TBB Trier: 78:77 gegen Ludwigsburg – Chikoko mit RIESEN Spiel

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TRIER. Was für ein Sieg vor 3317 Zuschauern in der Arena Trier! Angeführt von einem überragenden Vitalis Chikoko (17 Punkte, 6 Rebounds) besiegte man den Playoff-Kandidaten Neckar RIESEN Ludwigsburg nach einer nervenaufreibenden Schlussphase mit 78:77.

Bei Trier fehlte erneut Jermaine Bucknor, der mit Sehnenproblemen zu kämpfen hatte. Ohne den Kanadier, soviel war sicher, würde die Aufgabe noch schwieriger werden, als ohnehin. 

Ein Start nach Maß sieht definitiv anders aus, als der der Trierer gegen die MHP Riesen Ludwigsburg. Die Moselstädter hatten von Beginn an riesige Probleme gegen die aggressiven Gäste, die schon früh zweistellig in Führung gingen (4:15). Vor allem das Trio um Frankfurt-Matchwinner Adam Waleskowski, Michael Stockton und Calvin Harris tat den Trierern weh. Sie erzielten zusammen 20 Punkte im ersten Viertel, das mit 13:24 an die Barockstädter ging. Auf Trierer Seite fiel lediglich Andreas Seiferth mit 6 Punkten positiv auf.

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Im zweiten Viertel lief es dann endlich besser für die TBB. Vitah Chikoko und Andy Seiferth ackerten am Korb und verkürzten bis Mitte des zweiten Viertels auf sieben Punkte Rückstand (21:28). John Patrick sah sich zu einer Auszeit gezwungen. Doch die Schützlinge von Henrik Rödl kamen jetzt besser mit dem Druck der Gäste klar. Bemerkenswert: Ein Unsportliches Foul von Shawn Huff an Andreas Seiferth, der trotzdem den Korb mit anschließendem Bonusfreiwurf verwandelte. Beim Stand von 26:30 wollte Patrick seine Spieler erneut zur Besprechung – und Rödl packte den nächsten taktischen Kniff aus. Durch Zonenverteidigung blieb das Momentum bei der TBB, die angeführt vom starken Duo Chikoko/Seiferth sogar die Führung eroberten (36:32). Chikoko fiel an beiden Enden des Spielfelds positiv auf und machte eine ganz starke Partie gegen den Playoffanwärter. Er zeigte gegen die Presse sogar Spielmacher-Qualitäten und half souverän den Ball über die Mittellinie zu bringen. Am Ende eines extrem starken zweiten Viertels ging es mit 37:35 in die Halbzeitpause.

Im dritten Viertel verlief die Partie sehr ausgeglichen. Keaton Grant übernahm das Ruder bei den Riesen und setzte offensiv und defensiv Ausrufezeichen. Durch den us-amerikanischen Topscorer gelang es den Gästen wieder die Führung zu erarbeiten (45:49), doch die Antwort von Chikoko und Co. folgte auf dem Fuß (53:50). Es ging rauf und runter – beide Teams brachten 110 Prozent Einsatz auf das Parkett. Bitter aus Trierer Sicht: Bedingt durch diese Intensität waren Samenas und Seiferth schon im dritten Spielabschnitt mit je vier Fouls vorbelastet. Mit 60:56 ging es in den entscheidenden Durchgang.

Dort setzte sich der muntere Schlagabtausch fort. Die TBB ging dahin wo es weh tut und tat gut daran. Die Dreierquote lag zu diesem Zeitpunkt bei sieben Prozent (1 von 15). Chikoko sorgte mit vier Punkten in Serie für vier Punkt und einen Schock beim Trierer Team. Nach einem erfolgreichen Korbleger zum 68:64 blieb er mit einem Krampf auf dem Boden liegen. Der Simbabwer musste ausgewechselt werden. Es war der Beginn eines 10:1-Laufes der Gäste. Keaton Grant war in dieser Phase von keinem TBB-Spieler zu stoppen. Rödl reagierte mit einer Auszeit und mahnte, den Ball wieder unter den Korb zu bringen. Dass Trier sich ausgerechnet mit zwei Drei-Punkte-Würfen im Spiel hielt, passte zu diesem verrückten Basketball-Spiel. Beim 75:77 wollte John Patrick seine Spieler auf die letzten 1,5 Minuten einstimmen. 

