Startschuss für Ausbau der Loebstraße

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    TRIER-EHRANG. Der Zeitpunkt war gut gewählt: Beim Spatenstich für die Ortsumgehung in Ehrang übergab der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) am Freitagmittag seinem Parteifreund Klaus Jensen den Bewilligungsbescheid für den Ausbau der Loebstraße. Damit können die bereits mehrfach verschobenen Arbeiten an der Buckelpiste im Trierer Norden voraussichtlich im Herbst starten, wie Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) gegenüber lokalo erklärte. Für den ersten der insgesamt drei Bauabschnitte stellt das Land gut eine Million Euro zur Verfügung. Der Gesamtkosten aller drei Abschnitte belaufen sich auf rund acht Millionen Euro.

    von Eric Thielen

    Das passte zum Wetter – und natürlich zum Wahlkampf. Strahlender Sonnenschein am Ufer der Kyll in Ehrang, ein strahlender Minister, und ein bestens gelaunter Oberbürgermeister: Klaus Jensen wusste bereits seit Donnerstag, dass Parteifreund Roger Lewentz den Bewilligungsbescheid für den Ausbau der Loebstraße in der Tasche haben würde. Doch im beginnenden Kommunalwahlkampf klotzt natürlich jeder mit den Pfunden, die er hat. Die SPD regiert in Mainz, der Minister war zu gleich drei Terminen auf Stippvisite in Trier – nichts lag also näher, als die Überraschung öffentlichkeitswirksam auch im eigenen Sinne zu vermarkten.

    Am für Trier positiven Ergebnis ändert das nichts. Die Loebstraße wird – voraussichtlich von Herbst an – ausgebaut. Das städtische Tiefbauamt kann mit den Ausschreibungen für den ersten Abschnitt beginnen. Dessen bewilligungsfähige Kosten liegen bei rund 1,55 Millionen Euro, wovon das Land etwas mehr als eine Million trägt. „Die Gesamtkosten werden wohl bei rund acht Millionen Euro liegen“, sagte Jensen am Freitagnachmittag gegenüber lokalo. „Und ich bin froh, dass es endlich losgehen kann.“ 2007 hatte die Stadt bereits einen Bescheid vorliegen, der dann allerdings durch Einsprüche von Anliegern zu Makulatur wurde.

    Die umfangreichen Arbeiten an der Loebstraße sollen nach Auskunft von Kaes-Torchiani analog zur Sanierung der Herzogenbuscher Straße durchgeführt werden. Eine Vollsperrung soll es demnach nicht geben. Geplant ist, die Fahrbahn während der Maßnahme teilweise oder ganz zu verlegen, um so allen Anliegern – hier vornehmlich den ansässigen Betrieben – freie Zufahrt zu ihren Grundstücken zu ermöglichen. Die Dauer der Bauarbeiten sei derzeit noch nicht absehbar, sagte die Dezernentin.

    Seiner Freude hatte Jensen bereits drei Stunden zuvor in Ehrang Ausdruck gegeben. Dort aber nicht nur über den Ausbau der Loebstraße, sondern auch über den Spatenstich zur Ortsumgehung durch die B422. Anfang der 1970er Jahre kam erstmals die Idee einer Umgehung für den noch jungen Trierer Stadtteil auf. 1981 war die Trasse schon einmal Flächennutzungsplan ausgewiesen. Dennoch gingen weitere 33 Jahre bis zur endgültigen Realisierung in die Stadt.

    Die 650 Meter lange Umgehungsstraße wird rund neun Millionen Euro kosten – einschließlich der Grundstücksankäufe und Nebenmaßnahmen. Gut die Hälfte davon trägt das Land. Zwischen Kylltal- und Friedhofstraße verläuft die Trasse über das ehemalige Ehranger Mühlengelände. Ein Kreisel kurz hinter dem Bahnübergang wird den Verkehr lenken, wobei die neue Umgehung den Stadtteil deutlich vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Zum Ufer der Kyll hin wird ein Fußweg angelegt, ebenso weiträumige Grünflächen.

    Möglich wurde die Realisierung auch durch die Aufnahme Ehrangs in das Projekt „Soziale Stadt“. Lewentz kündigte an, in den kommenden Jahren weitere zwei Millionen Euro für Projekt bezogene Maßnahmen in Trier bereitzustellen. „Das bedeutet wieder mehr Luft für Ehrang, aber auch für Trier-West und Trier-Nord“, so der Minister. Jensen bezeichnete die neue Trasse als „Schlüsselmaßnahme für Ehrang“, um die Entwicklung im Ortsteil deutlich zu forcieren.

    Musikalisch umrahmt wurde der Ehranger Spatenstich von der Big Band des Friedrich-Spee-Gymnasiums unter der Leitung von Dominik Nieß.

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    1 KOMMENTAR

    1. Schlechte Nachrichten für die loebstrasse.wer sich den Plan mal genauer ansieht und realistisch denkt kann sich diesen Ausbau nicht wirklich wünschen…Ausbau ja, aber nicht so! Wir leben und arbeiten in der Loebstr, alle die nur durchfahren mögen sich freuen,alle anderen wohl eher nicht.

    2. Leute Leute. Ihr glaubt doch nicht im Ernst, das dieses Jahr irgend etwas in der Loebstraße gebaut wird ? Oder? Es ist ein Bewilligungsbescheid da. Na und? Jetzt muss das ja erst mal in den Dezernatsausschuss, in den Ortsbeirat und in den Stadtrat. Dann muss die Baudezernentin es in Ihrem Amt bearbeiten, sprich Detailpläne und Ausschreibung. Zur Erinnerung: Bei der Feuerwache 2 in Ehrang war sogar schon Spatenstich. Und danach ist es dem Stadtrat mal eingefallen: Wir wollen einen Wettbewerb. Fazit: Immer noch kein Stein gemauert. Keine Ausschreibung. Nach fast 2 Jahren.

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