Ein Käfig voller Narren

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TRIER. Ein Großteil der Trierer Karnevalisten erinnert sich vermutlich schmerzlich an den letztjährigen Weiberdonnerstag: der Trierer Hauptmarkt, auf dem normalerweise tausende Karnevalisten feiern, glich einer Trauerfeier. In diesem Jahr soll der sogenannte „Narrenkäfig“ Abhilfe schaffen.

Als Trierer Karnevalist muss man sich vermutlich in dieser Karnevalssaison vor allem bei Andreas Peters bedanken. Der Präsident des „Arbeitskreises Trierer Karneval“ (ATK) hat sich als Vertreter der Trierer Karnevalsvereine im letzten Jahr massiv dafür eingesetzt, dass sich das eingangs beschriebene Trauerspiel am „fetten Donnerstag“ nicht wiederholt.

Durch das im letzten Jahr geltende Alkoholverbot in der sogenannten „Zone“ im Alleenring fiel der sonst viel gefeierte Weiberdonnerstag ins Wasser. Die anwesenden Hartgesottenen begnügten sich zum inneren Aufwärmen mit Kamillentee. In diesem Jahr wird sich etwas ändern: der ATK bietet den sogenannten „Narrenkäfig“ an. Dieser wird auf dem Hauptmarkt zu finden sein. Vier Haupteingänge soll es geben, an denen privates Sicherheitspersonal die Besucher auf Glasflaschen und Alkohol kontrolliert und mit einem altersentsprechenden Bändchen kennzeichnet. Die Farbe rot erhalten Jugendliche unter 16 Jahren, die Farbe gelb alle über 16-Jährige. Diese dürfen Bier, Wein und Sekt im Narrenkäfig kaufen. Hochprozentige Spirituosen werden generell nicht ausgeschenkt.

Der Narrenkäfig stellt somit einen Kompromiss zwischen Stadt und den Traditionsvereinen dar. Einerseits kommt die Stadt ihren Verpflichtungen nach, Alkoholexzesse – gerade von Jugendlichen – zu verhindern, andererseits bleibt den „Jecken“ ihr Sekt zum Anstoßen. Dies ist dadurch möglich, dass die Stadt den Alkoholgenuss in der Zone zwischen Porta Nigra, Viehmarkt und Ostallee zwar generell verbietet, aber Ausnahmen in „konzessionierten“ Bereichen erlaubt. Beispielsweise dürfen auch Kneipen in ihren Räumlichkeiten Alkohol ausschenken. Diese Lücke nutzt der ATK und bietet in Eigenregie den „Narrenkäfig“ an. Andreas Peters vom ATK hatte bereits im Oktober gegenüber lokalo erklärt, die Arbeitsgemeinschaft müsse “viel Geld und Engagement” aufwenden, um dieses Szenario Wirklichkeit werden zu lassen. Offenbar ist dies gelungen und Trier feiert so dieses Jahr im Käfig.

Auch das Programm wird sich in diesem Jahr ändern. So wird das verkürzte Programm aus dem letzten Jahr über Bord geworfen. In diesem Jahr werden wieder mehr Bands auf dem Hauptmarkt für Stimmung sorgen. Sobald Oberbürgermeister Klaus Jensen im Rathaus von den “Weibern” festgenommen wurde, soll er ab 11.11 Uhr den Rathausschlüssel auf der Bühne am Hauptmarkt übergeben. Danach treten „Die Hofnarren“, die „Zalawener Duckentcher“, die Band „Fun 2.0“ und die Trierer Kultband „Leiendecker Bloas“ auf. Der ATK rechnet mit dem Ende des Programms gegen 17 Uhr.

Alternativveranstaltungen für Jugendliche gibt es auch in diesem Jahr wieder. Jugendliche unter 16 Jahren sind im Mergener Hof willkommen, Junge Erwachsene ab 16 Jahren können im Exhaus feiern. Die Veranstaltungen wurden in Zusammenarbeit der Träger und des Jugendparlamentes ausgestaltet. (rom)

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1 KOMMENTAR

  1. Meiner Meinung nach sollte die Stadt Trier das karnevalistische Feiern generell verbieten. Scheinbar ist man dort an den Schreibtischen der Meinung, das die Bürger dieser Stadt völlig unmündig sind und nicht eigenverantwortlich handeln können. Weshalbl sonst muss man erwachsene Menschen einsperren oder Alkoholverbote erteilen?
    Würde die Obrigkeit der Stadt bei manch anderen Problembereichen mit soviel Bevormundung vorgehen, würden sich einige Probleme die die Stadt hat in Wohlgefallen auflösen und weniger Kosten verursachen.
    Mein Fazit ist – ich feiere dort wo man den Menschen ihr eignes Urteilsvermögen lässt und wo man Spaß am feiern haben darf – also nicht in Trier!!!!

  2. Armes Trier !
    Anstelle guter, ganzjähriger Aufklärungsarbeit wird kurzer Prozess gemacht und alle feierfreudige Menschen werden in eine Absperrung gelockt.

    Und damit nicht genug, ganz im Stil des All-Inclusiv Hotelanlage tragen wir auch Noch brav unser farbiges Armbändchen.
    Klasse Idee, Hut ab.
    Was kostet denn dieses tolle Konzept ?
    Bestimmt ein gutes Geschäft für das „Private Sicherheitspersonal“ (würde mich wundern wenn hier nicht die Anfangsbuchstaben „Sch…“ erscheinen.

    Schade, Schade…aber auf diese Art und Weise kommt bei mir bestimmt keine Feierlaune auf !

  3. Naja, man kann geteilter Meinung sein..wenn sich die Leute in der Vergangenheit nicht so „saublöd“ ( oder unmündig ) verhalten hätten, müsste die Stadt auch nicht zu solchen Maßnahmen greifen. Mir ist das sowieso egal, seit ich vor ein paar Jahren glüclicherweise ohne zerschnittene Füsse (zerdepperte Sektflaschen pflasterten meinen Weg..) vom Zoooch nach hause schaffte, meide ich ihn. Und den Rest sowieso…also viel Spass im Narrenkäfig!!

  4. Frage: wo bitte ist der unterschied zwischen saufen vor dem Käfig oder saufen im Käfig?Genau,es gibt keinen ausser den Preis für die Getränke!!! Darf der 16jährige sich im Käfig etwa nicht vollsaufen? Wer soll das denn kontrollieren? etwa die paar Securitys die die Einlasskontrollen machen? hahaha!!! Mal wieder nur gut gemeint (schlecht gemacht)!

  5. Aber hier geht es doch nur um Eines:
    Die Stadt Trier hat geschickt die Problematik, welche sie nicht in den Griff bekommen hat, für teures Geld verlagert.
    Wenn jetzt Alkoholfälle im Narrenkäfig
    vorkommen sollten,hat das „private Sicherheitspersonal“ versagt und nicht die sonst verantwortlichen der Stadt Trier.
    Stellt sich mir abschließend die Frage ob man dann noch das teure Stadtverwaltungspersonal benötigt, wenn sowie auf diese Art und Weise das Geld (welches in Trier für wirklich Notwendiges nicht vorhanden ist)per Auftrag an Fremdfirmen rausgeschmissen wird

  6. War eben auf dem Hauptmarkt; das Trierer Fastnachts-Ghetto wird gerade aufgebaut! Es ist noch schlimmer als gedacht! Wie blöd muss Mensch/Narr denn sein um in diesem Umfeld zu feiern?Armes Trier ,arme Jugend Trier`s!

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