Auf Spurensuche nach NS-Tätern in Trier

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    TRIER. Beim Gedenken an die Zeit der Hitler-Diktatur in Deutschland geht es zu Recht vorwiegend um die Opfer. Doch nicht nur der ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Triers, Benz Botmann, hat bei seinen öffentlichen Reden immer wieder die Frage nach den Tätern gestellt.

    Mit einer Vortragsreihe werden nun Menschen vorgestellt, deren Lebensweg sich mit der Stadt Trier kreuzt und die in besonderer Weise aktiv wurden in diesem „Projekt der Unmenschlichkeit“. Gefragt wird auch, wie sie zur Rechenschaft für ihre Taten gezogen wurden oder ob sie auch nach dem Krieg Karriere machten.

    Mit Dr. Harald Turner und Paul Wipper stehen zu Beginn zwei NSDAP-Funktionäre im Mittelpunkt eines Vortrags, zu dem der Arbeitskreis „Trier im Nationalsozialismus der AG Frieden“ (AGF) am Donnerstag, dem 20. März 2014 einlädt. Kooperationspartner sind die Volkshochschule der Stadt Trier, die Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz e.V. und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

    Turner trat 1924 als Verwaltungsbeamter und Anfang der 1930er Jahre als SS-Sturmbannführer in Trier in Erscheinung. Als Chef der Militärverwaltung und hoher SS-Führer ging er ab 1941 mit großer Brutalität gegen Juden und Roma in Serbien vor.

    Wipper war Aktivist der Hitler-Bewegung in Saarburg und Trier. Nach seiner Ernennung zum Kreisleiter der NSDAP im Bezirk Trier-Land deckte er einen Korruptionsfall innerhalb der Nazi-Partei auf. Jahrzehnte nach dem Krieg wurde er in der Friedensbewegung aktiv.

    Dr. Turner wird vorgestellt von Joachim Hennig, ehem. Richter aus Koblenz, Paul Wipper wird porträtiert von Thomas Zuche, Mitarbeiter des Arbeitskreises „Trier im Nationalsozialismus“ der AGF.

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