Rechte Schmierereien am Friedens- und Umweltzentrum

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TRIER. Am Freitag, den 7. Februar, fand der gut besuchte Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft Frieden im Weltladen statt. Arabische Musik, Beiträge zur aktuellen Politik und zu den Plänen der AGF im 35. Jahr ihres Bestehens sowie ein Buffet ließen Mitglieder und Freunde der AGF bis fast 1 Uhr in der Nacht feiern.

Am nächsten Morgen wurden Schmierereien am Friedens- und Umweltzentrum entdeckt, die Polizei und der Hausbesitzer wurden informiert, um die Sachbeschädigung mit offensichtlich rechtem Hintergrund zur Anzeige zu bringen.

Zum einen wurden die Eingangs-Schilder mit Namen und Logos einiger Gruppen des Friedens- und Umweltzentrums schwarz zugesprüht: Arbeitsgemeinschaft Frieden, Weltladen, Bund für Umwelt und Naturschutz, Greenpeace und Naturschutzbund Trier.
Zum anderen wurde auf ein Schaufenster des Weltladens – in dem politische Bücher z.B. das „Schwarz­buch Rüstungsexporte“, „Solidarische Ökonomie“ und T-Shirts aus fairem Handel aus liegen, ein nationalistischer Text mit einem wasserfesten Stift aufgemalt.

Der Spruch ist von Karl Theodor Körner (1791-1813) einem deutsch-nationalen Dichter, der als Offizier des Lützower Freikorps im Jahre 1813 im sogenannten „Freiheitskampf“ gegen Frankreich gefallen ist. Der Text lautet: „Das Leben gilt nichts wo die Freiheit fällt, was gibt mir die weite unendliche Welt, für des Vaterlands heiligen Boden.“ 2011 organisierten einschlägig bekannten Rechtsextremisten den „1. Theodor-Körner-Gedenktag“ in „Mitteldeutschland“. Für die Veranstaltung warben die NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ und das neonazistische „Thiazi Forum“.

Für die AGF hat diese Sachbeschädigung damit einen rechten Hintergrund: „Die AGF unterstützt Demonstrationen gegen Neonazis, so zuletzt am 1.2.2014. Beim Neujahrs­empfang am 7.2. warnte die AGF vor der rassistischen Hetze der NPD und anderer Neonazis besonders gegen Flüchtlinge. Die Schmierereien vom 8.2. zeigen, dass wir mit allen demokratischen Kräften dieser Gesellschaft noch stärker gegen rechte Umtriebe und Propaganda aktiv werden müssen,“ so Hermann Anell, Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft Frieden.

„Wir hoffen dass die rechten Schmierereien zu mehr Solidarität und Engagement für ein buntes demokratisches und vielfältiges Trier führen. Fall es um Einschüchterung oder mehr Zustimmung für rechtsextreme Parteien gehen sollte, wird das Gegenteil eintreten: Die Schmierereien motivieren sich noch stärker und gemeinsam gegen Rechts, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus sowie gegen Rechtsextreme im Umweltschutz zu engagieren,“ so Markus Pflüger von der AGF. (red)

Die AGF schlägt daher vor: Engagieren Sie sich und werden Sie jetzt Mitglied der Gruppen des Friedens- und Umwelt­zentrums, und werden Sie vor allem aktives Mitglied im Verein „Für ein buntes Trier gemeinsam gegen Rechts“, dem auch die AGF angehört. Informationen unter: www.buntes-trier.org und www.agf-trier.de.

 

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