Rollender Schrott-LKW ist Schrott

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WITTLICH. Am gestrigen Donnerstag, den 13. Februar, führte der Zentrale Verkehrsdienst der Polizeidirektion Wittlich zusammen mit Kräften der Verkehrsdirektionen Mainz, Neustadt, Koblenz und Enkenbach-Alsenborn sowie der Landespolizeischule und der Bereitschaftspolizei Schwerlastverkehrskontrollen auf der A 1 auf der Raststätte „Eifel-West“ durch.

Die Landespolizeischule hatte einen Lehrgang zum Thema „LKW-Technik“ veranstaltet. Am Lehrgangsende wurde zusammen mit den Lehrgangsteilnehmern eine praktische Verkehrskontrolle mit diesem Schwerpunktthema durchgeführt.

Insgesamt kontrollierten die Polizeibeamten 17 Fahrzeuge, darunter zwei Abfalltransporte. Mehrere Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten, Ladungssicherung, Überladung und technischer Mängel sowie Strafanzeigen wegen illegaler Abfallbeseitigung und mittelbarer Falschbeurkundung wurden durch die eingesetzten Kräfte eingeleitet.

Besonders gravierend waren die Mängel eines 23 Jahre alten LKW (7,5 t) eines Schrotthändlers aus dem Raum Trier. Der LKW befand sich in einem desolaten Zustand. Es wurde eine Vielzahl an technischen Mängeln an mehr als 30 Bauteilen festgestellt. Er war mit diversem Schrott, alten Fenstern und einem ganzen Pkw beladen. Bei einer Verwiegung vor Ort an der Kontrollstelle wurde eine Überladung von 600 kg festgestellt. Weiter war die Ladungssicherung nicht ausreichend.

Die gravierendsten Mängel an diesem Lkw waren:

– alle seitlichen Bordwände waren schadhaft. Durch die Ladung hatten sich alle Bordwände bereits deutlich nach außen gebogen. Es wurde eine unzulässige Überbreite von mehr als 20 cm festgestellt. Es musste davon ausgegangen werden, dass die Bordwände auseinanderbrechen, und dass sich die Ladung auf der Straße verteilt
– der angebaute Ladekran war lose. Die letzte „jährliche“ Prüfung des Krans fand vor 12 Jahren statt
– der Kraftstofftank war unzureichend befestigt
– die Reifen waren abgefahren
– ein Zwillingsreifen war bereits drucklos
– die Verkleidung der Lenksäule fehlte
– alle Stoßdämpfer waren schadhaft
– im Luftkreislauf der Bremsanlage befand sich Öl, da auch der Kompressor defekt war
– der Gaszug musste mit einem Schraubenzieher „überbrückt“ und zusammengehalten werden
– sowie viele weitere Mängel an Beleuchtung, Elektrik, Aufbau und Fahrgestell.

Während der Kontrolle, als das Fahrzeug noch einmal gestartet werden sollte, brannte der Anlasser durch. Die Fahrzeugbatterie kochte über. Die Batterie musste umgehend abgeklemmt werden, da ansonsten die Gefahr bestand, dass der LKW vor Ort Feuer fing. Ermittlungen zufolge hatte der LKW erst im vergangenen November die Hauptuntersuchung „ohne erkennbare Mängel“ bestanden. Hieran bestehen jedoch erhebliche Zweifel. Die Weiterfahrt wurde untersagt. Der Lkw wurde sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Gutachten des LKW in Auftrag gegeben.

Gegen den Fahrer wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Der Halter war bei der Kontrolle als Beifahrer ebenfalls vor Ort. Auch gegen ihn wird ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, sowie zusätzlich ein Vermögensabschöpfungsverfahren. Gegen den Prüfer der letzten Hauptuntersuchung wird ein Strafverfahren wegen mittelbarer Falschbeurkundung eingeleitet. (red)

Weitere Polizeimeldungen finden Sie immer in unserer Rubrik „Kurz und Bündig“

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1 KOMMENTAR

  1. Ja und? das mag zwar in der Eifel Spektakulär sein. Aber in Trier selbst ist es Alltag.
    Die Polizei wäre gut daran beraten, mal Montags eine solche Kontrolle im Bereich des Trierer Hafens durchzuführen.

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