Mégane Vallet in Trier unumstritten

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TRIER. Am Ende standen ihr Enttäuschung und Erschöpfung ins Gesicht geschrieben, dennoch erfüllte Mégane Vallet vom Handball-Bundesligisten Trier ruhig und geduldig jeden einzelnen Autogrammwunsch.

Ihre Unterschrift war trotz der wieder einmal deutlichen 26:36 (16:20)-Niederlage gegen den VfL Oldenburg heiß begehrt. Kein Wunder, denn in den 60 Minuten zuvor hatte die Französin, nicht nur wegen ihrer acht Treffer, eine beeindruckende Partie abgeliefert. Kompromisslos in der Defensive, vorne mit Durchsetzungsvermögen, Kreativität und eiskalten Abschlüssen.

Die 25 Jahre alte Außenspielerin hat sich bei den Miezen neben Top-Torschützin Katrin Schneider leise, still und heimlich zur absoluten Führungsfigur entwickelt. „Wir haben einen sehr kleinen Kader, da ist jede Spielerin gefragt“, nimmt sich Vallet aber selbst nicht so wichtig. Typisch Vallet: sich selber ins Rampenlicht stellen oder über sich zu reden, ist nicht die Art der 170 cm großen Französin. Absolut unaufgeregt, bringt „Meggi“ Woche für Woche ihre Leistung aufs Parkett.

Gegen den VfL gelang ihr vor den Augen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer das richtig gut, mit acht Treffern und weiteren tollen Aktionen heimste die Französin nicht nur einmal den Sonderapplaus der knapp 1200 Zuschauer ein. Letztlich konnte aber auch Vallet die sechste Pleite in Folge nicht verhindern. Vor allem in der Defensive präsentierte sich die Mannschaft von Cristina Cabeza Gutiérrez und Jana Arnošová löchrig wie ein Schweizer Käse. Ohne jegliche Aggressivität hatte Oldenburg leichtes Spiel, fuhr über die Stationen 11:7 (15.), 20:16 (30.) und 27:22 (45.) einen ungefährdeten Sieg ein.

Dass am Ende wieder eine Zehn-Tore-Niederlage auf dem Papier stand, ist vor allem den personellen Alternativen geschuldet. Für die anstehenden Aufgaben ist die Französin, die auch spanisch spricht, dennoch optimistisch: „Gegen Oldenburg haben wir auch einige Sachen gut gemacht, darauf müssen wir aufbauen“, sagt Vallet und ergänzt: „Es war klar, dass wir wieder eine schwere Saison vor uns zu haben. Aber im Kampf um den Klassenerhalt sehe ich uns gut gerüstet.“

Man merkt ihr an, dass das dauerhafte Verlieren, die knappen Rettungen und das große Zittern der letzten Jahre Spuren hinterlassen haben. „Verlieren macht niemandem Spaß, vor allem wenn man immer auf die Mütze bekommt“, so die 25-Jährige. Seit 2007 ist die Frau mit der Rückennummer 14 an der Mosel aktiv und zusammen mit Judith Derbach die dienstälteste Mieze. Nie war „Meggi“ aber wohl so wertvoll wie in dieser Spielzeit. Neben ihren unumstrittenen sportlichen Qualitäten, ist die Französin, die in ihrer Freizeit gerne tanzt, auch als Person gereift. Ihr Wort hat im Kreis der Mannschaft Gewicht.

Ob Trier in der kommenden Saison erstklassig spielt, wird auch von Vallet abhängen. Zusammen mit Katrin Schneider und Andrea Czanik ist sie einer der Eckpfeiler im Team. Und auf die Frage, ob sie nach sieben Jahren Trier nicht mal eine Luftveränderung anstrebt, antwortet Vallet: „Man soll nie etwas ausschließen. Aber ich fühle mich hier sehr wohl, habe einen guten Job und das Paket passt.“ Eine Absage hört sich anders an – die Miezen-Fans dürfte es freuen. (fa)

DJK/MJC Trier: Kockler, Vogt, Flöck (n.e.); Pötters (n.e.), Irsch, Sattler, Mohr (1), Schneider (8/2), Czanik (5), Vallet (8), Pilmayer (2), Derbach, Cabeza (1), Kroyer (1/1)

Beste Werferinnen für Oldenburg: Birke (8), Abbingh (6/3)

Zuschauer: 1186 – Schiedsrichter: F. v. Dorff/C. v. Dorff

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