Wittlicher Marktplatz bekommt ein neues Gesicht

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WITTLICH. Bis zur Wittlicher Säubrennerkirmes (15. – 18. August) wird die Fassade fertig sein. Dieses Versprechen gab der Bernkastel-Kueser Architekt Peter R. Berdi öffentlich in der jüngsten Sitzung des Wittlicher Stadtrates. Ausführlich stellte er die aktuelle Planung für das Areal der „Alten Posthalterei“ am Wittlicher Marktplatz vor und erläuterte auch detailliert versteckte und für den Investor unerfreuliche Überraschungen beispielsweise im Gebälk des Gebäudes. „Wir ziehen das durch“, war eine der klaren und optimistischen Aussagen des Architekten zu diesem Tagesordnungspunkt. Man wolle am Marktplatz „einen ersten Pflock einschlagen“, die Attraktivität steigern und so auch Impulse für das direkte Umfeld setzen. Schon sichtbar ist hinter Gerüst und Absperrungen der Rückbau und die Schließung der Passage, um den ursprünglichen Eindruck der Posthalterei entstehen zu lassen.

In der Sitzungswoche des Stadtrates war man laut Architekt Berdi in intensiven Gesprächen mit drei potentiellen Gastronomen, die der niederländische Investor gerne für sein gastronomisch ambitioniertes Brasserie-Konzept im Erdgeschoss der ehemals Thurn- und-Taxis- Posthalterei am Wittlicher Marktplatz gewinnen will. Man hoffe auf eine Entscheidung in den nächsten acht Tagen.

Das Angebot soll danach bereits um sieben Uhr morgens mit Frühstück beginnen, sich über den Tag hinweg mit Mittagessen über Kaffee und Kuchen sowie Abendessen bis in die Nacht fortsetzen, wo man auch nach der Arbeit noch gerne einkehrt. In einem separaten Raum will man für Gruppen zusätzliche Arrangements anbieten. Ergänzt werden soll dies auch durch Einbeziehung des Außenbereichs.

Weiteres erklärtes Ziel ist, die Fassade bis zur diesjährigen Säubrennerkirmes fertigzustellen. Optisch haben sich die Planungen dahingehend geändert, dass die bisherigen seitlichen Aufgänge der Treppe wegfallen. Das Erdgeschoss soll stattdessen mit einem zentralen Treppenaufgang erschlossen werden und damit auch einladender wirken. Hinweise an zugemauerten Kellerfenstern deuten darauf hin, dass es eine zentrale Treppe in der Vergangenheit bereits einmal gegeben haben muss. Im Zuge der aktuellen Bauentwicklung soll der Aufzug verlegt werden, um die Geschosse besser erschließen zu können. Große Schaufenster im Fassadenbereich werden zurückgebaut und das Farbkonzept der Fassaden so angepasst, dass die Häuser für den Betrachter einzeln erlebbar werden.

Bild einfügen: Foto Stadtratssitzung:

Architekt Peter R. Berdi erläuterte vor interessierten Zuhörern im Stadtrat die aktuelle Planung für die Alte Posthalterei am Marktplatz 3 (Foto: Jan Mußweiler).

Unliebsame Überraschungen beim Bauzustand haben laut Architekt den Investor nicht verschreckt. Dieser habe am Freckmann-Areal „einen Narren gefressen“, auch wenn die Investitionen betriebswirtschaftlich nicht rentabel seien.

In der langen Geschichte des Objektes wurden zum Beispiel große Verformungen der Holzdecken kaschiert. Die Durchbiegungen betragen bis zu 20 Zentimeter. Decken- und Dachbalken wurden von dem gescheckten Nagekäfer namens „Totenuhr“ heimgesucht und bedingen aufwändige Sanierungen und Erneuerungen. Ein Versuch ist, lebenden Restbeständen der Totenuhr mit Mikrowellenbestrahlung den Garaus zu machen. Holztüren wurden mit bis zu acht Lackanstrichen überzogen, bevor man auf den ursprünglichen Leinölanstrich stieß. Einige Stuckdecken sind nicht mehr zu retten, können aber nachgebaut werden.

Der Bürgermeister verteidigte in der Sitzung das städtische Engagement und Zusagen, im ersten Obergeschoss Räumlichkeiten für städtische Belange anzumieten als „Eintrittskarte“ und „Impuls“, um für das Vorhaben einen Investor gewinnen zu können. Zudem seien über das Programm „Aktive Stadtzentren“ auch das Land und der Bund dabei.

Rodenkirch begrüßte die Präsentation, um den Stadtrat und die Öffentlichkeit „auf Ballhöhe zu bringen“, mit welchen Aktivitäten an diesem ambitionierten Projekt gearbeitet werde. Rodenkirch abschließend: „Wir werden das Projekt zum Erfolg bringen!“ (hg/red)

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