Nicht mit uns!

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STROHN. Die Gegner der geplanten Mülldeponie am Wartgesberg bei Strohn lassen nicht locker. Für sie ist klar: Der Plan des Gemeinderates und der Firma Scherer im örtlichen Steinbruch eine DK-1-Deponie einzurichten, muss gekippt werden. Jetzt gab es eine Einwohnerversammlung zum Thema, zu der aber nur die Bürger des Ortes eingeladen waren.

„Nein, nein es darf einfach nicht sein, wir wollen keinen giftigen Müll hier haben.“ So denken in Strohn (Vulkaneifelkreis) die meisten Menschen. Fast 1400 Bürger haben inzwischen eine Petition gegen die Deponie unterschrieben. Auch der Rat der VG Ulmen (Kreis Cochem-Zell) ist strikt gegen die Einrichtung der Deponie, weil er sich um die Trinkwasserqualität sorgt, die aus fünf Brunnen bei Strohn bezogen wird. Die Bürger von Strohn denken schon an ihre Kinder, die auch noch in einer Landschaft aufwachsen sollen, in der keine giftigen Zeitbomben ticken.

Tausende von Touristen kommen jährlich nach Strohn, um die geologischen Besonderheiten hier zu bestaunen und durch eine fast unberührte Landschaft wandern zu können. „GesundLand Eifel“ und „Geopark“ nennt sich die Region Vulkaneifel um Daun seit einigen Jahren – Begriffe, die als Qualitätsmarke installiert wurden. Sie würden mit der Errichtung der Deponie konterkariert. Denn wenn in der Grube jährlich 100 000 Tonnen Material einlagert werden, das aus Ofenschlacke, Rost- und Kesselasche, gefährlichen Beton-, Ziegel-, Fliesen- und Keramik-Gemischen besteht, ist nichts mehr, wie es vorher war.

Der Gemeinderat hatte sich für die Einrichtung der Deponie entschieden, und auch Landrat Heinz-Peter Thiel war dafür, weil er die Deponie für unumgänglich hält. Das Planfeststellungsverfahren läuft bei der zuständigen Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, zuerst muss aber noch ein Erörterungstermin stattfinden, bei dem die Einwände gegen die Deponie vorgebracht werden können. Inzwischen sind die Bewohner in und um Strohn kämpferischer geworden. Damit hat sich auch die Haltung der Befürworter geändert, wie sich bei der kürzlich einberufenen Einwohnerversammlung im brechend vollen Bürgerhaus zeigte. Im Vorfeld hatte der Gemeinderat schon angeboten, den beschlossenen Abfallkatalog zu reduzieren. Landrat Heinz-Peter Thiel, bisher ein Verfechter der Deponie in Strohn, hat seine Meinung anscheinend auch geändert.

„Er sagte zwar, dass es einen Bedarf für die Deponie gibt, aber Strohn müsse nicht zwingend der Standort dafür sein“, erzählt Axel Römer, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Zukunft Wartgesberg“, die sich gegen die Genehmigung der DK-1-Deponie wehrt. Römer, der seit einer Woche als Nachrücker auch Mitglied des Gemeinderats ist, sieht den Standort der Mülldeponie kritisch. „Der Standort ist wegen der Wasserversorgung und der Lage ‚mitten im Dorf‘ zwischen Strohn, Sprünk und Trautzberg überhaupt nicht geeignet“, sagt er.

Deshalb war es auch das Ziel der BI einen Bürgerentscheid über die Einrichtung der DK-1-Deponie zu erreichen. „Es ist sehr sachlich diskutiert wurden bei der Versammlung. Die Stimmung war aber sehr eindeutig dafür, dass man die Bürgerbeteiligung braucht“, berichtet Axel Römer. Diesem Wunsch ist man jetzt nachgekommen, ein erster großer Erfolg.“ Dass die Bürger jetzt befragt werden, darüber sind wir von der BI natürlich froh. Dem Gemeinderat wurden drei Wochen Zeit gegeben, die Vorbereitungen zu treffen, den Bürgern den Abfallschlüssel zur Abstimmung zu geben und danach gibt es dann das Ergebnis und die lange überfällige Bürgerabstimmung. (hega)

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