Film der Woche: Die Bücherdiebin

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TRIER. Im Broadway Filmtheater in Trier läuft seit dem 13.03 der Film “Die Bücherdiebin“ vom Regisseur Brian Percival. Mit dem gleichnamigen Buch eroberte Markus Zusak vor einigen Jahren die Bestsellerlisten. In aufwendig ausgestatten und beeindruckenden Bildern bringt Percival die Geschichte von Liesel Meminger nun auf die Kinoleinwand.

Inhalt

Liesel Meminger  ist ein außergewöhnliches und mutiges Mädchen. Während des Zweiten Weltkriegs zerbricht ihre Familie und Liesel kommt zu den Pflegeeltern Hans und Rosa. Durch die Unterstützung ihrer neuen Familie lernt sie das Lesen und ist schnell fasziniert von Büchern. Als Max, ein jüdischer Flüchtling bei der Familie versteckt wird, entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen ihm und dem Mädchen. Für Liesel und Max werden die Macht und die Magie der Wörter und ihre Phantasie zur einzigen Möglichkeit, den turbulenten Ereignissen, die um sie herum geschehen, zu entfliehen.

Kritik

Wenn internationale Filmemacher ihren Blick nach Deutschland richten, ist das Resultat meist ein Streifen, der während des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte spielt. Auch die erfundene Handlung in “Die Bücherdiebin“ spielt zur Nazi-Zeit. Jedoch bewegt sich der Film mehr in Richtung atmosphärisches Portrait, als dass exakte historische Fakten aufgebarbeitet werden.

Der Beststeller wurde mit viel Liebe fürs Detail adaptiert. Das Setdesign wirkt sehr überzeugend, allgegenwärtig wehen Nazi-Flaggen, die zur Stimmung beitragen. Als Mischung aus zeitgenössischem Drama und Coming-of-Age-Story erfüllt Percival das selbstgesteckte Ziel soweit mehr als ordentlich. Das liegt zum einen an der authentischen aufspielenden jungen Protagonisten, deren Perspektive, dank guter Kameraarbeit, nie aus dem Fokus verloren wird, als auch an den schauspielerischen Größen wie dem Oscar-prämierten Geoffrey Rush und der großartig aufspielenden Emily Watson.

Leider kommt der Film aber nicht drum herum, einige Klischees zu bedienen und zu gewollt auf die Tränendrüse zu drücken. Das verstärkt die ohnehin vorhandenen, im Gegensatz zu dem harten Kriegsalltag stehenden,  märchenhaften Tendenzen und schrammt gelegentilch nur knapp am Kitsch vorbei. (tw)

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