„Den Anwohnern wurde viel zugemutet“

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    TRIER. Erst Ehrang, dann Schneidershof hoch über der Bitburger, schließlich die Treviris-Passage im Herzen Stadt: Roger Lewentz hatte am Freitag das volle Trier-Programm. Der Landes-Chef der SPD in Rheinland-Pfalz war zwar in seiner Eigenschaft als Infrastrukturminister an der Mosel, ein gerüttelt Maß Wahlkampf steckte aber ebenfalls in seinem Besuch – schließlich wollen die Genossen am 25. Mai nicht nur bei der Europa-, sondern auch in den Kommunalwahlen punkten.

    von Eric Thielen

    Tue Gutes und rede darüber. Roger Lewentz kennt seinen Goethe. Zumindest handelt er danach, auch im Sinne seiner Trierer Parteifreunde. Den Kindern der Tagesstätte auf Schneidershof war es recht, schließlich bekommen sie nicht jeden Tag einen waschechten Minister hautnah zu sehen. Eine willkommene Abwechslung für die Kleinen vom üblichen Tagesprogramm. Schnittchen, Limo und gesunde Äpfel gab es gratis. Entsprechend ausgelassen war die Stimmung hoch über Trier – bei strahlendem Sonnenschein und vorsommerlichen Temperaturen.

    Harte Fakten gab es natürlich auch. Der gut zwei Millionen schwere dreispurige Ausbau der Bitburger auf Höhe der Napoleonsbrücke war eine der größten Baumaßnahmen in der jüngeren Geschichte Triers. Rund 2300 Kubikmeter Fels wurden gesprengt oder abgefräst. „Und wie man sieht, es hat sich gelohnt“, sagte Lewentz. „Wenn man bedenkt, dass 2025 rund 30.000 Fahrzeuge diese Strecke täglich nutzen werden, dann ist das gut investiertes Bürgergeld“, so der Minister.

    Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) erinnerte daran, dass zunächst nicht an eine Vollsperrung der Bitburger gedacht worden sei. Das habe sie erst durch einen Anruf von Oberbürgermeister Klaus Jensen erfahren. „Und der kam morgens um sieben Uhr, kurz vor dem Betriebsausflug.“ Dass die allenthalben befürchteten „Horror-Szenarien dann doch nicht eingetreten sind, macht uns alle stolz“. Das Projekt sei in kürzester Zeit abgeschlossen worden – als gelungene und effektive Maßnahme.

    Im Herzen der Stadt hat die Dezernentin hingegen noch viel vor. Der Ausbau der Treviris-Passage war demnach nur der Auftakt für die Umgestaltung der Nord-Süd-Verbindung mit Umweltspur für Radfahrer und Fußgänger über die Walramsneustraße und den Nikolaus-Koch-Platz. Auf die erst jüngst hochgekommene Kritik hinsichtlich der zu hohen Bordsteine und der schlechten Beschilderung, die vor allem Ortsunkundige immer wieder dazu verleitet, die Passage verbotswidrig mit dem Auto zu durchfahren, ging Kaes-Torchiani bei der offiziellen Eröffnung am Freitagnachmittag nicht ein. „Natürlich gibt es immer kleine und große Aufreger, aber insgesamt ist der Ausbau reibungslos verlaufen und gut gelungen“, betonte sie. Änderungen an Gestaltung oder Beschilderung sind jedenfalls im Rathaus aktuell nicht geplant.

    „Den Anwohnern ist sicher viel zugemutet worden“, sagte OB Jensen. Aber so sei das eben nun einmal mitten in einer Stadt. Verständnis äußerte der OB auch für den Unmut der Geschäftsleute. „Das war sicher nicht einfach für viele. Ich kann mich nur für die Geduld bedanken.“ Fünf Monate war die Passage gesperrt, der Busverkehr wurde komplett umgeleitet. Knapp eine Million Euro kostete der Ausbau – einschließlich der großflächigen Unterkellerung des Ausbaubereichs. 700.000 Euro musste die Stadt tragen, 300.000 Euro schoss das Land hinzu.

    „Dafür hat Trier heute einen Verkehrsknotenpunkt für den ÖPNV mitten in der Stadt, der barrierefrei und auch für Radfahrer und Fußgänger nutzbar ist“, betonte Lewentz. „Wenn man bedenkt, dass hier rund 900 Busse täglich durchfahren, dann kann sich diese Leistung mehr als sehen lassen.“ (et)

    1 KOMMENTAR

    1. Ja, unsere Baudezernentin läßt sich mal wieder feiern. Aber wofür?
      -Treverispassage: jetzt ganz toll ausgebaut als Rennstrecke für Taxis und Paketautos. Der Bordstein viel zu hoch und der radius falsch, so das ein sicheres Einsteigen in Busse mit Rollstuhl/ Kinderwagen unmöglich wird.
      – Umgehung Ehrang und Loebstraße: was nützt es , wenn zwar die Bewilligung da ist, bzw. der erste Spatenstich ausgeführt ist und sich danach lange nichts mehr tut?
      Schönes Beispiel: Die neue Feuerwache Ehrang; Der Spatenstich war im Jahr 2012. Aber dann ist dem Stadtrat, als alles Klar war mal eingefallen, das man ja für einen Zweckbau unbedingt einen Architektenwettbewerb machen muss.

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