18 Monate Haft auf Bewährung

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TRIER. Am heutigen Dienstag, den 4. Februar, wurde im Landgericht Trier in der 3. Großen Strafkammer der Prozess gegen einen 44-jährigen Mann aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm fortgesetzt.

Er muss sich unter anderem wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung und Freiheitsberaubung vor Gericht verantworten (lokalo berichtete).

Zu Beginn verkündete Richter Armin Hardt, dass die Beweisaufnahme nun geschlossen werde.

Daraufhin wurden die Plädoyers verlesen.

Staatsanwältin Stefanie Wöste sagte, dass der Angeklagte Michael S. in einem Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt und sich zudem teilgeständig eingelassen habe. Man könne jedoch nur von teilgeständig sprechen, da sich der 44-Jährige nicht geständig im Zusammenhang mit den Taten gegenüber seinem Vater beziehungsweise seiner Eltern gezeigt habe.

Auch sei zu beachten, dass der Angeklagte bereits vorbestraft sei. Zudem habe er die Schäden, die er durch seine Taten verursacht habe, nicht bezahlt. Dies könne er jedoch auch nicht, da er nicht über die dazu nötigen, finanziellen Mittel verfüge.

Eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und 6 Monaten sei als Strafe angemessen, so die Staatsanwältin. Ob man diese Strafe zur Bewährung aussetzen könne, sei fraglich. „Zum einen“, so Stefanie Wöste, „hat Michael S. keinen Job. Zum anderen hat er keine Familie, welche ihm Rückhalt geben könne. Positiv ist aber, dass er eine enge Bindung zu seiner ehemaligen Lebensgefährtin hat. Sie möchte ihm Rückhalt geben und ihm in Zukunft helfen, sein Leben neu zu ordnen.“ Aus diesem Grund könne man die Strafe sehr wohl zur Bewährung aussetzen.

An dieser Stelle betonte sie jedoch, dass es einige Bedingungen gebe: „Michael S. muss jeden Wohn- beziehungsweise Arbeitswechsel melden. Des Weiteren muss er sich sofort in eine ambulante, psychiatrische Behandlung begeben. Außerdem hat der Angeklagte jeglichen Konsum von Alkohol sowie Drogen zu unterlassen.“ Eine Gefahr gegenüber anderen Menschen gebe es nicht.

Die Rechtsanwältin und Verteidigerin des Angeklagten, Martha Schwiering, verlas danach ihr Plädoyer. Sie sagte, dass man Michael S. positiv anrechnen müsse, dass er ein volles Geständnis abgelegt habe. Er sei während der Begehung der Taten in einem „schweren Zustand“ gewesen.

Dass Michael S. kurz vor der Begehung der Taten aus der Justizvollzugsanstalt entlassen worden sei, könne man ihm nicht negativ anrechnen: „Die JVA kam mit meinem Mandanten nicht klar. Die Mitarbeiter dort riefen mich an und teilten mir mit, dass er sehr schwer zu händeln sei.“

Martha Schwiering betonte auch, dass ihr Mandant geplant habe, beruflich wieder Fuß zu fassen. Zu der ärztlichen Behandlung sagte sie, dass er regelmäßig seine Ärzte aufsuche und bereits am morgigen Mittwoch den nächsten Termin habe.

Nach einer halbstündigen Pause wurde schließlich das Urteil von Richter Armin Hardt verlesen.

Der Angeklagte wurde wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung in 6 Fällen, sowie der Beleidigung und Freiheitsberaubung, jeweils in zwei tateinheitlichen Fällen, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährungszeit dauert drei Jahre.

Richter Hardt betonte, dass alle Taten in einem Zustand der verminderten Schuldfähigkeit sowie verminderten Steuerungsfähigkeit begangen worden seien. Man könne jedoch nur von einer verminderten Steuerungsfähigkeit sprechen, da Michael S. sehr wohl gezielt gehandelt und somit über einen Rest der Steuerungsfähigkeit verfügt habe. Von einer verminderten Schuldfähigkeit könne man sprechen, da er nur ein Teilgeständnis abgelegt habe.

Der 44-Jährige habe zudem viele Taten in einem langen Tatzeitraum gegangen. Die Tat, bei der er seine Eltern in dem Wohnhaus eingesperrt und versucht habe, sie durch ein selbst gelegtes Feuer in Angst und Schrecken zu versetzen, bilde außerdem „einen strafschärfenden Umstand“.

Die Verletzungen, die der Vater des Angeklagten bei den Übergriffen durch seinen Sohn erlitten habe, seien zudem recht schwer gewesen. „Der Heilungsprozess war langwierig“, so Hardt.

Zuletzt betonte der Richter, dass der Angeklagte Revision binnen einer Woche einlegen könne.

Der Angeklagte sowie seine Verteidigerin Schwiering akzeptierten das Urteil jedoch sofort. Es ist somit rechtskräftig. Laura Dolfen

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