Handball: Miezen bereiten sich auf Abstiegsrunde vor

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TRIER. Mit hängenden Köpfen schlichen die Trierer Bundesliga-Handballerinnen direkt nach dem Abpfiff in die Kabine. Co-Trainerin Jana Arnošová hatte die Mannschaft nach der peinlichen 19:34 (9:14)-Niederlage gegen den TuS Metzingen zum Rapport bestellt.

Hinter verschlossenen Türen hatte es ordentlich gekracht: „So eine Leistung können wir zu Hause nicht abliefern. Uns hat in der zweiten Halbzeit jegliche Leidenschaft, jegliches Herz gefehlt“, so Arnošová.

Auch viele Stunden später ist die Tschechin immer noch sprach- und vor allem ratlos. „Wir hatten uns so viel vorgenommen, wir haben uns gut gefühlt und dann passiert so ein Spiel.“ In der Offensive ideenlos und im Abschluss nicht bundesligatauglich, in der Defensive – vor allem in der zweiten Hälfte – löchrig wie ein Schweizer Käse. Als hätte jemand einen Stecker gezogen, funktionierte bei den Miezen an diesem Abend einfach nichts. Kollektives Versagen auf ganzer Linie ließen die gerade einmal 400 Zuschauer in der Arena verstummen.

Und nichtsdestotrotz müssen und werden die Moselstädterinnen wieder aufstehen. Das Ziel heißt Klassenverbleib und trotz der desolaten Leistung zum Hauptrundenabschluss gehen die Miezen mit zwei Punkten Vorsprung auf Aufsteiger Bensheim in die am 8. März (in Bietigheim) beginnende Abstiegsrunde. „Unseren Blackout hatten wir jetzt, schlimmer geht es nicht mehr“, sagt Katrin Schneider schon fast ein wenig trotzig und ergänzt: „In den ‚Playdowns‘ werden die Karten neu gemischt. Wir haben es selbst in der Hand in der Bundesliga zu bleiben.“

Recht hat die 23 Jahre alte Rückraumspielerin, an deren Leistung das Spiel der Miezen so sehr hängt. Gegen Metzingen erwischte die Top-Torschützin einen rabenschwarzen Tag (nur ein Treffer) und so krankte auch das Offensivspiel: Vier Treffer in 20 Minuten sprechen eine deutliche Sprache. Aber der Blick des Tabellenvorletzten geht nach vorne, auch weil im Abstiegskampf nichts passiert ist.

Arnošová jedenfalls glaubt fest an den Klassenerhalt und nimmt ihre Mannschaft in die Pflicht: „Eine solche Leistung darf sich nicht wiederholen. Man kann verlieren, aber die Art und Weise ist entscheidend.“ Dabei wollte es die 36-Jährige dann aber auch belassen. Wie gesagt: Spiel gegen Metzingen von der Festplatte löschen und alles auf Neustart stellen. (red)

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