TBB Trier: 78:76! – Moselstädter siegen in dramatischer Schlussphase

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TRIER. Heimspiele der TBB Trier sind momentan nichts für schwache Nerven. 2827 Zuschauer in der enttäuschend gefüllten Arena Trier sahen eine intensive Partie gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig. Am Ende gewann man in einer hochspannenden Partie mit 78:76 und landete einen wichtigen Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Bester Trierer an diesem Abend war Andreas Seiferth mit 23 Punkten.

Trier konnte zwar auf den kompletten Kader zurückgreifen, aber Heimspielatmosphäre wollte bei der Negativkulisse von 2827 Zuschauern nicht aufkommen.

Trier startete wieder mit der Starting-Five ins Spiel, die zu Beginn der Saison auf dem Feld stand. Mathis Mönninghoff und Trevon Hughes ersetzten Laurynas Samenas und Warren Ward. Der Start ins Spiel glückte dadurch leider auch nicht besser. Weil die Moselstädter viele gute Wurfchancen liegen ließen, setzten sich die Gäste schnell mit 2:10 ab. Erst, nachdem die Mannen von Henrik Rödl auf Zonenpresse umstellten, lief es kurzzeitig etwas besser. Leider bewahrheitete sich dann, was Thomas Päch schon im Vorfeld befürchtete: Isaiah Swann lief heiß und warf die Gäste zum 7:18. Rödl nahm eine Auszeit. Zwischenzeitlich gab es eine Szene, die man so auch selten sieht. Kovacevic wollte ein Unsportliches Foul von Bucknor an Aaron Doornekamp gesehen haben. Bucknor reklamierte, bat seinen kanadischen Nationalmannschaftskollegen um Aufklärung, der auch zugab, dass Bucknor nichts gemacht habe. Kovacevic nahm seinen Pfiff daraufhin zurück. Gelebtes Fairplay vom kleinen Bruder des ehemaligen TBB-Centers Nate Doornekamp.

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Nachdem dann Swann auch noch beim Wurf von jenseits der 6,75-Meter-Linie gefoult wurde, ging Trier mit einem 13:23 Rückstand in das zweite Viertel. Swann hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Punkte auf seinem Konto.

Besser gelang dann der Start ins den zweiten Spielabschnitt. Mit einem 7:2-Lauf und fünf Punkten von Laurynas Samenas zwang man Raoul Korner schnell zur ersten Auszeit. Und die Trierer knüpften auch danach nahtlos an die starke Leistung an. Samenas, Seiferth und Anderson brachten die Trierer zwischenzeitlich bis auf einen Punkt heran. Nur der einfach nicht zu stoppende Swann und McElroy hatten etwas dagegen, dass Trier die Führung in die Partie übernahm. Kurz vor der Halbzeit hatte man dann die Chance auf den Ausgleich. Rödl nahm noch einmal eine Auszeit. Hughes liebt bekanntlich diese Situationen und endlich klappte es: Mit einem sehenswerten Korbleger sorgte er mit der Pausensirene für den 36:36-Ausgleich. Überragend: Swann mit 22 Punkten nach 20 Minuten.

Von der starken TBB-Defense war zu Beginn des dritten Durchgangs nicht mehr viel zu sehen. Braunschweigs Kyle Visser übernahm jetzt das Kommando und punktete nach Belieben am Brett der Moselstädter. Schnell hatten sich die Niedersachsen wieder auf 43:49 abgesetzt. Rödl nahm eine Auszeit. Die Timeout fruchtete und angeführt von Seiferth und Bucknor kämpfte sich die TBB wieder heran. Kurz vor Ende des Viertels hatte man beim Stand von 56:57 sogar die Chance auf die Führung, doch dieses Mal klappte es nicht.

Chikoko brach den Bann dann aber gleich zu Beginn des letzten Spielabschnitts und brachte Trier erstmals in Führung (58:57). Angeführt vom überragenden Seiferth setzte man sich immer weiter ab (67:61). Doch die Phantoms steckten nicht auf, kämpften sich auf 67:65 heran. Dann kassierte Isiah Swann ein technisches Foul, Trier setzte sich auf 71:65 ab. Es war der Beginn einer turbulenten Schlussphase.In einer undurchsichtigen Szene bekam Laurynas Samenas, nachdem er gefoult wurde, ebenfalls ein technisches Foul. Die Phantoms nutzten das, um sich wieder auf zwei Punkte an das Heimteam heranzukämpfen (73:71). Rödl nahm rund 36 Sekunden vor Spielende eine Auszeit. Nachdem der erste Versuch von Anderson noch sein Ziel verfehlte, nahm sich der überragende Seiferth ein Herz und traf mit einem schönen Hook-Shot zum 75:71. Die Vorentscheidung? McElroy traf 6,9 Sekunden vor Ende der Partie zum 75:73. Es war klar, was in der vorletzten Auszeit des Spiels auf der Trierer Agenda stand: Den Ball irgendwie in die Hände von Jermaine Anderson zu bekommen. Es gelang und der Kanadier behielt die Nerven. 77:73 für Trier und noch 3,9 Sekunden auf der Spieluhr. Auszeit Braunschweig. In nur 2,4 Sekunden gelang Swann der Dreier zum 77:76, Hughes wurde eine Sekunde vor Spielende an die Linie geschickt. Den ersten trifft er, der zweite wird aus taktischen Gründen daneben geworfen: Trier siegt mit 78:76 und landet einen wichtigen Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt. (cw)

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl:
„Danke für die Glückwünsche. Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns, in der Phase in der wir gerade sind, auch und gerade weil es ein knapper Sieg war. Das sind alles Faktoren, die uns heute glücklich stimmen, und über die man zufrieden sein darf. Wir sind vor allem offensiv verunsichert in die Partie gegangen, Braunschweig hat traumwandlerisch getroffen. Insgesamt hat uns das sehr aus der Bahn geworfen. Wir sind dann aber über die Defensive wieder gut in die Partie gekommen, haben am Ende des zweiten Viertels unseren Rhythmus gefunden, der sich bis zum Ende gehalten hat. Es war bis zum Schluss eine knappe Kiste. Es war schön zu sehen, dass die Mannschaft sich bis zum Schluss gut gehalten hat und den Test bestanden hat. Ich bin sehr stolz auf das Team.“

Raoul Korner (Coach New Yorker Phantoms Braunschweig):
„Glückwunsch an Henrik und sein Team zu einem verdienten Sieg. Es war ein harter Kampf prognostiziert, der ist es dann auch geworden. Wir sind gut gestartet, haben den Ball offensiv gut bewegt, sind dabei ein bisschen auf den „Flügeln des Isaiah“ geflogen, der die Mannschaft huckepack genommen hat. Im Verlauf der Partie ist das vielleicht ein bisschen zum Fluch geworden, weil wir uns zu viel auf ihn und seine Würfe von außen verlassen haben. Wir haben es versäumt im zweiten Viertel den defensiven Druck zu erhöhen, wir waren schlampig, zu spät dran, zu weit weg vom Mann, dadurch haben wir Trier ins Spiel zurück kommen lassen. Nur phasenweise haben wir im dritten Viertel den Weg an den Korb gesucht – man sieht das daran, dass wir nur zwei „echte“ Freiwürfe nach Aktionen am Korb haben. Wir haben zu sehr Handball gespielt – immer schön brav um den Kreis herum. Letztlich hat sich das gerächt, Trier hat die big points gemacht, wir nicht. Der Sieg geht in Ordnung.“

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