Prozess wegen versuchten Mordes an Polizisten

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TRIER. Am Freitag, den 28. Februar, wurde vor der 1. Schwurgerichtskammer des Trierer Landgerichts der Prozess gegen drei marokkanische Männer fortgesetzt. Sie müssen sich wegen versuchten Mordes und der Einfuhr von Waffen vor Gericht verantworten (lokalo berichtete).

Der erste von mehreren Zeugen, die heute aussagten, war Polizeikommissar Igor B., der am 11. April letzten Jahres bei der Verfolgung des Fluchtfahrzeugs der Angeklagten beteiligt war. Er berichtete: „Gegen 9.10 Uhr ist ein silberner Ford Focus aufgefallen, welcher erst in Richtung Bleialf, dann in Richtung Prüm gefahren ist und schließlich verschwunden war. Einige Zeit später tauchte das Fahrzeug wieder auf und wurde in der Nähe der Sparkassen-Filiale Bleialf langsamer. Der Fahrer machte immer wieder kehrt. Wir wollten die Insassen und den PKW kontrollieren, da es ein Foto gab, welches einen der Angeklagten im Zusammenhang mit einem Banküberfall im Kreis Aachen zeigte. Dieser saß, wenn ich mich recht erinnere, auf dem Rücksitz. Es sollte also eine Straßensperre errichtet werden, dann ging jedoch alles plötzlich ganz schnell und es wurde geschossen, was mir über unsere Kommunikationsmittel mitgeteilt worden war. Später fand ich eine Patronenhülse und wieder einige Zeit später gemeinsam mit meinen Kollegen noch eine weitere.“ Auf Nachfrage von Richterin Petra Schmitz, wie schnell beziehungsweise langsam das Fluchtfahrzeug gewesen sei, sagte B.: „In der ersten Fluchtphase war das Fahrzeug langsam. Nachdem Schüsse gefallen waren, beschleunigte der Fahrer extrem!“

Stefan M., ein 36-jähriger weiterer Kriminalkommissar aus Trier, war der zweite Zeuge. Auch er war am 11. April 2013 im Einsatz gewesen. Wie sein Kollege Igor B. sagte auch er, dass das Fluchtfahrzeug immer wieder aufgetaucht und dann wieder verschwunden gewesen sei. Er habe das Auto gemeinsam mit Kollegen verfolgt: „Ich hatte mit meinem Wagen einen Abstand von 30 bis 50 Metern zu dem PKW. Der Fahrer hat mal stark abgebremst, mal beschleunigt.“

Es folgte Jörg G., ebenfalls Kriminalkommissar aus Trier. Der 43-Jährige war ebenfalls an dem Tag im April letzten Jahres im Einsatz gewesen: „Ich habe die Schüsse mitbekommen. Glücklicherweise hatten unsere Kollegen aus Belgien ebenfalls eine Straßensperre errichtet, jedoch blieb der flüchtige PKW keineswegs stehen.  Aus diesem Grund musste einer meiner belgischen Kollegen von der Schusswaffe Gebrauch machen. Deshalb muss der Ford Focus auch beschädigt gewesen sein, denn der Kollege hatte das Fahrzeug getroffen.“ Daraufhin habe er den Ford weiterhin verfolgt. Durch die „Schnell-Langsam-Schnell-Langsam“-Fahrweise des Fahrers sei dies keineswegs einfach gewesen. Später hätten dann die belgischen Kollegen übernommen.

Zuletzt sagte der 38-jährige Jürgen R. aus, ebenfalls ein Kriminalbeamter aus Trier. Er sei über den Schusswaffengebrauch gegenüber Polizeibeamten informiert worden und habe im Zuge der Spurensicherung gemeinsam mit seinen Kollegen zwei Patronenhülsen sicherstellen können. Außerdem habe er einen Zigarettenstummel gefunden. Mithilfe eines Sprengstoffspürhundes habe man dann versucht, weitere Beweise sicherzustellen. Dieser Versuch sei jedoch erfolglos gewesen.

Am 13. März wird die Verhandlung fortgesetzt. (lau)

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