Paukenschlag zum Auftakt

0

BIETIGHEIM. Was für ein Auftakt in die Abstiegsrunde: Die Trierer Bundesliga-Handballerinnen setzten sich in Bietigheim mit 23:22 (9:11) durch und setzten ein dickes Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenverbleib. Top-Torschützin Katrin Schneider sorgte mit einem fulminanten Schlagwurf drei Sekunden vor Ultimo für Freudentaumel auf Trierer Seite.

Mit einer Wette auf einen Sieg der DJK/MJC Trier zum Auftakt der Abstiegsrunde der Frauenhandball-Bundesliga in Bietigheim hätte man ordentlich Geld verdienen können. Bietigheim war als bestes von sechs Teams in die Runde gegangen, Trier als zweitschlechtestes. Wohl nur Berufsoptimisten konnten daher an ein solches Resultat glauben. Selbst die Beteiligten hatten einen Erfolg wohl nicht auf der Rechnung gehabt – sonst hätte es diese euphorischen Reaktionen nicht gegeben.

„Das ist der absolute Wahnsinn und tut unserer Seele so gut“, so Schneider voller Euphorie kurz nach Spielende. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragte Torfrau Jessica Kockler heraus. Zahlreiche Paraden der 23 Jahre alten Saarländerin sorgten dafür, dass die Miezen immer in Schlagdistanz blieben und am Ende das Glück des Tüchtigen hatten.

Beide Teams kamen schwer in die Partie: Während es für Bietigheim um quasi nichts mehr geht, kämpfen die Miezen in den kommenden drei Monaten ums sportliche Überleben. Dementsprechend nervös agierten die Moselstädterinnen. Da aber auch die Gastgeberinnen nur wenig zusammen brachten, fielen in den ersten zehn Minuten gerade mal fünf Treffer. Anschließend kam Bietigheim allerdings besser in die Partie, auch weil die Mannschaft von Spielertrainerin Cristina Cabeza Gutiérrez im Angriff zu viele Fehler machte. In der 24. Minute lag Trier mit 5:10 zurück – eine weitere Pleite schien sich anzubahnen.

Aber die MJC kämpfte, hielt dagegen und zeigte längst vergessen geglaubte Qualitäten: Leidenschaft, Herz und Kampfgeist. Beim 9:11 zur Pause war die Partie offen, auch weil die Abwehr an diesem Abend funktionierte. In Hälfte zwei entwickelte sich eine intensive und kampfbetonte Begegnung. Nach 40 Minuten gelang Natalie Adeberg der 16:16-Ausgleich, der zweite Auswärtssieg der Saison war auf einmal greifbar nah. Und die Moselstädterinnen glaubten auf einmal an ihre Chance, warfen sich mit unbändigem Willen in jeden Zweikampf.

„Heute haben wir gezeigt, worauf es im Abstiegskampf ankommt“, so Cabeza und ergänzte: „Wenn wir so zusammen spielen, kämpfen und weitermachen, haben wir immer eine Chance.“

In der turbulenten Schlussphase übernahm vor allem Schneider Verantwortung. Triers frischgebackene Sportlerin des Jahres war es denn auch, die den fulminanten Schlusspunkt setzte. Mit drei Treffern feierte Franziska Garcia nach überstandenem Kreuzbandriss ein starkes Comeback. (red)

DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck (n.e.), Vogt (n.e.); Sattler (n.e.), Garcia (3), Mohr (1), Schneider (7/1), Czanik (1), Vallet (5), Adeberg (4/3), Pilmayer (1), Kordel (n.e.), Derbach (n.e.), Cabeza (1)

Beste Werferinnen für Bietigheim: Behnke (7), Covic (6/3)

Spielfilm: 3:3 (10.), 5:10 (24.), 9:11 (30.), 16:16 (42.), 19:19 (50.), 23:22 (60.)

Schiedsrichterinnen: Sandra Senk/Miriam Jarke – Zuschauer: 400

Jetzt lokalo liken und alle aktuellen News rund um Trier und die Region, inklusive Luxemburg, sofort sehen und KOSTENLOS lesen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.