„Kein Hühner-Knast in Eppenberg“

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EPPENBERG. Eine niederländische Holdinggesellschafft plant in der Gemeinde Eppenberg (Landkreis Cochem-Zell) eine Legehennenfabrik mit rund 480 000 Tieren zu errichten. Nachdem die Investoren-Brüder Smits in Birresborn (Vulkaneifel-Kreis) mit ihrer Legehennen-Käfiganlage gescheitert sind, versuchen Sie jetzt in dem 50 km entfernten Gewerbegebiet an der A 48 erneut eine Megafarm zu bauen.

„Landwirtschaftliche Massentierhaltung in dieser Dimension lehnen wir entschieden ab. Nicht artgerechte Nutztierhaltung, überhöhter Antibiotikaeinsatz, Güllekonzentration, gesundheitsschädlichen Emissionen und Lohndumping sind die erwartbaren Begleiterscheinungen des geplanten Hühnerknasts in Eppenberg“, lautet die Aussage von Dietmar Johnen, dem agrarpolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag.

„Die neue Anlage soll 50 Prozent mehr Legehennen beherbergen, als die an den Bürgerprotesten gescheiterte Anlage in Birresborn. Das heißt: mehr Kot, mehr Emissionen, mehr Transporte“, so Johnen.

Er verweist auf die noch im Dezember 2013 von der Landwirtschaftskammer einstimmig verabschiedete Resolution, dass „flächenlose Tierhaltung“ – das heißt in Gewerbegebieten industriell betriebene Tierhaltung – in Rheinland-Pfalz nicht tolerierbar ist. „Im Einklang damit fordere ich die gesetzliche Flächenbindung von Tierhaltung“, so Johnen.

Auch der Verbandsgemeinderat Gerolstein hatte sich dieser Haltung mit einer eigenen Resolution angeschlossen. Der Grund: Bereits dort hatten die jetzt in Eppenberg planenden niederländischen Investoren ein ähnliches Projekt aus dem Boden stampfen wollen. Sie waren wegen des massiven Protestes aus allen Teilen der Bevölkerung von ihrem Vorhaben im Vulkaneifelkreis abgerückt.

Hinzu kommt aus Sicht von Johnen das strukturelle Problem leer stehender Gewerbegebiete in der Region, die weitere Investoren für ähnliche Megaprojekte anziehen könnten. „In den Konzentrationsbereichen in Niedersachsen wächst der Widerstand gegen die intensive Tierhaltung. Diese Entwicklung wollen wir in Rheinland-Pfalz nicht nachspielen. Wir setzen viel mehr darauf die relativ kleinteilige Landwirtschaftsstruktur in Rheinland-Pfalz mit ihrer Naturverträglichkeit zu erhalten und als Wirtschaftsmotor weiter zu entwickeln“, führt Dietmar Johnen aus.

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