Film der Woche: Saving Mr. Banks

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TRIER. Im Broadway Filmtheater in Trier läuft seit dem 06.03 der Film “Saving Mr. Banks“ vom Regisseur John Lee Hancock. Der Streifen beschäftigt sich mit den Anfängen von Walt Disney in der Filmbranche und der Adaption des Buches Mary Poppins von P.L. Travers. Darüber hinaus wird das Verhältnis zwischen den beiden eigenwilligen Menschen thematisiert und die Gründe für die emotionale Bindung von Travers an die Hauptfigur aus ihrem Buch dargestellt.

Kritik

Tom Hanks als Walt Disney? Das kann nur gut gehen, oder? Jedenfalls war dies die große Schlagzeile, als bekannt wurde, dass der mehrfache Oscargewinner in die Rolle des Helds des wohl bekanntesten Filmproduzenten für Zeichentrickfilme schlüpft. Die schauspielerische Leistung von Hanks ist einmal mehr sehr gut, da es ihm gelingt, eine gewisse Authentizität zu wahren und Disney gut verkörpert.

Beim genaueren Betrachten handelt der Film jedoch primär von dem Verhältnis  zwischen Disney und P.L. Travers, die unter keinen Umständen eine andere Interpretation ihres Werkes auf der Kinoleinwand sehen möchte.  Das Ganze wurde von John Lee Hancock inszeniert, der sich mit dem Film “The Blind Side“ international einen Namen gemacht hat.

Auch wenn die Vermarktung des Film vermuten lässt, dass es hauptsächlich um das Leben von Walt Disney geht, wird der Kinobesucher schnell merken, dass dem nicht so ist. Im Vordergrund steht die Autorin des Kinderbuches “Marry Poppins“ P.L. Travers, die gar nicht nach Hollywood passt und erschrocken darüber ist, was Disney aus ihrer Hauptfigur machen will. Dabei wird die Vergangenheit der Kinderbuchautorin in Rückblenden gezeigt, wodurch verständlich wird, warum ihr die Titelfigur so wichtig ist.

Die Atmosphäre des Films stimmt, das beeindruckende Klaviersolo wird man so schnell nicht wieder vergessen und auch die Kostüme sorgen dafür, dass sich der Zuschauer in eine andere Zeit zurückversetzt fühlt. Dennoch wirkt das Ganze etwas zu makellos, fast schon zu perfekt und hinterlässt somit den faden Beigeschmack, nicht mehr als ein kleiner Werbefilm der Disneystudios zu sein.

Unter dem Strich ist Hancock dennoch ein guter Film gelungen. Wenn sich der Kinobesucher von der Vorstellung löst, eine Biographie von Walt Disney zu sehen und mit etwas mehr Offenheit und Neugierde in den Kinosaal geht, steht einem unterhaltsamen Erlebnis nichts im Wege. (tw)

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