Schüsse auf Polizisten – Der dritte Prozesstag

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    TRIER. Der Prozess gegen drei wegen versuchten Mordes und der Einfuhr von Waffen angeklagte Männer (lokalo berichtete) ging am Donnerstag, den 13. März weiter. Im Mittelpunkt des Prozesstages standen hauptsächlich Anhörungen verschiedener an der Verfolgung und Verhaftung beteiligter Polizisten.

    Für großes Aufsehen und Verwunderung im Trierer Landgericht sorgte jedoch einer der Angeklagten: Said B., der Fahrer des Fahrzeugs aus dem während der Verfolgungsjagd die Schüsse auf Beamte abgegeben wurden, behauptete, von der albanischen Mafia zu seiner Beteiligung an dem Verbrechen gezwungen worden zu sein.

    Metalldetektoren, Taschenkontrollen und mehrere Polizeibeamte: Das erwartete die Besucher des Trierer Landgerichts am heutigen Donnerstag – rund um den Prozess gegen die wegen versuchten Mordes und der Einfuhr von Waffen angeklagten Said B., Abdelrahim M. und Monir O. waren die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. Wie bereits am ersten Prozesstag konzentrierte sich das Gericht auf die Vernehmung von an der Verfolgung und Verhaftung der drei Männer im Alter zwischen 28 und 40 Jahren beteiligten Polizisten. So schilderten die beiden belgischen Beamten Günther G. und Mischa S., wie sie versucht hatten, die flüchtigen mutmaßlichen Täter mit einer Straßensperre aufzuhalten, was ihnen allerdings aufgrund der Breite der Straße nicht gelungen war. Aufgrund des vorher eingegangen Funkspruchs über die von den Angeklagten ausgehende Gefahr hatten die Beamten das Feuer eröffnet, allerdings ohne Erfolg. Lediglich die Heckscheibe des Fluchtfahrzeugs war nach einem Treffer von Mischa S. zu Bruch gegangen. Weitere Polizisten, die in verschiedenen Funktionen in die Verfolgung und Festnahme des marokkanisch stämmigen Trios eingebunden waren, schilderten ebenfalls ihre Beteiligung am Einsatz und ergänzten die Aussagen ihrer Kollegen.

    Für Aufregung und stellenweise auch Erheiterung sorgte jedoch ein Anderer: Said B., Fahrer des Fluchtfahrzeugs. Er behauptete, wenige Tage vor seiner Verhaftung von einem Fremden angesprochen und später in einem Café mit vorgehaltener Waffe aufgrund seiner Deutschkenntnisse zu einer Beteiligung an dem geplanten Überfall in Deutschland gezwungen worden zu sein. Laut eigener Aussage wusste Said B. nicht, wohin er fahren sollte, er habe vor der Fahrt ein Navigationsgerät mit bereits eingegebenem Ziel erhalten. Wie er zu der Waffe, die sich laut Aussage von zwei Polizisten in seiner Hosentasche befand, gekommen war, sei ihm schleierhaft, er vermute, sie sei ihm während der Fahrt in die Jackentasche (!) gesteckt worden. Der Angeklagte beteuerte, die albanische Mafia stecke hinter allem, er habe befürchtet, in den mit Blaulicht und Sirene ausgestatteten Zivilfahrzeugen der Polizei befänden sich Mafiosi, auch das belgische Einsatzfahrzeug, mit dem Günther G. und Mischa S. die Straße gesperrt hatten, sei nicht als solches zu erkennen gewesen. Ebenfalls übersehen und überhört hat Said B. offenbar die Pistolenschüsse, die sein Beifahrer abgefeuert haben soll: Er erklärte, er sei so aufs Fahren konzentriert gewesen, dass er nichts dergleichen wahrgenommen habe. Die Staatsanwaltschaft dankte Said B. anschließend für den „Einblick in die Märchen aus tausendundeiner Nacht“, auch alle anderen Anwesenden waren sichtlich irritiert von den Äußerungen des Angeklagten.

    Fortgesetzt wird der Prozess gegen Said B., Abdelrahim M. und Monir O. am kommenden Dienstag, den 18. März, um 9 Uhr. Weitere Prozesstermine werden voraussichtlich folgen. (jow)

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