Konzer Messerstecher vor Gericht

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    TRIER. In der heutigen ersten Verhandlung vor der 1. Großen Jugendkammer unter Vorsitz von Richter Albrecht Keimburg gegen den Deutsch-Tunesier René S. verweigerte der 20-jährige Angeklagte nach Verlesung der Anklageschrift Angaben zu seiner Person und zur Sache. Ihm wird vorgeworfen, aus Habgier und Wut einen Drogendealer in Konz niedergestochen zu haben.

    Da René S. keine Angaben zu seiner Person machen wollte, wurde seine Mutter als Zeugin vernommen, um die Lebensumstände des Angeklagten sichtbar zu machen. Petra H. schilderte der Kammer, dass ihr erster Ehemann und Vater von René und seinem Zwillingsbruder tunesischer Herkunft seien und die Kinder 1996 nach einem Urlaub in seiner Heimat, gegen ihren ausdrücklichen Willen, dort behalten hätte. Erst 2010 hätten ihre Kinder via Facebook den Kontakt wieder gesucht. Bereits ein Jahr später habe sich der Vater – auch wegen der aufkommenden Unruhen in den nordafrikanischen Ländern – dazu bereit erklärt, die beiden Jungen nach Deutschland reisen zu lassen, um ihnen eine bessere Zukunft zu bieten. René und sein Bruder seien in Deutschland gut integriert gewesen, hätten Freunde gehabt  und Ausbildungen begonnen. Dass der Angeklagte Probleme mit Alkohol und Drogen gehabt habe, davon wisse die Mutter nichts.


    Als zweiter Zeuge wurde der am Tattag anwesende Clemens T., ein enger Freund des Opfers, vernommen. Er wusste vom Konsum des Opfers Max W., von einer Verkaufstätigkeit habe er keine Ahnung gehabt. Dies habe er erst am Tattag erfahren. Die Vorgänge am 27. September 2013 schilderte er wie folgt: Man habe schon den ganzen Tag zusammen verbracht. Zuerst haben sich die beiden jungen Männer in der Wohnung des Verstorbenen aufgehalten, wo Max W. Marihuana gewogen und verpackt habe.

    Gegen Abend sei man dann zusammen im Auto von W. zur Grundschule in Konz gefahren. T. wartete im Auto, als sich das Opfer mit potentiellen Kunden getroffen und unterhalten hat. Erst nachdem er Geräusche vernommen habe, sei er ausgestiegen. Er sah seinen Freund, der sich die Brust und den Bauch hielt und den Angeklagten, der mit einem Messer auf ihn zu kam und ihm drohte, dass etwas passieren würde, wenn er die Polizei rufen würde. Dann habe der Angeklagte kurz von ihm abgelassen, um den, zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Straße liegenden, Max W. nach Geld und Drogen zu durchsuchen. Dann kam der Angeklagte zurück zum Zeugen T., bedrohte ihn erneut und zwang ihn, das Auto zu durchsuchen. Als jedoch nichts Wertvolles zu Tage kam, habe der Angeklagte und auch die zwei potenziellen Kundinnen den Tatort rasch verlassen.  Bei der Aussage des Zeugen kam es zu einigen Widersprüchen mit seiner Aussage bei der Polizei am Tatabend. Diese erklärte sich der Zeuge allerdings damit, dass er in den vergangenen sechs Monaten versucht habe, das Geschehen zu verdrängen und zu verarbeiten.

    Nach einer Pause sollte der Prozess eigentlich mit der Vernehmung zweier Frauen fortgesetzt werden, die beim Angeklagten Betäubungsmittel erwerben wollten.

    Allerdings gab es in der Pause eine Absprache zwischen Staatsanwalt Eric Samel und der Verteidigerin Martha Schwiering. Diese wurde dann auch an die Kammer herangetragen. Mit Zustimmung der Nebenklage wurde Folgendes festgelegt: Dem Angeklagten René S. wird für den Fall einer vollständigen Einlassung im Sinne der Anklage und bei Verwendung von Jugendstrafrecht zugesichert, dass die Kammer auf eine Jugendstrafe erkennen wird, die 8 Jahre und 6 Monate nicht unter- und 9 Jahre und 6 Monate nicht überschreiten wird.  Richter Keimburg fügte hinzu, dass nach Aktenlage das Jugenstrafrecht wahrscheinlicher ist und die besondere Schwere der Tat fast auszuschließen sei.

    Der Vertreter der Nebenklage, Rechtsanwalt Marco Liell, stimmte dieser Absprache zu, fügte allerdings eine Erklärung seiner Mandantin, der Mutter des getöteten Max W., hinzu: „Schweren Herzens hat sich meine Mandantin dazu entschlossen. Sie hat ihren Sohn verloren und kann es nicht verstehen, warum die Schwere der Tat nicht festgestellt werden kann. Es ist nur schwer zu akzeptieren.“

    Die Verhandlung wird am Dienstag, den 25.3. um 9 Uhr mit der Verlesung von Gutachten und dem Bericht des psychiatrischen Gutachters Dr. Ingo Baltes fortgesetzt. Zeugen sollen nicht mehr gehört werden.

    lokalo wird Sie über den weiteren Prozess auf dem Laufenden halten. (bas)

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    1 KOMMENTAR

    1. Wenn das gut integriert ist frag ich mich wirklich was in unserem Land alles verkehrt läuft ! Meine Meinung: sofort abschieben!

    2. Schlimme Kindheit, auf Drogen, gute Sozialprognose – im Namen des Volkes 100 Sozialstunden und 2 Jahre auf Bewährung. Ich sehe es schon kommen und könnte kotzen! Die armen Eltern und Geschwister von Max müssen wegen diesem Arsch ihr Leben lang mit dem Verlust klar kommen. Abschieben! Soll sich sein Heimatland mit ihm rumschlagen und finanzieren. Eine gerechte Strafe gibt es leider nicht. R.I.P. Max

    3. Integriert, vielleicht doch. Nur in nicht gerade in die gesellschaftlich positive Richtung…sind viele deutsche Namen hier, vor rassistischen Urteilen sollte man sich das auch mal durch den Kopf gehen lassen…der Dealer tut ja auch nichts gutes und ist anscheinend auch deutscher….

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