TBB Trier: Mit langem Atem zum ersehnten Heimerfolg?

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TRIER. Keine Zeit um Wunden zu lecken: Am morgigen Samstag geht es für Basketball-Bundesligist TBB Trier erneut um zwei wichtige Punkte. Gegner in der Arena Trier (Samstag, 20 Uhr) sind die New Yorker Phantoms Braunschweig. Das Team von Raoul Korner kommt mit einem guten Gefühl an die Mosel, erwartet allerdings ein schweres Spiel.

Als Ziel gab der Braunschweiger Coach Raoul Korner zu Beginn seiner ersten Beko BBL-Saison an, dass „der obere Tabellenstrich in und der untere außer Reichweite“ sein sollte. Mit einem momentanen elften Platz in der Liga hätte seine Mannschaft das zum jetzigen Zeitpunkt erfüllt – allerdings ist die getroffene Aussage ebenso eloquent wie vage. Überhaupt kann der gebürtige Österreicher und studierte Jurist treffend formulieren. Er sagte auch schon mal: „Talent ist nur da, wenn es nicht an den Schultern aufhört“ – ein Satz, der einiges über die Spielphilosophie des neuen Braunschweiger Headcoachs verrät.

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Am vergangenen Samstag zahlte sich die Cleverness der Phantoms aus: Braunschweig setzte sich vor heimischem Publikum gegen den Tabellenachten aus Ludwigsburg mit 84:78 durch. Das Fundament für den Sieg legten Kyle Visser mit 17 Punkten sowie Immanuel McElroy und Isaiah Swann mit jeweils 16 Punkten. Dem folgte am Mittwoch eine knappe 82:86-Heimniederlage gegen den Meister Brose Baskets, wieder war Isaiah Swann mit 22 Punkten und sechs Rebounds ganz vorne mit dabei.

Auf Swann wird die TBB also achten müssen: Der ehemalige Ulmer, der über eine Zwischenstation in der Türkei den Weg an die Oker fand, zählt mit durchschnittlichen 17,7 Punkten pro Spiel zu den Top-Performern der Liga. Er ist der zweiterfolgreichste Scorer hinter dem Bremerhavener Darius Adams. Coach Korner ist froh über die Verpflichtung: „Isaiah ist in der Lage, ein Spiel durch seine Kreativität zu entscheiden.“ Die Fans der Beko BBL sahen das beim diesjährigen Allstar Day in Bonn ähnlich und kürten den 29-jährigen US-Amerikaner zum MVP.

Auch TBB-Assistenztrainer Thomas Päch warnt: „Swann ist immer in der Lage ein Spiel zu dominieren, der kann auch mal acht Dreier treffen, wenn ihm danach ist. Ihn müssen wir in den Griff bekommen.“ 

Nach dem Medienrummel um das Braunschweiger Wunderkind Dennis Schröder kam mit James Florence ein neuer Point Guard, der sich gut in seinem ersten BBL-Jahr eingefunden hat und mit seinen Statistiken als zweitbester Braunschweiger glänzt. 13,2 Punkte und 3,4 Assists gelingen ihm im Schnitt. Päch sieht in Florence einen Spielmacher, der „das Spiel gut im Griff“ hat.

Zu Beginn der Saison hatten die Braunschweiger mit den Abgängen von Nils Mittmann (Tübingen), Nick Schneiders (Bremerhaven) und allen voran Dennis Schröder (Atlanta Hawks) die schwierige Aufgabe, diese drei deutschen Spieler adäquat zu ersetzen. Dem Coach war es vor allem wichtig, einen Deutschen im Team zu haben, der kein „Projekt“ ist, sondern den Niedersachsen sofort weiterhilft. Eine Anspielung auf Dennis Schröder, mit dem ein Leistungsträger und eine Identifikationsfigur des Braunschweiger Basketballs verloren ging. Schröder wurde beim NBA-Draft in der ersten Runde als 17. Pick von den Atlanta Hawks im Juni gezogen und spielt seitdem in der stärksten Liga der Welt. Dort kommt er auf 3,6 Punkte und 1,8 Assists in durchschnittlich 12,8 Minuten bei insgesamt 26 Spielen. Zwischendurch wurde Schröder allerdings in das NBDL-Farmteam der Hawks geschickt, um sich mit Spielpraxis auf das harte Geschäft in der National Basketball Association vorzubereiten. Mit Robert Kulawick und Achmadschah Zazai hat Korner deutsche Spieler an Bord, die sicher über den Projektstatus hinaus sind, Schröder aber höchstens kollektiv ersetzen können.

