TBB Trier: Vorsicht vor bissigem Tabellenletzten

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TRIER. Gastspiel beim Tabellenletzten, aber dennoch keine leichte Aufgabe: Die TBB Trier tritt am Samstag, 20 Uhr, in der Paul Horn Arena gegen die Walter Tigers Tübingen an. Die Mannschaft von Igor Perovic konnte lediglich vier Siege einfahren und steht mit dem Rücken zur Wand. Bei den Moselstädtern steht ein großes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Jermaine Bucknor, der weiterhin mit Sehnenproblemen zu kämpfen hat.

Während die TBB Trier sich nach einer durchwachsenen Anfangsphase mit vielen Verletzungssorgen und einigen knapp abgegebenen Spielen mittlerweile gefunden hat, ist man in Tübingen in dieser Saison nicht vom Erfolg verwöhnt. Das Team von Trainer Igor Perovic konnte bis jetzt lediglich vier Partien für sich entscheiden. Damit stehen die WALTER Tigers Tübingen mit acht Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Die TBB belegt aktuell Platz 13, konnte sich also nach unten Luft verschaffen und fährt mit Rückenwind aus zwei knapp gewonnen Heimspielen in Folge an den Neckar.

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Doch einfach wird es im „Tigerkäfig“, der Paul-Horn-Arena, trotz allem nicht. Das belegen die letzten Partien der Gastgeber, die die Tübinger knapp gestalten konnten. Am vergangenen Spieltag war medi Bayreuth in Tübingen zu Gast. Die Gastgeber hatten bis zum letzten Viertel die Oberhand im Kellerduell, brachen dann erneut erst in der Schlussphase ein. „Der Druck war immens groß und wir konnten damit überhaupt nicht umgehen“, äußerte sich Tigers Coach Perovic. „Wir waren uns der Bedeutung dieser Partie bewusst, je näher aber das Spielende kam, desto größer war die Verunsicherung und die Verkrampfung bei all unseren Spielern.“ Nicht ganz unverständlich: Während die Tigers letztes Jahr nach konstanten Vorsaisons die Playoffs knapp verpasst hatten, wurden sie dieses Jahr schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Das wiederum war eher verwunderlich, denn aufgrund der konstanten Leistungen und des personell verstärkten Kaders galten sie erneut als Playoff-Aspiranten.

Hoffnung schürte unter anderem die Verpflichtung von Jonathan Wallace. Wallace kam von Oldenburg und München über Belgien (er spielte für Ex-TBB-Coach Yves Defraigne) nach Tübingen. Mit 12,7 Punkten ist der amerikanische Point Guard Topscorer der Tigers. Er sollte nach den Abgängen von Vaughn Duggins (Le Mans), Reggie Redding (ALBA BERLIN) und Kennie Frease (Quakenbrück) zusammen mit Johannes Lischka das Scorer-Problem der Tübinger lösen. Der allerdings spielt unfreiwilligerweise die Hauptrolle in der vielleicht tragischsten Geschichte der Saison: Nach der operativen Entfernung eines Gehirntumors kam Lischka zwar zurück aufs Parkett, konnte jedoch als Folge des Eingriffs nicht mehr an seine starke Form vom Saisonbeginn anknüpfen. Noch im Hinspiel in Trier hatte der 26-Jährige 16 Punkte markiert. Für Tübingen bedeutete das einen herben Verlust, vor allem im offensiven Output: Die Tigers haben die schlechteste Differenz der Liga und mit nur 1763 erzielten Punkten über 200 weniger als die TBB.

Einiges versprach im Vorfeld auch die Verpflichtung des Münchner Duos Aleksandar Nadjfeji und Bodgan Radosavlijevic. Nadjfeji war zunächst als Co-Trainer und Stand-By-Trainer geholt worden, er avancierte aber schnell mit über 23 Minuten Spielzeit zu einem wichtigen Bestandteil der Rotation. Der 20-jährige Radosavlijevic konnte sich im internen Centerduell der Tübinger gegen Robert Oehle durchsetzen und hat sich seit seiner U20-EM Teilnahme stetig verbessert. Mit dem NBA-erfahrenen Shooting Guard Daequan Cook (insgesamt 328 Einsätze, unter anderem für die Chicago Bulls und die Miami Heat) hat Igor Perovic im Januar einen Topspieler an den Neckar gelotst, der aktuell auf 12,4 Punkte und 4,7 Rebounds kommt. Allerdings ist seine Wurfquote unterirdisch. Kein Zufall bei Spielern, die viele Würfe nehmen, findet Laurynas Samenas. „Wenn du derjenige bist, der immer gesucht wird, wenn es gegen Ende eines Spielzugs geht, geht auch die Quote automatisch nach unten. Das kann jedem passieren“, äußerte sich der Litauer ehrfürchtig gegenüber dem Gewinner des 3-Point-Shootout der NBA aus dem Jahr 2009. Ebenfalls zweistellig punkten Alex Harris (kam aus Bremerhaven) mit 11,9 und Anatoly Kashirov mit 10,9 Punkten.

Doch auch diese Spieler konnten den momentanen Abstiegsplatz nicht verhindern. Perovic ist aber dennoch vorsichtig optimistisch: „Es wird sehr schwer den Abstieg noch zu verhindern, doch wir geben nicht auf.“

TBB-Cotrainer Thomas Päch warnt indessen davor, die Tübinger Tiger zu unterschätzen: „Sie stehen mit dem Rücken an der Wand – das allein ist schon immer gefährlich. Wenn man die Ergebnisse der letzten Spiele sieht, mit zwei gegen Bamberg verloren, gegen Ulm 18 aufgeholt – das darf man nicht leicht nehmen. Sie haben eine stark veränderte Mannschaft im Vergleich zum Hinspiel, viele neue Gesichter mit individueller Qualität. Jeder von denen ist in der Lage zu punkten und ein Spiel zu drehen. Wir müssen, wie gegen Ludwigsburg, 40 Minuten lang konzentriert sein und dürfen ihnen nicht erlauben, ihre Qualität zu zeigen.“

Dabei werden Henrik Rödl und Thomas Päch möglicherweise erneut auf die Dienste von Jermaine Bucknor verzichten müssen: Der kanadische Power Forward schlägt sich immer noch mit Sehnenproblemen im linken Unterarm herum. „Es zieht sich länger hin als erwartet“, so Päch am Mittwoch. „Wir testen im Training, wie es sich für ihn anfühlt; man muss abwarten, wie weit er am Samstag ist.“

Die TBB Trier muss die Reise nach Tübingen nicht alleine antreten, ein Fanbus wird sich zur lautstarken Unterstützung mit auf den Weg machen. Daheimgebliebene können das Spiel ab 19:30 Uhr im webTV verfolgen: basketball-stream.de überträgt live aus der Paul-Horn-Arena, zu sehen auf www.tbb-trier.de/livestream. (red/cw)

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