„Einmal stechen, zweimal helfen!“

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TRIER. „Ich habe selber zwei Kinder und finde die Typisierung wichtig.“ Melanie Faller ist eine von 1400 Menschen, die sich bei dem gemeinsamen Aufruf des DRK Blutspendedienstes West und der Stefan-Morsch-Stiftung als Stammzellspender registrieren ließen.

Seit Herbst vergangenen Jahres kooperiert die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aus Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) mit dem DRK. Das bedeutet: Gemeinsam wird nach potenziellen Lebensrettern –  Blut- und Stammzellspendern  – gesucht.

„Einmal stechen, zweimal helfen“, lautet das Motto dieser Aufrufe, die nicht nur in Plaidt im Kreis Mayen-Koblenz am Donnerstag, 6. März, 16 bis 20 Uhr in Plaidt, Hummerich-Halle, Alter Kirchplatz 5, angeboten werden, sondern im gesamten Gebiet des Blutspendedienstes West in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland angelaufen sind. Das heißt: Wer zum Blut spenden geht, kann sich direkt auch als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen.

„Nach der Blutspende, wenn die Spender ohnehin noch, eine Kanüle im Arm haben, wird einfach ein Röhrchen Blut abgenommen – ein Fingerhut voll“, so Andrea Djifroudi, Sprecherin der Stiftung. Dieses Röhrchen kommt dann ins hauseigene Labor der Stiftung, um die Gewebemerkmale zu bestimmen. Diese HLA-Merkmale, die Teil des genetischen Codes eines Menschen sind, werden zusammen mit den persönlichen Daten im Register der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Die Gewebemerkmale stehen dann zusammen mit der Spendernummer unter der Beachtung des Datenschutzgesetzes anonymisiert im deutschen Zentralregister (ZKRD) und in der internationalen Spenderdatei (BMDW) für eine weltweite Suchabfrage verfügbar.

Der DRK Blutspendedienst West unterstreicht: „Die steigende Lebenserwartung älterer Menschen und das Ausscheiden von Spendern aus Alters- und Gesundheitsgründen wirken sich in großem Umfang auf den Bedarf an Blutkonserven aus.“ Die gleiche Herausforderung sieht auch Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stefan-Morsch-Stiftung, durch den demografischen Wandel auf die Stammzellspenderdateien zukommen: „Es ist  wichtig junge Menschen über das Thema Blutspende und Stammzellspende zu informieren. Denn die Zahl der Krebspatienten, die in den kommenden Jahren Blutkonserven und Stammzellspenden benötigen, wird mit einer wachsenden älteren Bevölkerung stark zunehmen.“

Die im Herbst vergangenen Jahres  gestartete Zusammenarbeit hat bislang schon gute Früchte getragen: Insgesamt wurden bei den gemeinsamen Blutspende- und Typisierungsaktionen fast 1 400 neue Stammzellspender in der Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert.  Und einer von diesen neu registrierten Spendern konnte dank seiner  genetischen Übereinstimmung mit einem Patienten bereits helfen. Ein Stammzellspender, der sich im Oktober in Alzey typisieren ließ, konnte vielleicht mit seiner Stammzellspende einer Leukämiekranken Frau die entscheidende Hilfe geben, um den Blutkrebs zu besiegen. (red)

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