TBB Trier: Viel Positives bei 64:72-Niederlage

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TRIER. Es war ein großer Schritt in die richtige Richtung: Nach großem Kampf musste sich die TBB Trier vor 3656 Zuschauern den Artland Dragons mit 64:72(29:39) geschlagen geben. In einer turbulenten Schlussphase ließ man wichtige Würfe von der Freiwurflinie liegen und Brandon Thomas traf auf Quakenbrücker Seite die wichtigen Würfe. 

Schon vor dem Spiel war klar, dass Trevon Hughes wegen eines Trauerfalls erst am Morgen in Luxemburg landen würde. Der Trierer Topscorer kam zwar pünktlich, stand aber erstmals nicht in der Startformation. Henrik Rödl zollte dem US-Amerikaner höchsten Respekt vor seiner Einstellung.

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Die Moselstädter liefen von Beginn an einem Rückstand hinterher, den sie sich in den ersten zwei Minuten eingefangen hatten. Die Rückkehr von Jermaine Bucknor tat dem Team extrem gut, aber in der Zone hatte man große Schwierigkeiten gegen die lange Garde der Dragons. Zudem kam Jermaine Anderson mit der intensiven Verteidigung der Drachen nicht zurecht, so dass viele Angriffe der TBB Trier im Sande verliefen. Beim Stand von 12:17 nahm Henrik Rödl erstmals eine Auszeit. Sie fruchtete nicht wie gewünscht und Holston und Co. bestimmten weiterhin das Spielgeschehen. Am Ende des ersten Viertels leuchtete ein 14:21 von der Anzeigentafel.

Mit der Rückkehr von Hughes kam mehr Geschwindigkeit in das Spiel des Heimteams. Immer wieder fand der US-Amerikaner Stefan Schmidt, der sein bis dato bestes Spiel im TBB-Dress ablieferte. Auch in der Verteidigung fruchtete die 3-2-Zonenpresse und die Drachen leisteten sich mehrere Turnover in Serie. McCoy hatte genug gesehen und bat beim Stand von 18:21 zur Auszeit. Der TBB-Zug hatte jetzt Fahrt aufgenommen und glich sogar zum 21:21 aus. Doch mit der Auswechslung von Hughes setzten sich die Dragons wieder Schritt für Schritt ab. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht gemerkt hatte, wie wichtig Hughes für das Spiel der Trierer ist, wird es wohl niemals tun. Erst beim Stand von 23:33 reagierte Rödl mit einer Timeout und brachte Hughes zurück in die Partie. Die Moselstädter hatten jetzt wieder mehr vom Spiel, konnten die Schwächephase der Drachen allerdings nicht ausnutzen. Mit 29:39 ging es in die Halbzeitpause. Keinen einzigen Dreipunktewurf brachte man im Korb der Dragons unter und auch bei den Rebounds zog man wieder einmal den Kürzeren.

In der Halbzeit räumte Frank Baum auch mit dem Märchen auf, dass es in der Mannschaft nicht stimme und sie den Kampf vermissen ließe. „Ich bin bei jedem Training dabei und jeder ist für jeden da. Jeder kämpft. Es fehlt einfach nur ein Erfolgserlebnis“, sagte der Sportliche Leiter im Livestream.

Wie die Feuerwehr legten die Trierer dann in der zweiten Halbzeit los. Gleich vier Dreier fanden binnen kürzester Zeit den Weg in den Dragons Korb, gleich zwei davon von Sorgenkind Laurynas Samenas. Der wurde beim Stand von 43:45 und der Auszeit von McCoy von Hughes und Co. gefeiert. Leider waren es danach wieder die Dragons, die nach Samenas viertem Foul die Kontrolle übernahmen. Durch sieben Punkte von Hughes in Serie ging man mit einem 51:56-Rückstand in die letzte Pause. Es war noch alles drin in der Arena Trier. 

Durch einen Dreier von Petric konnte man auch im letzten Durchgang an dem Fünftplatzierten dranbleiben. In der Defensive legte man an Intensität zu und der starke Samenas, der mit seiner phyiśischen Spielweise dem Team die richtigen und wichtigen Impulse gab, führte sein Team an. Durch einen Offensivrebound und den anschließenden Treffer schaffte man es sogar kurzzeitig, die Führung zu übernehmen (62:60). Doch zwei leichte Ballverluste von Jermaine Bucknor ebneten den Gästen den Weg, erneut zurückzuschlagen. Es war der bis dato beste Drache, der für die vermeintliche Entscheidung sorgte. Brandon Thomas gelang der Sprungwurf zum 62:66 und wenig später der Steal gegen Warren Ward. Hughes zeigte anschließend Nerven von der Freiwurflinie und traf insgesamt nur zwei seiner vier Versuche. 

Am Ende reichte es leider nicht mehr. Das Team aus der ältesten Stadt Deutschlands kämpfte vergebens, Holston und Co. blieben cool von der Linie. Es war auch ein Sieg der besseren Nerven. Am Ende verlor man mit 64:72, kann aber viel Positives mit in das kommende, wichtige Auswärtsspiel bei RASTA Vechta nehmen. (cw) 

Stimmen zum Spiel

Henrik Rödl:
„Glückwunsch an Tyron und sein Team. Das war eine Niederlage, die uns in der aktuellen Situation natürlich nicht weiterhilft. Auf der anderen Seite hat man gesehen, dass die Mannschaft sich heute wieder gefunden und einen wichtigen Schritt gemacht hat. Wir hatten uns eine Siegchance erarbeitet und am Ende das Spiel durch zwei oder drei dumme Fehler verloren. Insgesamt bin ich froh, dass die Mannschaft sich nach einer schwierigen Anfangsphase über den Kampf ins Spiel hinein gearbeitet hat. Vor allem Stefan Schmidt möchte ich hier erwähnen, er hat gekämpft wie immer, hatte heute aber den nötigen Erfolg und konnte wichtige Punkte machen. Artland ist nicht die Mannschaft, mit der wir uns messen wollen, natürlich wollen wir aber auch gegen solche Teams gewinnen. Insgesamt geht der Sieg in Ordnung, aber wir waren sehr nah dran, ich sehe Leben in meiner Mannschaft. Wenn wir jetzt den nächsten Schritt machen, werden wir auch wieder siegen.“

Tyron McCoy (Artland Dragons):
„Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, Trier ist eine der schwersten Städte, in der man auswärts spielen kann. Dieser Sieg war also sehr wichtig für uns. Ich finde, wir haben heute vor allem defensiv gute Arbeit geleistet, damit hatten wir zuletzt Probleme. Die Jungs haben eine bewusste Anstrengung unternommen, um gut zu verteidigen, das hat uns ins Spiel gebracht. Offensiv waren wir nicht so gut, das sieht man in der Statistik, aber die Verteidigung hat das wettgemacht. Triers Offensivrebounds waren der andere Schlüssel – in den letzten Spielen hatten wir Probleme beim Ausboxen und konnten die Gegner nicht vom Offensivrebound weghalten. Auch das war heute besser.“

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