Es ging genauso intensiv weiter. 30 Sekunden vor Schluss glich Trier durch den bärenstarken Seiferth aus, nachdem Anderson ihn mustergültig bedient hatte. 77:77. Ludwigsburg vergibt, Chikoko schnappt sich den Rebound, wird von Grant, der den Punktestand scheinbar nicht im Kopf hat, fünf Sekunden vor Ende gefoult. Der Power-Forward verwandelt den ersten, setzt den zweiten daneben. Auch den letzten Versuch der Gäste, das Parkett zu überbrücken, fängt der Spieler des Tages ab. Der Rest ist eine große Party in der Arena. Bucknor ist der erste Gratulant bei Chikoko – ein Spiel, das auch den letzten Zweifler vom Kampfgeist der TBB überzeugt haben dürfte. (cw)

1 KOMMENTAR

  1. Es war ein spannender und unterhaltsamer Abend in der Arena mit einem überragenden Vita Chikoko als Spieler des Tages.

    Eine Anmerkung aus Sicht eines zahlenden Zuschauers sei erlaubt:

    Dass der manchmal gefühlt wichtigste Mann des Trierer Basketballs und Hallensprecher (sowie Angestellte der TBB) mit wenig Feingefühl eben jenen Spieler zunächst während der wohlverdienten Ehrenrunde der Mannschaft für sein „Privatprojekt“ zum Interview bittet ist m.E. sehr unglücklich und unfair den wartenden und zahlenden Fans gegenüber.

    Dass er im Anschluss einen seiner Mitarbeiter vor den versammelten Augen und Ohren zahlreicher Zuschauer (und Kinder) lautstark auffordert, sein hinteres Körperende mit der Zunge zu berühren ist einfach nur unprofessionell und mehr als peinlich.

  2. @dauerkarteninhaber:und mit ein grund für die zuletzt schlechten Zuschauerzahlen! ich hab mir den livestream angesehen,normalerweise bin ich in der halle!

  3. Vita Chikoko: sensationell. Ansonsten gilt, dass Freitagsspiele immer schlechter besucht sind, weil es für viele Leute wegen ihres Jobs nicht möglich ist, rechtzeitig (oder überhaupt) zum Spiel zu kommen. Die Sache mit dem livestream halte ich auch für kontraproduktiv. Von Auswärtsspielen zu berichten, ist super. Aber bei Heimspielen???? Da macht sich nur Herr Schmidt die Taschen voll. Verdienen sollte bei Heimspielen aber der Verein. Das sollte sich die Chefetage der TBB mal überlegen.

  4. Zum Projekt Live-Stream mag man stehen wie man will.

    „Taschen voll machen“? Das geschieht mit Sicherheit nicht. Um das zu berechnen reicht das kleine 1&1.

    „Ich schaue mir den Live-Stream und gehe nicht in die Halle“ ? Weswegen beschwert sich dann ein TBB Fan? weil es den Stream gibt, Er nicht in der Halle ist, weil er für den Stream zahlen möchte, etc? unverständlich.

    Die TBB muss bewegte Bilder vom Spiel an die BBL liefern (und hat diese Aufgabe übertragen), nicht nur das Produkt zum Spiel gegen Ludwigsburg kann sich sehen lassen: http://www.beko-bbl.tv/embed/7a38b6608e … 54d2ab7c84

    Ein solches Produkt hat Auswirkungen auf die bundesweite Sponsorensuche. Wurde in der letzten Stunde über 300 mal angeschaut. Zum Montag wahrscheinlich einige tausend Zugriffe.

    Bitte also etwas ruhig mit dem anonymen Rundumschlag.

  5. Wenn es sportlich läuft, braucht der gemeine Trierer Fan natürlich etwas anderes, über das er sich aufregen kann. Ihr habt doch nicht mehr alle Latten im Zaun…

  6. Nehme an hier schreiben einige Fastbreaker, die dieses Projekt die ganze Zeit kritisch sehen, da Ihnen ja die Fans bei den Fahrten ausbleiben.

    Fakt ist, dass diese Übertragungen sowieso in 1-2 Jahren Pflicht für alle Vereine sein werden und man auf die Livestream-Broadcasts stolz sein kann. Schuld an der schlechten Zuschauerzahl ist einzig und allein das Team, das mit der Lustlos-Phase viele Gelegenheitsfans verschreckt hat.

  7. @typisch:Und wenn sie sich auf den Kopf stellen,der Livestream ist für die Zuschauerzahlen in der Halle kontraproduktiv!

  8. Dass im Publikum viele, vor allem in Block C, wegen Schmidt murren, kann ich bestätigen. Ihn hier so anzugreifen, ist aber echt daneben! Dass er sich wichtiger als den Verein nimmt, ist doch totaler Blödsinn. Er schießt als Hallensprecher oft über das Ziel hinaus, aber er engagiert sich.

    Dazu kommt, dass man ihm wegen dem Livestream dunken muss. Das ist ganz hohes Niveau und bei jedem Auswärtsspiel freut es mich wieder, dass wir hier ein paar Verrückte haben, die sich da engagieren. Die Taschen voll macht sich beim Trierer Basketball sicher niemand!

    Zum Artikel: Kuriose Endphase sehr schön zusammengefasst. War ein tolles Spiel 🙂

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