Region Trier: Rückgang der Firmen- und Privatinsolvenzen in 2013

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    TRIER. Creditreform Trier hat turnusmäßig zum Jahresbeginn nochmals detailliert das Insolvenzgeschehen der Region Trier im Jahre 2013 näher unter die Lupe genommen.

    Bereits bei der vorläufigen Untersuchung Anfang November 2013 zeichnete sich für die Region eine positive Tendenz ab. Die Unternehmensinsolvenzen in der Region sind um knapp 13 % (12,97 %) zurückgegangen, und zwar von 185 Verfahren in 2012 auf 161 Pleiten im vergangenen Jahr.

    Deutschlandweit sind die Firmeninsolvenzen um 8,43 % gesunken (von 28.720 Verfahren in 2012 auf 26.300). Die Region ist damit im Durchschnitt besser aufgestellt als Gesamtdeutschland.

    Ein leichter Rückgang ist regional auch im Bereich der Privatinsolvenzen zu vermelden. 506 private Pleiten im vergangenen Jahr (527 in 2012) bedeuten einen Rückgang von knapp 4 % (3,98 %).

    Auch die Insolvenzen der ehemals Selbstständigen sind rückläufig. Hier gab es im vergangenen Jahr 46 Verfahren (Vorjahr 49 Pleiten), was ein Minus von 6,12 % bedeutet.

    Bis auf die Kreise Bernkastel-Wittlich mit Plus 28,57 % (45 Firmeninsolvenzen in 2013 zu 35 in 2012) und Vulkaneifel mit Plus 17,65 % (20 Firmeninsolvenzen in 2013 zu 17 in 2012) ist in allen anderen Kreisen die Zahl der Firmenpleiten rückläufig. Dabei liegt der deutlichste Rückgang im Bereich der sonst so gebeutelten kreisfreien Stadt Trier. Dort waren in 2012 noch 54 Pleiten zu vermelden, dem gegenüber in 2013 nur 32; dies ergibt einen Rückgang um 40,74 %. Insgesamt waren die meisten Firmeninsolvenzen mit 45 Verfahren im Kreis Bernkastel-Wittlich zu vermelden.

    Nach Branchen betrachtet ist festzustellen, dass durchweg in allen Bereichen ein Rückgang zu verzeichnen ist. Mit minus 27,78 % der deutlichste im verarbeitenden Gewerbe. Dort gab es allerdings mit 13 Pleiten im Jahr 2013, wie auch im Vorjahr (18 Insolvenzen) nach Branchen betrachtet die wenigsten Insolvenzen. Der niedrigste Rückgang mit 3,70 % betrifft das Baugewerbe. 26 Pleiten in 2013 bedeuten nur eine Insolvenz weniger als im Vorjahr.

    Die meisten Pleiten (mit 85 gegenüber 95 in 2012) betreffen den breit gefächerten Dienstleistungsbereich. Das von Insolvenzen betroffene Umsatzvolumen ist über die Hälfte zurückgegangen: Von 273,22 Mio. € in 2012 auf 124,65 Mio. € in 2013 (Minus 54,38 %). Deutliche Rückgänge verzeichnen dabei die Kreise Trier, Trier-Saarburg und Vulkaneifel. Hingegen sind in den Kreisen Bitburg-Prüm (Eifelkreis) und Bernkastel-Wittlich die betroffenen Umsatzvolumina gestiegen.

    Auch die Anzahl der von einer Insolvenz betroffenen Arbeitsplätze ist mit 1.185 nicht mehr so hoch wie in 2012 mit 1.380 (Minus 14,13 %). Dabei sind mit 449 betroffenen Arbeitsplätzen eindeutig die meisten im Eifelkreis (Bitburg-Prüm) zu verzeichnen. Dies liegt vor allem an der Insolvenz der EIFELWERK-Gruppe in Malbergweich.

    Die meisten Arbeitsplätze waren in 2013 von den Insolvenzen der EIFELWERK-Gruppe in Malbergweich (Eifelkreis Bitburg-Prüm) betroffen. Rund 190 Mitarbeiter waren von den Pleiten rund um die EIFELWERK Bordnetz Systeme GmbH und zwei weiteren Tochterunternehmen tangiert. Das betroffene Umsatzvolumen lag dort zuletzt bei knapp 18,5 Mio. Euro.

    Das größte Umsatzvolumen einer einzelnen Firmeninsolvenz betraf den Maschinenbauer Pedax GmbH in Bitburg (über 100 Mitarbeiter) mit rund 15,5 Mio. EUR. Dort ist allerdings zwischenzeitlich ein Insolvenzplan zur Sanierung des Unternehmens bestätigt und das Verfahren wieder aufgehoben worden.

    Insgesamt waren im vergangenen Jahr in der Region Trier 1.185 Arbeitnehmer (Vorjahr 1.380 = – 14,13 %) und ein Umsatzvolumen von insgesamt 124,65 Mio. EUR (Vorjahr 273,22 Mio. EUR = – 54,38 %) von der Insolvenz betroffen.

    Der Kreis Bernkastel-Wittlich verdient allerdings eine kurze Sonderbetrachtung. Hier gab es mit 45 Pleiten die meisten Firmeninsolvenzen; mit Plus 28,57 % in der Anzahl der Pleiten, mit Plus 105,79 % im betroffenen Umsatzvolumen und mit 68,90 % im Bereich der betroffenen Arbeitsplätze jeweils die höchste prozentuale Steigerung.

    Im Bereich der Privatinsolvenzen sind mit 253 Verfahren (259 in 2012) in der Altersklasse der 30-47-jährigen die meisten privaten Pleiten zu verzeichnen, gefolgt von den 48-65-jährigen mit 151 Insolvenzen.

    Erschreckend sind 21 Insolvenzen (Vorjahr 13) in der Altersklasse der 18-22jährigen und 65 (Vorjahr 78) im Bereich der 23-30jährigen. Bis auf die jüngste Altersklasse der 18-22jährigen (prozentuale Steigerung liegt bei 61,54 %) sind alle anderen Altersklassen rückläufig.

    Nach Geschlechtern betrachtet ist der eigentliche Rückgang der Privatinsolvenzen bei den männlichen Personen zu verzeichnen. 274 private Pleiten in 2013 stehen 292 in 2012 gegenüber. Im Bereich der weiblichen Personen ist mit 232 Verfahren fast die Vorjahresmarke von 234 Pleiten erreicht worden. (red)

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