77 Millionen für den Nürburgring

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NÜRBURG. Es ist entschieden: Die Düsseldorfer Unternehmensgruppe Capricorn hat den Zuschlag für den insolventen Nürburgring für einen Kaufpreis von 77 Millionen Euro erhalten. Capricorn will weitere 25 Millionen Euro in den Nürburgring investieren.

Lange hat es gedauert, jetzt ist es raus. Die Insolvenzverwalter haben auf einer Pressekonferenz in Koblenz die Entscheidung verkündet. Der Nürburgring ist verkauft und zwar nicht an die bisher favorisierte amerikanische H.I.G. Investmentgesellschaft H.I.G. sondern an den Autozulieferer Capricorn, der auch im Gewerbegebiet Nürburgring mit 100 Mitarbeitern produziert und dort auch ein Testcenter hat. Der 1. Januar 2015 ist Stichtag, ab dann übernimmt Capricorn die Führung am Ring.

Wie hatte Ex-Ministerpräsident Kurt Beck einst 2009 bei der Eröffnung des „neuen Nürburgring“ gesagt: „Der Nürburgring wird den rheinland-pfälzischen Steuerzahler keinen Cent kosten.“ Das war wohl nichts. Rund 250 Millionen der 330 Millionen Baukosten des riesigen Skandalbaus wird der Steuerzahler nun endgültig berappen müssen. Wie sagte der ehemalige Landesvater auch einst bei einer SPD-Veranstaltung: „Der neue Nürburgring wird ein solcher Erfolg, da wollen später noch einmal alle die Väter dieses Erfolges sein.“

Davon kann absolut keine Rede mehr sein, niemand will heute mehr etwas mit dem Skandal zu tun haben, wie die Prozesse gegen Ex-Finanzminister Ingolf Deubel und Ex-Geschäftsführer Walter Kafitz zeigen. Keiner will Schuld gewesen sein, keiner weiß etwas Genaues und keiner will etwas falsch gemacht haben. Vom angeblichen Investor Kai Richter ist schon gar nichts mehr zu hören und zu sehen aus seinem kleinen Eifeldörfchen Kirsbach.

Wie geht es jetzt weiter? Robertino Wild, Geschäftsführer von Capricorn, will das Eifeldorf „Grüne Hölle“ mit seinen Restaurants und dem Hotel wegen der totalen Pleite und Nachfrage weitgehend abreißen lassen und zurückbauen. Auch der erst vor Monaten erstmals in Betrieb gegangene Ring-Racer hat keine Zukunft mehr am Nürburgring, er steht vor dem Aus und soll woanders hin verkauft werden. Am Betrieb am Nürburgring soll sich, so Robertino Wild, nichts ändern. Es wird weiter Touristenfahrten geben und die „Grüne Hölle“ wird auch weiterhin Mittelpunkt des Rennsports in Europa bleiben.

Ganz in trockenen Tüchern ist der Verkauf an Capricorn allerdings noch nicht. Die EU-Kommission muss noch zustimmen. Es geht noch darum, ob am Nürburgring illegale Beihilfen des Landes geflossen sind und diese zurück bezahlt werden müssen – womöglich auch vom neuen Besitzer. (hega)

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1 KOMMENTAR

  1. Jawohl, es lebe die SPD! Es lebe die neue Eifel-Mafia mit Ihren „Pate“ Kurt Beck ! Wir saublöden Steuerzahler dürfen das Nürburgelend berappen. Unser „Saubermann“ („Der Nürburgring wird den rheinland-pfälzischen Steuerzahler keinen Cent kosten.“)kann ja dafür nicht mehr verantwortlich gemacht werden, weil er ja rechtzeitig den Kopf aus der Schlinge gezogen hat und sein Amt (Gott sei Dank) abgegeben hat! Und Frau Dreyer versteckt sich hinter der Unschuld nichts dafür zu können! Danke für diese tolle Rechnung liebe SPD!

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