Aktion „Rote Hand“ in Trier

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TRIER. In dieser Woche hatte Oberbürgermeister Klaus Jensen zum internationalen Aktionstag „Rote Hand“ in das Rathaus geladen, um persönlich die gesammelten roten Hände der Teilnehmer in Empfang zu nehmen.

Die Aktion, welche in Trier seit 2009 existiert, kritisiert den Missbrauch von Kindern als Soldaten in Kriegsgebieten aller Welt und mahnt ebenso Missstände in Deutschland an. Der OB versprach den Teilnehmern der Aktion die insgesamt 2381 gesammelten roten Hände mitsamt ihren Forderungen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sigmar Gabriel weiterzuleiten.

Der internationale „Red Hand Day“ findet jährlich in über 50 Ländern statt und richtet sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten Soldaten in Krisengebieten. In Ländern wie Syrien, Kongo, Afghanistan, Burma, Kolumbien ist das noch Realität. Auch die Deutsche Bundesregierung trage hierzu ihren eigenen Anteil durch die Erlaubnis des Exports von Deutschen Waffen in Krisengebiete. So gelangen dann legal oder illegal Waffen in die Hände von Kindern. Der Trierer OB Jensen versprach den Teilnehmern: „Ich fordere in meinem Anschreiben an Frau Merkel und Sigmar Gabriel, dass sich Deutschland zu dieser Thematik in den internationalen Gremien engagieren soll. Deutschland trägt außerdem mit dem Export von Waffen eine Verantwortung im Außenhandel, die wahrgenommen werden muss.“

Aber nicht nur der Außenhandel beschäftigt am Aktionstag Rote Hand die beteiligten Organisationen. Auch die Deutsche Bundeswehr rückt ins Visier der Kritik. Mit ihrer Werbung in Schulen wendet sie sich derzeit gezielt an Minderjährige und versucht so neue Freiwillige zu rekrutieren. Selbst die Aufforderung dies zu unterlassen durch den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes ließ die Bundeswehr kalt. „Im vergangenen Jahr gab es in Rheinland-Pfalz 500 Besuche der Bundeswehr in Schulen. Demgegenüber stehen nur 6 Termine von Friedensorganisationen“, erklärt Markus Pflüger von der AG Frieden aus Trier. „Die Bundeswehr rekrutiert bei diesen Veranstaltungen Minderjährige für den Dienst an der Waffe.“

Einige Schülerinnen und Schüler vom Max-Planck-Gymnasium (MPG) in Trier kamen am Mittwoch persönlich in das Rathausfoyer um ihre gesammelten roten Hände dem OB zu überreichen. Nicolas Lobbe aus der 9b bedachte seine Rote Hand mit Sprüchen wie: „Feel free and be yourself“. Übersetzt bedeutet das so viel wie: fühl dich frei und sei du selbst. Er erzählt mir, dass er es schlimm findet, dass Kinder in Kriege involviert werden und somit auf ihre Kindheit verzichten müssen. Auch Julian Lehnart aus der Schülervertretung des MPG ist mit dabei und freut sich, dass an seiner Schule ganze 822 Hände zusammen kamen.“ Dass in der Bundeswehr 17-Jährige schon ihren Dienst an der Waffe leisten und das Verbot von Kindersoldaten auf der anderen Seite ist ein Widerspruch in sich.“

In der Schule war das Thema des Aktionstages im Rahmen des Religionsunterrichts aufgegriffen und bearbeitet worden. Sabine Mock von der Lokalen Agenda möchte mit der Beteiligung an der Aktion vor allem Bewusstsein für die Problematik schaffen. Die Beteiligung der Lehrer in Schulen sei dafür ebenfalls ein wichtiger Schritt. In den letzten Jahren sei die Aktion durch Pressearbeit schon bekannter geworden. „Ich weiß, dass wir nächstes Jahr wieder hier stehen werden müssen, damit sich wieder etwas bewegt und sich noch mehr verändert. Aber ich finde es wunderbar, dass wir dieses Jahr so viele Hände gemeinsam sammeln konnten.“

Teilgenommen hatten an der Rote Hand Aktion in Trier unter anderem die Lokale Agenda 21, welche die Aktivitäten koordinierte, das Max-Planck-Gymnasium, das Auguste-Viktoria-Gymnasium, das Humboldt-Gymnasium Trier, die Arbeitsgemeinschaft Frieden und die Junge Union. Gefördert wird die Aktion von Engagement Global, dem Evangelischen Entwicklungsdienst, der Nikolaus Koch Stiftung sowie dem Rheinland-Pfälzischen Innenministerium. Marilena Häring

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