Verteidiger stellt Befangenheitsantrag

    0

    TRIER. Am Dienstag, den 11. März, wurde der Prozess gegen einen 59-jährigen Mann aus der Verbandsgemeinde Wittlich-Land fortgeführt. Er muss sich vor der 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichts Trier unter Vorsitz von Richterin Petra Schmitz wegen versuchten Totschlags verantworten (lokalo berichtete).

    Zu Beginn des Verhandlungstages stellte der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Gordon Gniewosz aus Koblenz, zwei Anträge. Zum einen forderte er die richterliche Befragung einer weiteren Zeugin hinsichtlich einiger, seiner Meinung nach wichtigen Beweisfragen. Zum anderen wollte er, dass auch die Schwester des Angeklagten sowie eine andere unbekannte Frau vernommen werden: „Die Frauen können über einige negative Fakten über Eva W., die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten, berichten. Sie könnten zum Beispiel bestätigen, dass sie in früheren Zeiten im Rotlichtmilieu gearbeitet hat. Dies macht deutlich, dass mein Mandant keineswegs Grund dazu gehabt hätte, eifersüchtig zu sein, denn er hat einen solchen Job problemlos akzeptiert. Am letzten Verhandlungstag wurde er ja als sehr eifersüchtig dargestellt.“

    Der Sinn und Zweck der beiden Anträge war den anderen Verfahrensbeteiligten jedoch unklar, da es sich bei diesem Prozess keineswegs um einen Familienrechtsprozess handelt.

    Nach einer kurzen Beratung verkündete Richterin Petra Schmitz dann die Beschlüsse der Kammer: „Beide Anträge werden zurückgewiesen, da sie unbedeutend für das Verfahren sind, in dem wir uns befinden.“

    Nicht zum ersten Mal hatte die Kammer somit Anträge des Verteidigers zurückgewiesen. Die erneute Ablehnung seiner Anträge war dem Rechtsanwalt dann wohl zu viel. Er stellte einen Befangenheitsantrag gegen die Kammer. Sein Vorwurf, sie würde wichtigen Fakten keine Aufmerksamkeit schenken: „Bei einer Tat im familiären Umfeld ist es wichtig, solchen Anträgen wie den unseren Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Indem das Gericht solche Anträge jedoch ablehnt, zeigt es uns, dass es solche Dinge nicht mit in diesen Prozess einfließen lassen möchte. Zudem wurde in den vergangenen Wochen auf die Befragung der jüngsten Tochter verzichtet, was wir nicht als positiv ansehen!“

    Nach einer kurzen Beratung des Gerichts verkündete die Vorsitzende, man werde den Antrag weiterleiten. Eine andere Kammer muss nun über den Befangenheitsantrag entscheiden.

    Am 21. März soll die Verhandlung dann fortgeführt werden. (lau)

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.