Sensation verpasst

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TRIER. Nichts war es mit der Sensation gegen den Ligaprimus aus Hessen. Unter den Augen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Oberbürgermeister Klaus Jensen konnten die GOLDMANN Dolphins Trier am Samstagabend lange gegen den Favoriten mithalten, am Ende schwanden die Kräfte jedoch. Nach dem Spiel wurde es dann noch einmal emotional. Janet McLachlan wurde unter großem Applaus verabschiedet.

Knapp 650 Zuschauer kamen in die Halle am Mäusheckerweg, darunter auch die Führungsspitzen aus Land und Stadt und sie sollten nicht enttäuscht werden. Wer von einer klaren Niederlage der Dolphins ausging, sah sich getäuscht.

Von Beginn an entwickelte sich ein schnelles Spiel, in dem beide Mannschaften einfache Punkte erzielen konnten. Dann der Bruch im Spiel der Trierer. Nach zwei Offensiv-Fouls gegen Karlis Podnieks fand das Team um Topscorer Dirk Passiwan nicht richtig ins Spiel zurück und eröffnete Lahn-Dill einfache Würfe. Am Ende des  ersten Viertels sah es danach aus, als ob die Favoriten auf die Meisterschaft das Spiel schon für sich entschieden haben. Mit 12:24 ging es in die Pause. Die kurze Unterbrechung nutze Passiwan, um seine Mannschaft noch einmal an die historische Chance aufmerksam zu machen und es wurde richtig laut an der Seitenlinie.

Seine Mannschaft hatte die Botschaft offensichtlich verstanden.  Mit einer 5:0-Serie konnte man den Vorsprung verkürzen. Auch wenn Topscorer Passiwan noch nicht richtig im Spiel war, übernahmen andere seine Aufgabe. Punkt um Punkt kämpften sich die Dolphins heran. Gästetrainer Zeltinger konnte es nicht gefallen haben, was seine Mannschaft gespielt hat. Immer wieder musste er an der Seitenlinie agieren, um neue Anweisungen zu geben. Es war alles drin nach 20 Minuten, mit 32:36 ging es in die Halbzeit.

In Halbzeit zwei blieb es das enge Spiel des zweiten Viertels. Kein Team konnte sich absetzen. Nikolai Zeltinger reagierte früh, nahm eine Auszeit, um seine Mannschaft zu organisieren. Passiwan mahnte sein Team zur Hochhaltung der Konzentration. Man spürte, dass die Sensation möglich war. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt Diana Dadzite und auch Chad Jassman bereits mit vier Fouls belastet. Dies lag jedoch weniger am harten Spiel, sondern vielmehr an de teilweise kleinlichen Pfiffen der drei Schiedsrichter. (48:53/30.) Zu Beginn des Schlussviertels sah es danach aus, als ob die Trierer gegen nervös wirkende Hessen das Spiel drehen könnten. Beim Stande von 55:57 wurden jedoch zwei einfache Schüsse vergeben, Lahn-Dill nutzte auf der anderen Seite nun konsequenter seine Möglichkeiten. Die Partie stand bis zwei Minuten vor Spielende auf der Kippe. Dann brachte eine 6:0-Serie des deutschen Meisters die Entscheidung. Trier kämpfte zwar aufopferungsvoll, was von der Halle mit Standing Ovations honoriert wurde, allerdings war der Abstand zu groß, um die Hessen noch einmal ernsthaft in Gefahr zu bringen. Mit 65:78 ging das Spiel verloren. Der Auftritt der Dolphins macht allerdings Mut für das zweite Spiel in den Playoffs am kommenden Samstag in Wetzlar.

Nach der Schluss-Sirene wurde es dann noch einmal emotional. Janet McLachlan, die wohl beste Rollstuhlbasketballerin der Welt wurde nach vier Jahren in Trier verabschiedet. Sichtlich gerührt nahm die Kanadierin Abschied von den Fans und der Mannschaft. Sie wird nach der Saison aus beruflichen Gründen in ihre Heimat zurückkehren.

Stimmen zum Spiel:

Dirk Passiwan: „Die Mannschaft hat sich auf dieses Spiel gefreut und ich denke, dass man das auch gemerkt hat. Wir haben 40 Minuten Höchstleistung gebracht gegen die wohl beste Mannschaft der Welt. Wir haben noch Hoffnung für das Spiel in Wetzlar. Mit der Unterstützung der Fans und der gleichen Einstellung wie heute wird es vielleicht auch wieder ein enges Spiel.“

Nikolai Zeltinger (Trainer Lahn-Dill): „Es war ein hartes Stück Arbeit heute. Wir waren aber darauf vorbereitet. Sicherlich haben wir nicht unseren besten Basketball gespielt, aber der Gegner muss dies ja auch zulassen. Ich weiß nicht, wann wir in Deutschland schon das letzte Mal gegen eine Mannschaft so lange Probleme hatten.“

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