Die DNA-Spuren sind eindeutig

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    TRIER. Der Prozess um den Überfall auf das Trierer Autohaus R-Company an der Porta Nigra wurde am Donnerstag, den 6. März, fortgesetzt. Die Tat, bei der drei Personen zum Teil schwer verletzt wurden, wurde nach Ansicht des Chefermittlers in Auftrag gegeben. Auf der Anklagebank sitzt Sergej R. einer von zwei Tätern. Sein vermutlicher Komplize ist untergetaucht (lokalo berichtete).

    Von Willi Rausch

    Auch am dritten Verhandlungstag wurden weitere Zeugen vernommen, die meisten davon gehören der Kriminalpolizei an. Das Nichterscheinen eines Zufallszeugen nutze die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz um Passagen aus Gutachten des Landeskriminalamts (LKA) und des Instituts für Rechtsmedizin vorzulesen, die die Asservate zur Tat von der Trierer Kriminalpolizei zur abschließenden Untersuchung erhalten hatten.

    Als schwere Belastung für den Angeklagten erweisen sich dabei die Ergebnisse der DNA-Analysen. Mehrfach zitierte die Richterin im Zusammenhang mit dem gesicherten Beweismaterial „mehr als 99,99999 Prozent Übereinstimmung“ mit dem Blut der Überfallenen. Sichergestellt hatten die Ermittler sowohl Kleidungsstücke von R. als auch die Totschläger. Auf dem von R. benutzten waren ebenfalls Anhaftungen vom Blut der Opfer gefunden worden.

    Die Tatwerkzeuge, das stellte das Institut fest, sind dazu geeignet, einem Menschen sehr schwere Verletzungen zuzufügen, die sogar zum Tod führen können: 53 cm lang und 425 Gramm schwer mit einer Verdickung am Ende der Teleskopstange, sind das extrem gefährliche Waffen, erst recht, wenn, wie im vorliegenden Fall, noch häufig von oben und mit entsprechender Wucht auf eine Person eingeschlagen wird. Nicht umsonst, war auch eine der beiden Stahlruten nach der Tat verbogen.

    Nach der Auflistung der Verletzungen der Opfer, die diese auch schon selbst am ersten Verhandlungstag geschildert hatte, wurde Andreas B. gehört, einer der beiden Kriminalbeamten, die R. in der Christophstraße gestellt hatten. Wie sein Kollege, der ihn bei der Aktion unterstützt hatte, gab auch er an, dass der mutmaßliche Täter keinen Widerstand geleistet habe.

    Zum Abschluss des dritten Prozesstages kamen noch Beamte der Spurensicherung zu Wort, die endlich klärten, wieso keines der Opfer die Stahlruten gesehen hatte, als die Täter das Autohaus betreten hatten. Sie hatten schlicht und einfach Socken darüber gezogen. Die hatten die notwendige Länge, um die Tatwerkzeuge im zusammengeschobenen Zustand zu verdecken. Nach den Aussagen der beiden Beamten waren die gefundenen Fingerabdrücke „nicht nachweisbar oder nicht den Tätern zuzuordnen“. Um die Basis für die späteren Untersuchungen zu gewährleisten, hatten sie die Verletzungen dokumentiert, die Blutspuren gesichert und Abstriche genommen.

    Da der Zeuge S., ein Privatmann, bereits zum zweiten Mal nicht erschien, war die Verhandlung früher zu Ende als vorgesehen. Nach einer kurzen Beratung, ob man die Aussage dieses Zeugen überhaupt benötige, wurde auf erneute Ladung entschieden, da Verteidigerin Swetlana Rosenzweig darauf bestand. Gegen S. wird nun wegen erneuten Nichterscheinens zum zweiten Mal ein Ordnungsgeld verhängt werden. Wann die Verhandlung fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. (wir)

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