Hochburg für Mathematik und Informatik

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TRIER. Beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in Trier hat das Gymnasium Hermeskeil auch im fünften Jahr in Folge erneut unter Beweis gestellt, dass es zu den Hochburgen für Mathematik und Informatik in der Region gehört.

19 Schülerinnen und Schüler der „Jugend forscht“-AG (mit Schwerpunkt: Mathematik/Informatik) unter der Betreuung von Dr. Marc A. Bauch waren beim Wettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ noch erfolgreicher als in den Jahren zuvor. Sie erhielten zahlreiche Preise für ihre 14 Projekte: Sieben Fachpreise, darunter auch drei Regionalsiege, vier Sonderpreise und zwei Schulpreise – so die bisherige Bilanz. Die diesjährigen Leistungen der Hermeskeiler Nachwuchsmathematiker und -informatiker sind schon jetzt der Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte, die in Rheinland-Pfalz einmalig ist.

In der Sparte „Schüler experimentieren“ gab es gleich zwei erste Preise für das Gymnasium Hermeskeil. Joseph Thommes erhielt einen ersten Preis im Fachgebiet Mathematik/Informatik für seine Arbeit mit dem Thema „Game of Life“. Thommes hat das von John Horton Conway 1970 entwickelte System, das auf einem zweidimensionalen zellulären Automaten basiert, implementiert und die entstehenden Strukturen analysiert. Der Nachwuchsinformatiker erhielt außer dem Regionalsieg auch den Sonderpreis für die beste Arbeit in der Sparte „Schüler experimentieren“.

Sarah Anell und Anna Thommes erhielten ebenfalls einen ersten Preis im Fachgebiet Mathematik/Informatik und damit den Regionalsieg. Die beiden Nachwuchsmathematikerinnen stellten Formeln für Knobelaufgaben auf, wie zum Beispiel wie viele Quadrate in einem Quadrat zu finden sind. Damit vertreten auch in diesem Jahr wieder drei Nachwuchswissenschaftler vom Gymnasium Hermeskeil die Region Trier im Fachgebiet Mathematik/Informatik beim Landeswettbewerb in Ingelheim.

Der zweite Platz ging an Marius Frohn, der ein Verfahren vorstellte, mit dem man in Dateien schneller nach Wörtern suchen kann. Max Reichrath und Nicolas Beth haben sich mit dem mathematischen Streichen von Lattenzäunen beschäftigt, dass sie auf die Mächtigkeit von Teilermengen zurückgeführt haben. Die beiden Jungforscher erhielten für ihre Arbeit einen dritten Platz. Ebenfalls erfolgreich teilgenommen hat Matthias Thommes, der sich mit Quadratsummen beschäftigt hat. Januhan Pararajasingam untersuchte den Informationsgehalt von Zeichen mit Hilfe der Shannonschen Informationsfunktion.

In der Sparte „Jugend forscht“ ging der erste Preis im Fachgebiet Mathematik/Informatik und damit der Regionalsieg an Natalie Gdanitz. Sie beschäftigte sich mit dem Informationsgehalt von Bitmaps, indem sie in Rastergrafiken Bildpunkte entfernte und dann über die Nachbarpixel wieder rekonstruierte. Auch diese Arbeit wurde mit dem Sonderpreis für die beste Arbeit in der Sparte „Jugend forscht“ ausgezeichnet. Zusätzlich wurde das Projekt als originellste Arbeit des Wettbewerbs mit dem Sonderpreis der Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung belohnt. Damit hat sich Natalie Gdanitz für den Landeswettbewerb in Ludwigshafen qualifiziert. Der zweite Platz ging an Robert Walgenbach und Kristin Sutter. Sie haben sich mit Lösungsstrategien für Sudokus beschäftigt. Ulli Lukas und Nico Thomas haben ein Programm für das blockweise Chiffrieren mit dem RSA-Verfahren implementiert. Die Arbeit wurde mit dem dritten Preis sowie mit dem Sonderpreis für die beste ingenieurmäßige Leistung vom Verein Deutscher Ingenieure ausgezeichnet.

Ebenfalls erfolgreich teilgenommen hat Carolin Biwer, die das „Ziegenproblem“, ein Problem aus der Stochastik (Anm. d. Red.: Das ist der Oberbegriff für Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik) verallgemeinerte und untersuchte. Alina Paulus untersuchte die aus dem Kunstunterricht bekannten Fluchtpunktperspektiven mathematisch. Erfolgreich teilgenommen hat Alexander Kunz, der mathematisch Strategien beim Black Jack untersuchte. Lucas Sänger und Jannik Jonas stellten ein numerisches Verfahren vor, mit dem man dominante Eigenwerte und deren Eigenvektoren bestimmen kann. Victoria Pink implementierte Algorithmen, um große Zahlen zu addieren und zu multiplizieren.

Die Jury lobte die Selbstständigkeit der Hermeskeiler Schüler und das hohe wissenschaftliche Niveau, auf dem die Schüler sich mit der Materie über mehrere Monate hinweg auseinandersetzten, Algorithmen implementierten, Hypothesen aufstellten, diese durch Beweise verifizierten oder modifizierten und selbstständig Lösungen fanden.

Die vierzehn Projekte der Hermeskeiler Schüler wurden von Mathematik- und Informatiklehrer Dr. Marc A. Bauch betreut. Für Bauch, der in den letzten zwölf Jahren 15 Regionalsiegerarbeiten und zwölf Mal die beste Arbeit betreut hat, ist die vorläufige Bilanz der diesjährigen Teilnahme ein erfreulicher Höhepunkt einer langjährigen Erfolgsgeschichte, die in dieser Form einmalig in Rheinland-Pfalz ist: „Die Vielfalt und die Bandbreite der Themen zeigt das überragende Interesse unserer Schüler an Mathematik und Informatik. Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn dieses Engagement belohnt wird.“

Das Gymnasium Hermeskeil gehört seit fünf Jahren zu den engagiertesten Schulen der Region. Für dieses Engagement erhielt das Gymnasium Hermeskeil erneut sowohl den Schulpreis der Berdelle-Hilge-Stiftung als auch den Sparkassenpreis in Höhe von 300 Euro für die hohe Anzahl an Arbeiten beim diesjährigen Wettbewerb, die der Schulleiter vom Gymnasium Hermeskeil, Arno Ranft, in einer ansprechend gestalteten Feierstunde, zu der auch Vertreter des öffentlichen Lebens eingeladen waren, in der Aula der Hochschule Trier entgegennahm. (red)

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