Das Warten auf den Zeugen M.

    0

    TRIER.Am Mittwoch, den 26. Februar, wurde die Verhandlung wegen schweren Raubes gegen den 47-jährigen Angeklagten Luis R. fortgesetzt. Im Mittelpunkt standen die Aussagen der ehemaligen Lebensgefährtin des Angeklagten und einer Geschädigten.

    Im Prozess geht es um insgesamt fünf Überfälle, davon vier als schwerer Raub eingestuft, die zwischen März 2009 und August 2010 begangen wurden. R. bestreitet nach wie vor, drei der fünf Überfälle begangen zu haben. Für zwei Überfälle war der zweite Angeklagte, Marc H., bereits zu sieben Jahren Haft verurteilt worden (lokalo berichtete). Von den nun geladenen Zeuginnen erhoffte sich das Gericht mehr Aufklärung über die Beteiligung von R. an den Taten.

    Die Zeugin A., welche bei einem Trierer Juwelier tätig ist, wurde während ihrer Arbeitszeit über den Einbruch in ihre Wohnung benachrichtigt. Ein Nachbar hatte die schwer demolierte Tür entdeckt und die Polizei informiert. Gestohlen wurden Schmuck und Bargeld im Wert von rund 14 000 Euro. In der Wohnung selbst seien keine Spuren von Verwüstung auffindbar gewesen, lediglich die Kommode im Schlafzimmer, worin der Schmuck aufbewahrt wurde, schien angetastet worden zu sein.

    Die Wohnung des Angeklagten befand sich im selben Stock auf der gegenüberliegenden Seite. Die Polizei vermutete damals einen „Zufallseinbruch“, also nicht zwangsweise einen Täter aus dem Bekanntenkreis. Kurze Zeit nach der Tat sei Luis R. im Hausflur auf die aufgelöste Nachbarin gestoßen und habe sie getröstet. „Es herrschte guter nachbarschaftlicher Umgang, allerdings keine tiefergehende Freundschaft“, sagte die Zeugin aus. Über einen längeren Zeitraum soll R. ihr seinen Hund über Nacht ausgeliehen haben, bis die Haustür repariert worden sei.

    Im Anschluss wurde Vera K., die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten, vernommen. Die Wirtin beschrieb Luis R. aus ihrer Erinnerung als hilfsbereiten, freundlichen, fleißigen und lebensfrohen Mann. Sie könne ihm die Taten bis heute nicht zutrauen. Zu Beginn der Beziehung ließ sie ihn kostenfrei in ihrer Wohnung leben, betonte aber, sich nicht ausgenutzt gefühlt zu haben. „Als er seinen Job in der Trierer Metallveredelungsbranche aufgenommen hatte, also wieder Geld verdiente, wurde er großzügiger und erledigte auch unsere Einkäufe. Ich konnte nicht glauben, dass er die Überfälle verübt haben soll, da er schließlich genug verdient hat in der Zeit.“

    Die 54-Jährige glaubt sich zu erinnern, dass der Angeklagte Luis zu Beginn der Beziehung in Umgangssprache den Satz „Mir“, oder „ich gehen da in Wohnungen rein“ hatte fallen lassen, so genau wisse sie das nicht mehr und habe zu dem Zeitpunkt auch gar nicht mehr erfahren wollen. Emotional aufgerüttelt wurde sie dann zu einem späterem Zeitpunkt bei einem Ausflug mit dem Auto zu einem Wohnobjekt, welches ihr Lebensgefährte in Auftrag für den Hauptbelastungszeugen M. habe „ausbaldowern“ sollen. Im Anschluss habe sie ihm schwere Vorwürfe gemacht und auf ihn eingeredet, sich aus solchen Angelegenheiten herauszuhalten. Stutzig wurde K. dann auch, als sie aus dem Mund von M. gehört haben will, dass ein in ihren Ohren potentielles Opfer „viel Lowy im Geldbeudel hat“.

    Im Jahr 2013, als das Paar K. und R. bereits getrennt lebte, habe Frau K. Kontakt zur Ehefrau von M. aufgenommen, um mit ihr über private Belange zu sprechen. In dem Gespräch erfuhr sie von dieser „brühwarm“, dass ihr Lebensgefährte per Phantombild gesucht werde. Sie hatte aber nicht nachgehakt, woher Frau M. dieses Wissen habe, schließlich war in der Zeitung noch nicht berichtet worden, hatte K. nicht nachgehakt. Am nächsten Tag fand sie den Artikel über R. in ihrem Briefkasten, jemand hatte ihn wohl eingeworfen. Bei einer Konfrontation hatte Luis R. seine Beteiligung abgestritten. Familie M. sei für Überfalle und Zeitungsartikel verantwortlich gewesen.

    Noch ist nicht viel Klarheit in die Strukturen des Falles getreten. Die verantwortliche Richterin am Landgericht Trier ist in diesem Prozess Frau Petra Schmitz. Der nächste Verhandlungstermin findet am 11. März statt.

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.