TBB Trier: Gemeinsam gegen den großen FC Bayern

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TRIER. Am Sonntag muss die TBB Trier um 18 Uhr beim FC Bayern München antreten. Eine Herkules-Aufgabe, denn bislang mussten die Münchner in der laufenden Spielzeit nur eine Niederlage vor heimischem Publikum hinnehmen – undzwar vor knapp zwei Wochen gegen die Artland Dragons. Die momentane Doppelbelastung der Isarstädter aus Euroleague Top16 und Ligabetrieb steigert allerdings die Chancen auf einen Coup. Für Henrik Rödl ist das Spiel gegen die neue Basketballmacht „eines wie jedes andere“.

„Mia san mia“ gegen „Mir sinn Trier“: Wenn die TBB Trier am kommenden Sonntag nach München fährt, sind Beobachter, wie so oft, versucht, vom „einfachsten Spiel des Jahres“ zu reden. Henrik Rödl lässt diese Einstellung auch dieses Jahr nicht gelten – die Begegnung mit dem dominanten Tabellenführer sei „ein Spiel wie jedes andere“.

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Dass es am Sonntag alles andere als leicht wird – geschenkt. Auswärtssiege im Audi Dome haben ligaweit Seltenheitswert. Der Tabellenführer hat bis jetzt erst eine Heimniederlage gegen die Artland Dragons zu verzeichnen. Coach Svetislav Petic machte noch vor der Saison klar, wo er sein Team sehen will: „Unser erstes Ziel ist, dass wir jeden Tag besser werden. Wir werden unser Schicksal in die Hand nehmen, damit wir dort landen, wo wir hinwollen.“ Im FC Bayern-Klartext kann „wo wir hinwollen“ nur heißen: ganz oben und vor allen anderen. Der FC Bayern ist auf dem besten Weg seine bisher erfolgreichste Saison in der Beko BBL zu spielen. In der Liga stehen die Isarstädter momentan an der Tabellenspitze, gefolgt vom amtierenden deutschen Meister Brose Baskets Bamberg, der zwar zwei Spiele weniger absolviert hat, aber auch genau diese vier Punkte hinten liegt. Im Pokal haben es die Bayern mit Titelverteidiger Bamberg sowie ratiopharm ulm und ALBA Berlin ins Top Four geschafft. Und auch international sieht es gut für den nächsten Gegner der TBB aus: München steht als einzige deutsche Mannschaft unter den besten 16 Mannschaften Europas.

Dies wiederum könnte aber zu einem entscheidenden Vorteil für die TBB werden. Trier konnte am vergangenen Samstag einen knappen, aber verdienten Heimsieg gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig einfahren und hatte nun für die intensive Vorbereitung auf diese Partie eine ganze Woche Zeit. „Es ist das nächste Spiel und wir wollen da so gut aussehen wie möglich. Wir bereiten uns sehr akribisch und genauso wie auf jedes andere Spiel vor“, meinte TBB Headcoach Henrik Rödl dazu.

Dem FC Bayern München hingegen ist eine solche Vorbereitung nicht möglich. Die Doppelbelastung durch den internationalen Wettbewerb hat sich bereits deutlich bemerkbar gemacht. Noch am Donnerstag standen die Bayern beim serbischen Meister Partizan Belgrad am neunten Spieltag der Euroleague in der Pflicht. Partizan ließ keine Fragen offen und besiegte die Gäste deutlich mit 70:55. Am vergangenen Sonntag musste der Tabellenführer nur knapp 46 Stunden nach einem energieraubenden, aber auch wertvollen Top16-Heimerfolg in der Euroleague über Litauens Meister Zalgiris Kaunas in der BBL gegen Phoenix Hagen ran. In einer anstrengenden Partie schlug man die Feuervögel mit 82:76 und verhinderte so schlimmeres. Die Kraftreserven waren erschöpft, hatten die Münchner in den vergangenen zehn Tagen einschließlich der Partie am Sonntagabend bei Phoenix Hagen fünf Spiele bestreiten müssen. Ein Fakt, der bei den Bayern-Bossen auf Unmut stößt. Sportdirektor Marco Pesic fordert eine Umstrukturierung des nationalen Spielplans für international agierende Mannschaften. „Wir waren die erste Mannschaft im deutschen Basketball, die ein derartiges Pensum absolvieren musste – und hoffentlich auch die letzte“, äußerte sich dazu Trainer Svetislav Pesic.

Trotz der vielen Spiele und der ständigen Rotation sind die Bayern in Topform. Durch eine regelrechte Aufrüstung zu Beginn der Saison . Der zweimalige BBL-MVP John Bryant (Ulm), Deon Thompson, Yassin Idbihi, Nihad Djedovic, Heiko Schaffartzik (alle ALBA BERLIN), Lucca Staiger (Ludwigsburg), Bryce Taylor (Quakenbrück) sowie Malcolm Delaney (Kiew) sorgen dafür, dass der Verein aus der bayrischen Landeshauptstadt auf allen Position schon fast doppelt- und dreifach gut besetzt – „Bayern München könnte fast eine zweite Mannschaft stellen, die sicher in den Playoffs landen dürfte“, brachten wir  es selbst auf den Punkt. Nihad Djedovic führt mit 12,3 Punkten die Scorer-Liste an, Deon Thompson liefert mit 11,8 Punkten, 5,3 Rebounds und 53% aus dem Feld das volle Paket. Und Malcolm Delaney kommt bei 11,1 Punkten auf 5,2 Assists pro Spiel – Traumwerte für die Stars von der Isar.

Doch auch der FC Bayern ist nicht unbesiegbar, wie Henrik Rödl zu Beginn der Woche klarstellte: „München ist dieses Jahr eine der besten Mannschaften und spielen sehr guten Basketball – aber sie mussten zuletzt auch schon öfter mal kämpfen. Sie sind nicht unbesiegbar. Wir werden natürlich alles probieren, um sie zu ärgern und vielleicht die Sensation zu schaffen.“

Die Festung FC Bayern musste über die letzten Wochen einige kleine Risse hinnehmen – vielleicht werden die Mauern mit etwas Glück und guter Arbeit am Sonntag eingerissen. Im Hinspiel gelang das nicht, die TBB unterlag im Dezember mit 69:76. Lange konnte Trier das Spiel eng halten, dann schlug mit Heiko Schaffartzik der Mann für die Münchner „big points“ zu.

Die TBB Trier reist bereits am Samstag nach München, um sich dort in Ruhe auf „das ganz normale Spiel“ vorzubereiten. Daheimgebliebene können die Partie live im web-TV von #FCBB_live verfolgen: der Stream auf www.beko-bbl.de startet um 17.30 Uhr. (PM TBB Trier/cw)

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