Die Hauptarbeit verrichten Immanuel McElroy, auch mit 33 Jahren immer noch einer der besten Verteidiger der Liga (Päch: „Mac ist einer der wichtigsten Spieler der Liga, er ist da, wenn es drauf ankommt.“) , Kyle Visser am Brett (13 / 5,8 Rebounds pro Partie), Nana Harding und der quirlige kanadische Nationalspieler Aaron Doornekamp, der kleine Bruder des ehemaligen Trierer Centers Nate Doornekamp.

Braunschweig ist nicht unbedingt der Lieblingsgegner der Moselstädter: In der letzten Saison verhagelte der kamerunische Power Forward Nana den Trierern den Heimauftakt (70:72), das Rückspiel entschied dann ausgerechnet der jetzige Trierer Point Guard Jermaine Anderson, damals noch im Phantoms-Trikot, mit einem Zirkuswurf von weit jenseits der Dreierlinie (84:81).

Im Hinspiel dieser Saison war für Trier ebenfalls nicht viel zu holen. Die TBB unterlag in ihrer schwierigen Saisonanfangsphase in Braunschweig mit 58:67. Zuviele Ballverluste und eine schwache Dreierquote waren ausschlaggebend für die Niederlage. Der Halbzeitstand von 44:22 ließ dabei noch Schlimmeres erahnen. Dann drehte sich das Spiel zwar komplett, doch für Trier reichte es nicht ganz. Raoul Korner sprach von einem „faden Beigeschmack“ und einer zweiten Hälfte „zum Vergessen“.

Raoul Korner sieht in der Trierer Zonenpresse eine Gefahr für seine Mannschaft, durch die man sich nicht aus dem Rhythmus bringen lassen dürfe. In der Tat schaffte es Trier zuletzt meist mit Zonenverteidigung, die schon weit in der gegnerischen Hälfte den Spielaufbau störte, wieder in das Spiel zurückzukommen. Henrik Rödl gab nach dem Spiel in Würzburg gar zu, wohl zu spät auf diese Verteidigungsvariante umgestellt zu haben. Sicherlich ein probates Mittel, den Gegner gleich von Beginn an damit den Zahn zu ziehen.

Thomas Päch beschreibt den Gegner so: „Braunschweig ist ein sehr unangenehmer Gegner, eine sehr strukturierte Mannschaft mit sehr viel Qualität auf den ersten fünf oder sechs Plätzen der Rotation. Ich hoffe, wir haben nach der englischen Woche die tiefere Bank und den längeren Atem. Wir hatten nach der Niederlage in Würzburg nicht viel Zeit zum Nachdenken, aber wir haben die Dinge angesprochen, die geklärt werden mussten. Jetzt gilt es, gegen Braunschweig bereit zu sein.“

Die kostenlose Live-Übertragung im webTV von basketball-stream.de startet um 19:30 Uhr mit Hintergrundinfos und Interviews auf www.tbb-trier.de/livestream. Tip Off ist um 20:00 Uhr, die Arena Trier öffnet um 18:00 Uhr. Tickets unter www.tbb-trier.de/tickets, der Hotline 06 51 – 97 90 777 (Luxemburg: 00352 – 20 30 10 11) sowie am Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr in der Geschäftsstelle der TBB Trier und an allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. (PM TBB Trier/cw)

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