughes, Laurynas Samenas, Mathis Mönninghoff, Vitalis Chikoko und Andreas Seiferth in die Partie.

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Die Moselstädter brachten von Beginn an den Ball zu Andreas Seiferth unter den Korb. Tübingen wirkte extrem nervös und brauchte einige Zeit, bis sie offensiv in das Spiel fanden. Nach einem Dreipunktspiel von Radosavljevic führten die Tigers mit 7:8 – doch Trier antwortete mit einem 7:0-Lauf. Der starke Laurynas Samenas und Trevon Hughes brachten die Trierer in der Paul-Horn-Arena mit 14:8 in Front. Tigers-Coach Perovic reagierte mit einer Auszeit, die Wirkung zeigte. Tyrone Nash und Co. bissen sich in die Partie und glichen binnen 90 Sekunden zum 14:14 aus. Am Ende eines extrem wilden ersten Viertels, bei dem sich die Trierer unverständlicherweise dem Spielstil der Tübinger anpassten, leuchtete aus Trierer Sicht ein 17:19-Rückstand von der Anzeigetafel.

Der zweite Anzug der TBB machte einen ganz schwachen Eindruck. Absolut unstrukturiert ermöglichte man den Tübingern, auf acht Punkte davonzuziehen (19:27). Erst mit der Einwechslung der Starter kam wieder Besserung ins Spiel der Gäste, die sofort wieder Andreas Seiferth suchten und fanden. Der deutsche Nationalcenter war sowohl als Ballverteiler, als auch als Punktelieferant Gold wert. Die Moselaner verkürzten auf 26:30, ließen aber mehrere Gelegenheiten aus, noch näher an die Tigers heranzukommen. Perovic nahm eine Auszeit, die allerdings nach hinten losging. Dreier von Samenas und Hughes sorgten sogar für die knappe 34:33 Halbzeitführung der TBB.

Spektakulär startete die zweite Halbzeit: Laurynas Samenas traf gegen zwei Gegenspieler vom Parkplatz. Leider gab es wenig später eine Schrecksekunde. Trevon Hughes verließ beim Stand von 39:36 das Spielfeld in Richtung Kabine. Tübingen nutzte die Gelegenheit und übernahm durch fünf Punkte von Ex-NBA-Profi Daequan Cook, der in der ersten Halbzeit noch punktlos blieb, wieder die Führung(43:41). Trier wollte offensiv wieder zu häufig mit dem Kopf durch die Wand, lebte meist vom überragenden Samenas (18 Punkte, vier von fünf Dreier). Als dann Radosavljevic und Wallace mit je drei Punkten auf 51:46 erhöhten, nahm Henrik Rödl eine Auszeit.

Der Headcoach stellte auf eine Zonenverteidigung um, die seine Mannen am Ende der ersten Halbzeit wieder heranbrachte. Zwar gelangen nun mehrere defensive Stops gegen die Schwaben, aber offensiv fehlte die Durchschlagskraft. Mit einem 50:53-Rückstand ging es in den entscheidenden Spielabschnitt.

Trevon Hughes übernahm zu Beginn des Schlussviertels Verantwortung und brachte sein Team mit vier Punkten in Serie wieder auf 57:58 heran. Das komplette Team zeigte in dieser Phase eine enorm aggressive Körpersprache. Hughes war es dann auch, der per Dreier die Trierer fünf Minuten vor Schluss mit 62:60 in Führung brachte. Doch Branislav Ratkovica, der ungewohnte Qualitäten von jenseits der 6,75-Meter-Linie zeigte und ingesamt sehr stark spielte, antwortete postwendend. Cook zeigte ebenfalls Crunch-Time-Qualitäten und legte per Dreier nach – Rödl sah sich beim Stand von 63:66 und Freiwürfen für Bogdan Radosavljevic zu einer Auszeit gezwungen.

Samenas und Seiferth brachten Trier circa eine Minute vor Schluss auf einen Punkt heran (67:68), doch Radosavljevic dunkte sein Team 61 Sekunden vor Spielende wieder zur 67:70-Führung. Die Spannung war spürbar, Henrik Rödl bat noch einmal zur Besprechung. Doch Tübingen blieb nervenstark und Trier ließ mehrere gute Gelegenheiten liegen. Jonathan Wallace machte alles für seine Mannen klar. Am Ende stand aus Trierer Sicht ein deprimierendes 67:74 auf der Anzeigetafel. Vor allem die Trierer Bankspieler enttäuschten mit lediglich sieben Punkten – allein sechs Zähler davon kamen von Jermaine Anderson, der überraschend nicht in der Starting Five stand.(cw)

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